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Frank Pagelsdorf begann seine Trainerkarriere 1991 bei Hannover 96 II © getty

Nach der Entlassung von Peter Neururer beim MSV Duisburg gelten zwei Trainer als Favoriten für die vakante Trainerposition.

Duisburg - Klaus Augenthaler und Frank Pagelsdorf sind die Top-Favoriten auf die Nachfolge von Peter Neururer beim MSV Duisburg .

"Beides sind erfahrene Trainer, von denen ich eine Menge halte und die immer in meinem Fokus waren", sagte MSV-Boss Walter Hellmich nach der Trennung von Neururer.

Neben diesen beiden renommierten Trainern seien aber auch weitere Kandidaten im Gespräch, wie Hellmich und Sportdirektor Bruno Hübner unisono bestätigten.

Schnelle Lösung

"Wir wollen so schnell wie möglich einen neuen Trainer präsentieren. Die Sondierungsgespräche haben bereits begonnen", berichtete Hübner, der gemeinsam mit Hellmich ein klares Anforderungsprofil erstellt hat.

"Der Trainer sollte sich in der zweiten Liga auskennen, möglichst über Erfahrung verfügen, schonmal eine Spitzenmannschaft trainiert haben und ein Disziplinfanatiker sein", erklärte der Sportdirektor.

Am Vorabend der Entlassung hatte er noch mit Neururer sowie dem Aufsichtsrat beim Abendessen zusammengesessen und die aktuelle Situation beim selbsternannten Aufstiegsanwärter analysiert.

Anschließend wurde die Trennung von Neururer verkündet, der nun noch bis Saisonende auf der Gehaltsliste der Meidericher steht.

"Peter ist ein netter Kerl"

"Die sportliche Leistung hat nicht ausgereicht, das Vertrauen war nicht mehr da. Peter ist ein netter Kerl, mit dem man Pferde stehlen kann, aber so ist das in diesem Geschäft. Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, muss man etwas verändern", sagte Hellmich, der nach der 0:5-Pokalpleite beim FC Augsburg keine andere Lösung für den Tabellenneunten der Zweiten Liga gesehen hatte.

Neururer ist überrascht

Neururer hatte erst am 17. November vergangenen Jahres das Traineramt an der Wedau übernommen und nach schwachen Leistungen seines Teams zwischenzeitlich selbst mit Rücktritt gedroht, was beim Aufsichtsrat nicht gut ankam.

"Die Entscheidung kam für mich dennoch überraschend, denn wir liegen trotz allem nur sechs Punkte hinter dem Relegationsplatz. Aber nach dem 0:5 im Pokal war der Frust wohl zu groß", sagte Neururer.

Doch keine einvernehmliche Trennung?

Am Freitagabend legte Neururer bei "Sky" noch einmal nach und ließ Zweifel aufkommen, ob die Trennung wirklich so einvernehmlich war, wie Hellmich beteuert hatte.

"Es sei mal dahingestellt, wie man die Floskel 'einvernehmlich' bewerten darf", bemerkte Neururer vieldeutig.

"Ich habe aus Medien einige Äußerungen des Präsidenten gehört - Manager Bruno Hübner hat mir gesagt, dass der Präsident mich beurlauben möchte, nach Absprache mit mir oder mit wem auch immer", erklärte Neururer weiter.

"Zuletzt hat mir der Präsident vor dem DFB-Pokal-Spiel in Augsburg noch viel Glück gewünscht", so Neururer weiter: "Nach dem 0:5-Desaster vom Mittwoch hatte ich keinen Kontakt mehr."

Ziel bleibt Aufstieg

Zumindest Hübner hätte offenbar gerne weiter mit Neururer zusammengearbeitet: "Ich schätze seine Arbeit, er ist ein geradliniger Typ. Schade, dass wir die Zusammenarbeit nicht fortsetzen konnten."

Nichtsdestotrotz müsse man nun schnell einen Nachfolger finden, denn das Ziel Aufstieg habe man trotz nur vier Siegen in den ersten zehn Saisonspielen noch nicht abgehakt.

"Auge" oder Pagelsdorf?

"Wir haben nach wie vor das Ziel, in die Bundesliga aufzusteigen", sagte auch Klubchef Hellmich.

Der Baunternehmer kündigte an, dass er zunächst mal mit dem früheren HSV-Coach Frank Pagelsdorf telefonisch Kontakt aufnehmen wolle, der zurzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten beim Al Nasr Sports Club Dubai unter Vertrag steht.

Hellmich pro "Pagel"

"Es ist kein Geheimnis, dass ich ihn sehr schätze. Mal sehen, was möglich ist", sagte Hellmich. Aber auch Augenthaler sei eine "interessante" Option, wie Hübner ergänzte.

Der Weltmeister von 1990, dessen bislang letzte Trainerstation in der Bundesliga 2007 der VfL Wolfsburg war, war bereits vor der Verpflichtung von Neururer ein Thema bei den Meiderichern.

Speidel unternimmt vorerst

Das Training beim MSV wird vorübergehend Co-Trainer Uwe Speidel leiten, der auch am Sonntag als Interimstrainer beim Spiel bei der TuS Koblenz für die Mannschaft verantwortlich sein wird.

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