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Zwischen St. Pauli und Rostock ging es oft (hier im Februar 1995 am Millerntor) heiß her © imago

Im Nord-Duell zwischen Hansa Rostock und dem FC St. Pauli geht es darum, den Anschluss an die Spitzenplätze herzustellen.

München - Wenn die Fahrt zu einem Auswärtsspiel nur zwei Stunden dauert, kann man fast schon von einem Derby sprechen.

Zumindest ist das Spiel zwischen Hansa Rostock un dem FC St. Pauli (ab 17.45 Uhr LIVE) ein Nord-Duell, das in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hat.

"Das wird ein ganz besonderes Spiel", glaubt St. Paulis Torwart Mathias Hain. "Als Nordklub haben wir ja nicht so viele Derbys, und in diesem Fall ist aufgrund der Historie viel Brisanz im Spiel", erklärt Hain im "kicker".

Fans mögen sich nicht

Die Brisanz ist jeoch weniger auf die bisherigen sportlichen Aufeinandertreffen beider Klubs, als vielmehr auf die Rivalität der Fangruppen zurückzuführen. In der Vergangenheit waren gewaltbereite Anhänger beider Vereine immer wieder aneinandergeraten.

Als Tiefpunkt gilt der Wurf einer Rauchbombe aus dem Block der Rostocker bei der Bundesligapartie am 23. September 1995. St. Paulis damaliger Keeper Klaus Thomforde musste beim 2:0-Sieg der Gastgeber mit einer Augenverletzung ausgewechselt werden.

Hansa wurde damals vom Deutschen Fußball-Bund mit einer Platzsperre für ein Heimspiel und 10.000 Mark Geldstrafe belegt.

Vereine mahnen zur Vernunft

Um mögliche Auseinandersetzungen bereits im Vorfeld der Partie am Freitagabend im Keim zu ersticken, haben die Vorstände beider Vereine ihre Fans zu einem friedlichen Miteinander aufgerufen.

"Es ist an der Zeit, die alten Rivalitäten beizulegen", sagte Hansa-Aufsichtsratschef Horst Klinkmann: "Auf beiden Seiten ist in den letzten Jahren viel geschehen. Die Strukturen innerhalb der Fanszenen lassen sich nicht mehr mit denen von vor einigen Jahren vergleichen."

St. Paulis Vize-Präsident Bernd-Georg Spies ergänzte: "Wir sind in Rostock zu Gast und wollen dort auch so auftreten. Wir verurteilen jede Form von Provokation und Gewalt."

Hansa seit drei Spielen sieglos

Dennoch: "Es wird eine hitzige Atmosphäre herrschen", ist sich Mathias Hain sicher. "In diesen Spielen besteht für beide Seiten die Gefahr zu überdrehen. Wichtig ist, dass wir einen kühlen Kopf bewahren", meint der 35-Jährige, der mit seiner Mannschaft zuletzt beim 1:0 über die Münchner "Löwen" den ersten Saisonerfolg feierte und erstmals ohne Gegentor blieb.

Der FC Hansa will den Schwung des Zweitrunden-Siegs im DFB-Pokal bei Eintracht Frankfurt (2:1 n.V.) mitnehmen. In der Zweiten Liga warten die Rostocker nämlich seit drei Partien auf einen Sieg.

Die Fakten zu den übrigen Freitagsspielen:

Osnabrück - Koblenz

Der VfL peilt gegen die TuS seinen zweiten Saisonsieg an. Osnabrück kassierte in jedem seiner fünf Saisonpartien mindestens zwei Gegentore.

Koblenz hat zwei von fünf Partien gewonnen, wartet aber noch auf den ersten Auswärts-Dreier dieser Spielzeit. (In der Vorsaison: 2:0 und 0:1)

Oberhausen - Fürth

Mit einem Sieg und vier Niederlagen belegt Rot-Weiß, das in jedem seiner fünf Saisonspiele mindestens ein Gegentor kassierte, den letzten Platz. Oberhausen, das zuletzt dreimal in Folge verlor, würde mit einem Dreier die Rote Laterne - zumindest vorübergehend - abgeben.

Fürth könnte mit einem Sieg den Anschluss an die Aufstiegsplätze herstellen. Doch die Franken sind auswärts bereits seit acht Auftritten sieglos. Den letzten Erfolg in der Fremde feierte die SpVgg am 7. März beim 5:2 in Aachen.

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