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Die Geschichte im Nacken: Marco Kurz will mit dem FCK zurück zu altem Glanz © getty

Dreieinhalb Jahre nach dem Abstieg eilt der FCK der Bundesliga entgegen. Für den Trainer bleibt das A-Wort trotzdem tabu.

Kaiserslautern - Bei den "Roten Teufeln" will es zwar niemand hören und schon gar niemand sagen, doch das Ende der mittlerweile dreieinhalb Jahre dauernden Höllenfahrt rückt immer näher.

Durch das 1:0 (0:0) im Topspiel der Zweiten Liga gegen den Tabellendritten Arminia Bielefeld hat sich Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern von der Konkurrenz abgesetzt und nach dem Abstieg im Jahr 2006 endgültig den Weg zurück in die Eliteklasse eingeschlagen.

Doch trotz neun Punkten Vorsprung auf den Tabellenvierten Fortuna Düsseldorf nach dem 14. Spieltag bleibt der Begriff Aufstieg in der Pfalz tabu.

"Wir denken auf keinen Fall daran. Wir haben keinen Druck, aufsteigen zu müssen", sagte der erneut stark spielende U-21-Nationaltorhüter Tobias Sippel und erklärte die Ziele des Teams:

"Die Fans haben viel gelitten in den letzten Jahren. Wir wollen einfach nur gut spielen. Wenn das dann erfolgreich ist, ist es umso besser."

Sam macht "Tor des Tages"

Sonderlich gut war das Spiel des viermaligen deutschen Meisters gegen den Bundesliga-Absteiger aus Bielefeld zwar nicht, dafür aber um so erfolgreicher.

Obwohl sich beide Teams weitgehend neutralisierten, gelang U-21-Nationalspieler Sidney Sam das einzige Tor vor 35.042 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion (73.).

"Bei dem Angriff hat alles gepasst", kommentierte FCK-Trainer Marco Kurz die entscheidende Szene.

Kurz stapelt tief

Trotz des Erfolgs war beim Lauterer Coach, der bei seinem Amtsantritt nur als dritte Wahl des Klubs galt, keine Euphorie oder Genugtuung zu spüren. "Das ist ein schöner Moment. Ich bin sehr zufrieden und stolz. Aber wir werden uns nicht zurücklehnen. Wir brauchen uns auf das Tabellenbild nichts einzubilden", erklärte Kurz:

"Die Gefahr, dass wir die nächsten Spiele überheblich angehen, besteht von meiner Seite nicht. Und ich werde die Spieler so vorbereiten, dass die Gefahr auch bei ihnen nicht besteht."

Sam: "Wir dürfen nicht abheben"

Kurz hat seine Sicht der Dinge den Profis gut eingeimpft. Denn selbst Torschütze Sam mahnte zur Zurückhaltung.

"Wir dürfen nicht abheben. Wir müssen bis zur Winterpause noch so viele Punkte wie möglich holen und dann können wir mal gucken", meinte der vom Hamburger SV ausgeliehene Offensivspezialist.

Besonderes Spiel für Halfar

Im Sommer wird Sam wohl an die Elbe zurückkehren. "Ich hätte aber kein Problem damit, hier zu bleiben. Ich kenne mich aus in der Stadt - sie ist ja nicht so groß", so der 21-Jährige.

In Kaiserslautern kennt sich auch Daniel Halfar aus. Für den Ex-Lauterer in Diensten der Arminia war es ein "besonderes Spiel" an der alten Wirkungsstätte. Dass seine Rückkehr mit einer Niederlage endete, war für den 21-Jährigen nicht weiter tragisch:

"Lautern hat einen Schritt nach vorne gemacht und sich abgesetzt. Aber wir werden oben dran bleiben. Ich hätte nichts dagegen, wenn beide Mannschaften am Ende oben stehen."

Gerstner nicht zufrieden

Etwas mehr als Halfar ärgerte sich Bielefelds Trainer Thomas Gerstner, der als Junior mit dem FCK Deutscher Meister wurde.

"Wir haben dummerweise in der ersten Hälfte kein Tor gemacht, das hat sich dummerweise während des ganzen Spiels fortgesetzt. Dann hat eine Mannschaft ein Tor gemacht - und das war dummerweise nicht Arminia Bieleleld", meinte der Coach mit einem Schuss Ironie:

"Wir wollten Erster werden und sind jetzt Dritter. Lautern hat sich abgesetzt - das ist nicht gerade hervorragend."

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