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St. Paulis Mittelfeld-Abräumer Matthias Lehmann erzielte das 1:0 in Rostock © getty

Der Kiez-Klub unterstreicht seine Aufstiegs-Ambitionen und nutzt die Schwächen der lange Zeit besseren Rostocker eiskalt aus.

Rostock - Der FC St. Pauli hat seinen Höhenflug in der Zweiten Bundesliga dank Matthias Lehmann und des eingewechselten Deniz Naki auch im Nordderby fortgesetzt.

Die Mannschaft von Trainer Holger Stanislawski kam in einer kampfbetonten Begegnung bei Hansa Rostock durch ein sehenswertes Freistoßtor von Lehmann (77.) und einen abgeschlossenen Konter von Naki (84.) zu einem 2:0 (0:0)-Erfolg.

Damit verdrängte der Aufsteiger Union Berlin wieder von Relegationsplatz drei. Rostock dagegen steckt nach der dritten Niederlage in Folge im unteren Tabellendrittel fest.

"Wir haben nicht gut gespielt. Wir hatten viele Ballverluste. Aber wir waren geduldig. Daher muss man auch so einen Sieg mitnehmen", sagte Stanislawski.

Polzei sorgt für Sicherheit

Die Partie war von der Polizei als "Spiel mit erhöhtem Risiko" eingestuft worden. Die befürchteten Ausschreitungen blieben aber zumindest bis zum Anpfiff aus. "Die Strategie der strikten Fan-Trennung ist vor dem Spiel voll aufgegangen", sagte Polizeisprecherin Dörte Lembke.

Vier Festnahmen und ein durch einen Flaschenwurf leicht verletzter Kameramann lautete die Zwischenbilanz. Insgesamt sollten rund 1500 Polizisten und Ordnungskräfte vor Ort für Sicherheit sorgen.

In der vergangenen Saison hatte es am Rande des Gastspiels von St. Pauli 15 Verletzte und 52 Festnahmen gegeben.

Pannewitz mit starkem Debüt

Nach Lehmanns Führungstor wurden im Gästeblock allerdings Feuerwerkskörper gezündet, sodass die Begegnung einige Minuten unterbrochen werden musste.

Vor 21.500 Zuschauern erwischten die Gäste den besseren Start. Doch Rostocks Torhüter Alexander Walke rettete gegen Carsten Rothenbach (4.) und Florian Bruns (21.).

Bei Hansa hatte der erst 18-jährige Kevin Pannewitz bei seinem Zweitliga-Debüt mit einem Distanzschuss an die Latte Pech (36.).

Lehman und Naki eiskalt

Auch nach dem Wechsel hatte die Begegnung zunächst wenig Höhepunkte. Bei St. Pauli verpasste Marius Ebbers knapp (51.), auf der anderen Seite scheiterte Kevin Schöneberg am Hamburger Schlussmann Mathias Hain (59.).

Pannewitz vergab zudem freistehend per Kopf (72.). Dann schlugen Lehmann und Naki eiskalt zu.

Naki feierte sein Tor allerdings recht provokant, lief nach seinem Erfolgserlebnis zur St.-Pauli-Fan-Kurve und deutete mit dem Finger einen Kehlen-Schnitt an.

Nach dem Spiel rammte Naki zudem die Fahne des Kiez-Klubs in den Rostocker Rasen.

Zachhuber sauer auf Naki

Rostocks Trainer Andreas Zachhuber zeigte sich nach Abpfiff höchst verärgert über Nakis Verhalten:

"Es ist schlimm, wenn ein Flegel, der gerade mal vier Spiele gemacht hat, so ein Verhalten an den Tag legt. Aber ich bin mir sicher, dass Holger Stanislawski die richtigen Konsequenzen ziehen wird", sagte der Coach.

Auch Stanislawski war nicht angetan vom Verhalten seines Youngsters: "Darüber wird noch zu reden sein. Er ist ein junger Spieler und muss noch viel lernen. Aber solche Dinge muss er schnell lernen, sonst wird er mit mir Probleme bekommen".

Bei Rostock überzeugten Torhüter Walke und Tim Sebastian, bei den Gästen verdienten sich Rothenbach und Fabio Morena gute Noten.

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