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Arminia Bielefeld stieg bisher sieben Mal in die Bundesliga auf © getty

Nach dem Sieg im Derby in Paderborn träumt Arminia Bielefeld vom direkten Wiederaufstieg. Der Trainer dämpft die Euphorie.

Paderborn/Bielefeld - Sieben Spiele, sieben Siege und 581 Minuten ohne Gegentor - mit Siebenmeilenstiefeln marschiert Rekordabsteiger Arminia Bielefeld dem Wiederaufstieg entgegen.

Nach dem 2:0 (1:0) im Derby beim SC Paderborn, dem sechsten Zu-Null-Sieg in Folge, ist der Tabellenführer seinen Verfolgern enteilt.

Und ein Ende der Rekord-Siegesserie der scheinbar unschlagbaren Arminen ist nicht in Sicht.

"Wir werden unsere Serie fortsetzen", sagte der überragende Mittelfeldspieler Giovanni Federico, der in seinem neunten Ligaspiel für die Arminia sein achtes Tor erzielte. (TORSCHÜTZENLISTE: Federico Zweiter)

Gerstner gelassen

Motivationskünstler Thomas Gerstner, bislang ein Glücksfall bei der Trainerwahl, blieb hingegen wie immer ganz ruhig.

"Meiner Mannschaft ein großes Kompliment. Ich sehe einen stetigen Aufwärtstrend, denke aber immer nur von Spiel zu Spiel."

Intern hat Gerstner längst die Zweitliga-Meisterschaft als Ziel ausgegeben. Schon vor Saisonbeginn animierte er seine Spieler, sich den Riesenjubel auf dem Rathausbalkon vorzustellen.

Ergebnisse sagt der ausgebildete Motivationstrainer auf großen Plakaten voraus - und hat sogar häufig Recht.

Die Spieler mussten über Scherben laufen und Eisenstangen mit dem Hals verbiegen.

Überragende Achse

Das eigentliche Erfolgsgeheimnis jedoch liegt in einer überragenden Achse begründet.

Torhüter Dennis Eilhoff, der seit Wochen unüberwindbare Innenverteidiger Andre Mijatovic, "Staubsauger" Rüdiger Kauf und Federico spielen eine Klasse zu tief.

Zudem blühen Daniel Halfar und der in der Vorsaison als teuerster Fehleinkauf der Vereinsgeschichte abgestempelte Chris Katongo plötzlich auf.

Sponsoren wollen investieren

Auch in finanzieller Hinsicht sieht es gut aus: Die lokalen Groß-Unternehmen Schüco, Gerry Weber und Dr. Oetker haben in Aussicht gestellt, unter bestimmten Bedingungen den Klub stärker zu fördern.

"Wir haben endlich einen Lauf und großes Selbstvertrauen", sagte Kauf, und Sportdirektor Detlev Dammeier ergänzte: "Man sieht allmählich, dass das Selbstvertrauen und die Harmonie immer besser werden."

Noch im Mai musste Dammeier nach der Entlassung von Trainer Michael Frontzeck um seinen Job zittern, nach einer turbulenten und absurden Jahreshauptversammlung im Juni drohte der ganze Klub im Chaos zu versinken.

Jetzt herrscht im beschaulichen Ostwestfalen Ruhe.

"Kein Platz für negative Gedanken"

Gerstner hat daran großen Anteil.

Seit die Mannschaft bei der TuS Koblenz (2:3) nach einer 2:0-Führung ins Verderben gestürmt war, geht der 42-Jährige etwas weniger gewagt zu Werke und wechselt auch ab und an defensiv ein.

Und wenn es mal schiefgeht? Kein Problem. In Gerstners Welt ist "kein Platz für negative Gedanken".

Schlüsselbeinbruch bei Bollmann

Allerdings war es selbst für den ewig optimistischen Arminia-Trainer ein "großer Wermutstropfen", dass Verteidiger Markus Bollmann einen Schlüsselbeinbruch erlitt und am Mittwoch operiert werden muss.

Der Verteidiger muss mit einigen Wochen Pause rechnen. Mit Radim Kucera steht auf jeden Fall ein gleichwertiger Ersatz bereit.

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