vergrößernverkleinern
Michael Thurk wechselte 2008 von Eintracht Frankfurt nach Augsburg © getty

Dem FC Augsburg fehlen Siege für den Aufstieg. Torjäger Michael Thurk würde gerne seine Treffer gegen Punkte eintauschen.

Von Mathias Frohnapfel

München - Acht Zweitliga-Trainer prognostizierten Anfang August: Der FC Augsburg steigt auf. In einem Punkt zumindest haben die Trainer der Konkurrenz bislang Recht behalten.

Augsburg ist schwer zu schlagen, hat erst eine Niederlage kassiert. Der Marsch Richtung Bundesliga ist dennoch um einiges schwerer geworden.

Denn der FCA ist zugleich Remis-König der Zweiten Liga, in sechs von neun Partien der Mannschaft von Trainer Jos Luhukay hat es eine Punkteteilung gegeben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle der zweiten Liga).

Thurk mit starker Quote

Sollen sie sich nun in Augsburg darüber freuen oder ärgern? Eine verzwickte Situation. In der steckt vor dem Spiel in Ahlen (Fr., ab 17.45 Uhr LIVE) auch Michael Thurk.

Der Stürmer hat bereits neun Treffer für sein Team erzielt, führt souverän die Torjägerliste an.

"Meine Torquote freut mich, die Unentschieden ärgern mich", erklärt der 33-Jährige gegenüber Sport1.de und gibt offen zu: "Ich würde gerne ein paar Tore gegen Punkte eintauschen."

Zumal Thurk zu viele Spiele einfallen, in denen der FCA wie beim 1:1 gegen Karlsruhe die Partie über weite Strecken beherrschte, aber eben nicht den entscheidenden Stich setzte.

"Killerinstinkt fehlt uns nicht"

Aktuell sind die Augsburger Neunter, auch weil seine Sturmkollegen anders als Thurk nicht die Nerven behalten, wenn es darauf ankommt.

Thurk spielte vor seinem Wechsel 2008 mit Frankfurt in der Bundesliga, stürmte zuvor unter anderem für Mainz.

Der frühere Bundesliga-Profi will nichts davon wissen, dass den Augsburger womöglich die nötige Abgezocktheit fehlt.

"Auch meine Mitspieler werden wieder treffen. Killerinstinkt fehlt uns nicht", stellt er klipp und klar fest.

Das Potenzial ist vorhanden

Dabei gibt es neben Thurks tollem Lauf noch andere Zeichen, die den Augsburgern Hoffnung auf eine gute Saison machen.

Im DFB-Pokal warf das Team den Erstligisten SC Freiburg aus dem Rennen und zeigte dabei viel von dem vorhandenen Potenzial.

Und auch die zwölf Neuzugänge erscheinen allesamt gut integriert, wie Manager Andreas Rettig beobachtet hat.

"Es ist das Verdienst von Trainer Luhukay, dass alle dazugehören, nicht nur die Elf, die auf dem Platz stehen", erklärt Rettig gegenüber Sport1.de.

Jentzsch und Traore überzeugen

Die Abwehr profitiert indes von Keeper Simon Jentzsch, der in Wolfsburg ausgemustert wurde, lange ohne Spielpraxis war und nun in Augsburg mit starken Paraden glänzt.

"Ich finde es fantastisch, wie er sich hier als Profi zeigt. Ohne Allüren, aber mit unheimlich viel Kraft, Willen und Engagement", lobt Luhukay den Torhüter. "Er ist eine große Unterstützung für unsere Mannschaft."

Den gleichen Satz könnte Luhukay gewiss auch über Ibrahima Traore sagen.

Der 21-Jährige wirbelte beim FCA in dieser Saison bereits auf den Außenposition und hinter den Spitzen derart, dass Anfragen nach dem Franzosen nicht ausbleiben werden.

"Es ist noch alles möglich"

Nur: Ein Spieler, der den Ball schnörkellos über die Linie bugsiert, ist auch Traore nicht - Michael Thurk dagegen schon. Auch deshalb bemühen sich die Augsburger intensiv darum, dessen Vertrag zu verlängern.

Thurk hält sich zu dem Thema bedeckt, verweist auf Gespräche, die er "mit dem Verein und meiner Familie" führen werde.

Und Thurk ist weiter optimistisch, dass seine eigene Torausbeute und die Punktequote des Klubs bald zusammenpassen.

"Mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben und wenn wir einmal eine solche Serie mit Siegen starten wie wir zuletzt mit Unentschieden hatten, dann ist im Fußball alles möglich."

Womöglich könnte dann manch einer wieder an die Prognose der Zweitliga-Trainer zurückdenken.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel