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Der 1. FC Kaiserslautern war bereits vier Mal Deutscher Meister © getty

Der Höhenflug der noch ungeschlagenen "Roten Teufel" ist kein Zufall. Das Träumen überlässt Manager Stefan Kuntz aber den Fans.

Von Felix Götz und Martin Volkmar

München - 18 Punkte aus acht Spielen, Tabellenplatz zwei: Das hatten Trainer Marco Kurz und dem 1. FC Kaiserslautern viele nicht zugetraut. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Es hat sich also gelohnt, dass sich Manager Stefan Kuntz vor der Saison viel Zeit gelassen hat bei der Suche nach einem neuen Coach - auch wenn er dafür teilweise belächelt wurde.

Die "Roten Teufel" treten wieder als solche auf und sind vor der Partie bei Energie Cottbus (ab 20.15 Uhr LIVE) vielleicht sogar auf dem besten Weg in Richtung Bundesliga.

"Wir wissen, dass das eine Momentaufnahme ist, aber mit der sind wir bis zum jetzigen Zeitpunkt natürlich sehr zufrieden. Träumen vom Aufstieg können die Fans, aber wir bleiben Realisten", sieht Kuntz im Gespräch mit Sport1.de keinen Grund abzuheben.

Höhenflug kein Zufall

Trotzdem: Der Höhenflug der Pfälzer ist kein Zufall. Die Verantwortlichen haben vor der Saison gezielt Spieler verpflichtet, die zum Klub passen. (der Kader)

"Dass die Integration der neuen Spieler und das Umsetzen der neuen Philosophie unseres neuen Trainers so schnell klappt, ist erst mal traumhaft. Aber wir wissen, dass noch ein langer Weg vor uns liegt", sagt Kuntz.

Sein Lob geht an die Neuen Christoph Buchner, Bastian Schulz, Ivo Ilicevic, Alper Akcam, Georges Mandjeck, Daniel Pavlovic, Rodnei, Adam Nemec - und natürlich Coach Kurz.

"Ich weiß, was ich kann"

Der 40-Jährige hat eine echte Mannschaft geformt, die nicht nur in der Liga unbesiegt ist, sondern auch im DFB-Pokal mit einem Erfolg über Bayer Leverkusen ins Achtelfinale einzog.

"Die Mannschaft hat sich peu a peu gesteigert, jede Woche eine Entwicklung genommen und eine höhere Qualität erreicht", erklärte Kurz dem "kicker" nicht ohne Stolz.

Auch dem Schwaben sind die Vorbehalte gegenüber seiner Person bei seiner Verpflichtung nicht verborgen geblieben.

Genugtuung empfindet Kurz deswegen nicht: "Ich weiß, was ich kann. Aber Genugtuung ist ein zu negativ behafteter Begriff. Was wir hier verspüren, ist Freude."

Keine Spitzenmannschaft?

Rund um den Betzenberg ist man vielleicht auch deshalb um Bodenhaftung bemüht, weil wegen der Geschichte des Vereins und der vielen Erfolge die Erwartungshaltung schnell riesig und dann zur Belastung werden kann.

"Wir haben eine junge Mannschaft, die Schwankungen unterworfen ist. Jetzt werden wir anders wahrgenommen. Die nächsten Spiele werden zeigen, wie wir mit dieser Rolle umgehen", meint der Trainer.

Und weiter: "Um seriös von einer Spitzenmannschaft zu sprechen, müssen wir beweisen, die bisherige Leistung über eine gesamte Saison zeigen zu können."

Lakic vor Rückkehr

Dabei dürfte helfen, dass der FCK bald wieder auf die Dienste von Stürmer Srdjan Lakic zurückgreifen kann, der monatelang verletzt fehlte, jetzt aber wieder trainiert und in einem Testspiel bereits zum Einsatz kam.

Die Partie in der Lausitz kommt für den Kroaten wohl aber noch zu früh. Vertraut man der Bilanz, dann ist das auch halb so wild.

Denn Kaiserslautern trat bisher vier Mal im Stadion der Freundschaft an und entführte jeweils drei Punkte.

FCK Vorbild für Cottbus

Ohnehin ist der Bundesliga-Absteiger eher mäßig in die Saison gestartet. Energie liegt auf Rang zehn und hat bereits sechs Punkte Rückstand auf den dritten Platz, der die Relegation bedeutet.

"Ich sage es ganz offen: Lautern spielt mit Herz, Leidenschaft und Spaß - das wünsche ich mir für unsere Mannschaft bei Energie. Doch wir dürfen auch nicht vergessen, dass solch ein Prozess Zeit braucht und Kaiserslautern vier Jahre Anlauf benötigte", sagt Cottbus-Trainer Pele Wollitz.

Sein Problem: Mit Timo Rost, Stiven Rivic, Jiayi Shao, Roger, Dennis Sörensen, Heiko Schwarz, Nils Petersen und Daniel Ziebig fehlen gleich acht Spieler verletzt.

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