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Erik Jendrisek (r.) wechselte von Hannover 96 nach Kaiserslautern © getty

Trotz des Sieges über Berlin spricht in Kaiserslautern noch niemand über die Bundesliga. Bei Union derweil herrscht Katerstimmung.

Berlin - Die ganze Pfalz hebt beim Blick auf die Tabelle vor Freude ab - nur die "Roten Teufel" nicht.

"Das ist ein schöner Moment und Lohn für die geleistete Arbeit. Aber wir bleiben auf dem Boden und fangen nicht an zu spinnen", sagte Trainer Marco Kurz nach dem 2:0 (1:0) des 1. FC Kaiserslautern im Topspiel bei Union Berlin und dem damit verbundenen Sprung an die Tabellenspitze.

Doch bei aller Zurückhaltung wird es dem Coach nicht gelingen, die Euphorie in der Pfalz vor dem Duell mit dem Tabellenzweiten Arminia Bielefeld am kommenden Montag (ab 20 Uhr LIVE) zu bremsen.

"Haben nicht mit so vielen Punkten gerechnet"

Die Tabellenführung mit 30 Punkten aus 13 Spielen sowie sieben Zähler Vorsprung auf den vierten Platz lassen die Anhänger des viermaligen deutschen Meisters bereits von der Rückkehr in die Eliteklasse nach vier Jahren Abwesenheit träumen

Im Spitzenspiel gegen die Arminia werden sicher über 40.000 Zuschauer den FCK unterstützen. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle).

Auch Lauterns Vorstandsboss Stefan Kuntz kann die Partie kaum noch abwarten.

"Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir zu diesem Zeitpunkt so viele Punkte auf dem Konto haben. Jetzt freuen wir uns auf das Spitzenspiel in einem gut gefüllten Fritz-Walter-Stadion", meinte der Europameister von 1996.

Vorfreude aufs Spitzenspiel

Vorfreude herrscht auch bereits bei den Profis, die das erste Pflichtspiel zwischen ihrem Klub und dem Aufsteiger aus Berlin vor 19.000 Zuschauern in der Alten Försterei letztlich souverän für sich entscheiden konnten.

"Wir können nicht lange feiern, denn wir haben am Montag schon das nächste wichtige Spiel. Wir stehen zwar oben, aber die Saison ist noch lange nicht vorbei", erklärte Erik Jendrisek.

Der Stürmer sorgte mit seinem Treffer (78.) nach der Führung durch Kapitän Martin Amedick (30.) dafür, dass der FCK in der laufenden Saison auswärts weiter ungeschlagen ist.

Keiner spricht vom Aufstieg

Mit seinen Aussagen liegt Jendrisek voll auf der vorgegebenen Linie des Klubs. Auch Torwart Tobias Sippel und Kurz nahmen den Begriff Aufstieg nicht in den Mund.

"Wir beschäftigen uns nicht mit der Bundesliga. Die Tabelle sieht zwar gut aus, aber es werden noch viele Punkte vergeben", sagte Sippel.

Ähnlich äußerte sich Kurz: "Die Mannschaft hat sich eine tolle Ausgangsposition geschaffen, aber es sind erst 13 Spiele vorbei und der Weg ist noch sehr lang."

Doch obwohl alle Beteiligten beteuern, den Aufstieg noch nicht ins Visier genommen zu haben, ist die Rückkehr in die Bundesliga für den chronisch klammen Klub von existenzieller Bedeutung.

Kuntz, der derzeit mit der Stadt über eine erneute Reduzierung der Stadionmiete verhandelt, hatte zuletzt erklärt, dass der FCK künftig nur bei einem Aufstieg konkurrenzfähig sein wird.

"Eiserne" haben hausgemachte Probleme

Die Träume vom Durchmarsch in die Bundesliga dürften sich dagegen bei den Berlinern verflüchtigt haben.

Stattdessen müssen sich die "Eisernen" mit hausgemachten Problemen herumärgern, nachdem Trainer Uwe Neuhaus laut über die Verpflichtung eines neuen Torwarts und neuer Abwehrspieler nachgedacht hat.

Präsident Dirk Zingler bemühte sich bereits, die Wogen zu glätten:

"Es ist doch normal im Geschäft, dass sich Trainer und Manager umschauen, um die Mannschaft weiterzuentwickeln. Die Mannschaft hat das gut aufgenommen."

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