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Oliver Fink schaut irritiert. Pfeift da der Schiedsrichter oder ein Zuschauer? © getty

Auch nach dem müden 0:0 zwischen Düsseldorf und Aachen gibt es allerhand Brennpunkte. Ein Zuschauer-Pfiff irritiert Oliver Fink.

Düsseldorf - Ein Geisterpfiff, Düsseldorfer Spieler als angebliches Freiwild und randalierende Aachener Fans:

Nach dem langweiligen 0:0 im Zweitliga-Westderby zwischen Fortuna Düsseldorf und Alemannia gab es gleich drei Brennpunkte, die die Emotionen hochkochen ließen.

Düsseldorfs Trainer Norbert Meier regte sich nach der Nullnummer vor allem über "diese verdammte Trillerpfeife" auf.

In der 12. Minute war Oliver Fink alleine aufs Alemannia-Tor zugelaufen, stoppte dann aber ab und nahm den Ball in die Hand.

Einen Pfiff eines Zuschauers hatte er als Abseitsentscheidung von Schiedsrichter Markus Schmidt gedeutet.

Selbst Aachens Trainer Michael Krüger fand es bei seiner Liga-Premiere "unglaublich, dass so etwas vielleicht sogar ein Spiel entscheidet".

Stadionsprecher reagiert mit Humor

Stadionsprecher Ilja Ludenberg reagierte mit Humor, und empfahl dem Geisterpfeifer:

"Lieber Unbekannter. Wenn Sie Schiedsrichter werden wollen, melden Sie sich bitte beim Fußball-Kreis."

Aachen-Anhänger demolieren Sitzplätze

Keinen Spaß verstanden die Fortuna-Verantwortlichen allerdings mit Hinblick auf die Randale einiger Gäste-Fans.

"Sie haben schon vor dem Anpfiff begonnen, Sitzplätze zu demolieren", sagte Düsseldorfs Präsident Peter Frymuth.

Die Fortuna als Arena-Mieter muss für den Schaden aufkommen, "aber wir versuchen rauszufinden, wer das war und werden Schadenersatz geltend machen".

War die Wut der Düsseldorfer Verantwortlichen hier verständlich, so sorgte Wolf Werner für ungläubiges Staunen.

Der Manager echauffierte sich über die angeblich so unfair spielenden Gäste-Profis.

"Unsere Spieler sind kein Freiwild"

"So wie Aachen hier aufgetreten ist, haben sie diesen Punkt nicht verdient", meinte Werner:

"Sie waren nur auf Zerstören aus und haben jeden Spielzug durch ein Foul unterbunden. Ich habe es satt, dass unsere Spieler zu Freiwild werden und wir die Dummen sind, nur weil wir unseren Spieler beibringen, sauber in die Zweikämpfe zu gehen."

Krüger reagierte auf den Vorwurf mit einem Schmunzeln. "Vielleicht war Wolf Werner ja in einem anderen Stadion", sagte er.

Und selbst Düsseldorfs Innenverteidiger Jens Langeneke meinte lächelnd: "Ich widerspreche unserem Sportchef ja ungern. Aber so schlimm war es nicht."

Krüger bittet um Geduld

Was man über die Qualität des Spiels nicht unbedingt sagen. Eine Partie "für Taktiker und Torhüter" sei es gewesen, meinte Krüger beschwichtigend.

Nach dem Tennis-Ergebnis im DFB-Pokal bei Eintracht Frankfurt (4:6) hatte er seinem Team erst einmal eine sichere Defensive verordnet.

Die auf den Aufstieg hoffenden Anhänger bat er um Geduld:

"Auch wenn es die Fans der Alemannia nicht gerne hören: Alles braucht Zeit. Kein Kind, das gerade auf die Welt gekommen ist, kann direkt lesen und schreiben."

Fortuna mit guter Bilanz

Aufsteiger Fortuna hat sich nach zehnjähriger Abwesenheit aber erstaunlich schnell wieder in der 2. Liga zurechtgefunden.

Auch wenn den Rheinländern vor 29.385 Zuschauern die Mittel fehlten, um das Alemannia-Bollwerk zu knacken:

Elf Punkte und Rang sechs nach sieben Spielen sind eine beachtliche Ausbeute.

"Ich glaube nicht, dass Fortuna in Abstiegs-Gefahr gerät", sagte Tribünengast Klaus Allofs, Manager von Werder Bremen und als Spieler 1979 mit Fortuna im Europapokal-Finale, anerkennend.

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