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Enrico Kern zog sich vor dem Spiel gegen Braunschweig eine Lebensmittelvergiftung zu © getty

Die Lebensmittelvergiftung von sechs Rostocker Spielern im April 2007 ruft nun offenbar die Staatsanwaltschaft auf den Plan.

Rostock - Die vermeintliche Spaghetti-Vergiftung der Spieler des FC Hansa Rostock hat nun offenbar auch die im Wettskandal ermittelnde Bochumer Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen.

Oberstaatsanwalt Gerrit Gabriel wollte sich zwar nicht zum Umfang der Ermittlungen äußern, sagte aber:

"Tatsache ist, dass wir von Amts wegen Ermittlungen aufnehmen werden, wenn es neue Erkenntnisse gibt."

Die scheinen im Zusammenhang mit dem größten Betrugsskandal in der Geschichte des europäischen Fußballs vorzuliegen.

Sechs Spieler mit Lebensmittelvergiftung

Vor dem Spiel des damaligen Zweitliga-Tabellenzweiten gegen Schlusslicht Eintracht Braunschweig am 13. April 2007 (1:1) hatten sechs Hansa-Profis nach Angaben der "Ostsee-Zeitung" im Anschluss an den Verzehr von Nudeln im Hotel "Courtyard Marriott" eine Lebensmittelvergiftung.

Betroffen waren Kim Madsen, Gledson, Enrico Kern, Regis Dorn, Djordjije Cetkovic und Marc Stein.

"Konnte kaum noch laufen

Stein, der mittlerweile bei Hertha BSC Berlin unter Vertrag steht, erklärte:

"Das waren ganz komische Nudeln. Nach einer halben Stunde bekam ich Bauchschmerzen und konnte kaum noch laufen."

Stein konnte gegen Braunschweig nur eine Halbzeit spielen. Cetkovic wollte ebenfalls ausgewechselt werden, hielt aber durch, bevor ihn Pagelsdorf erlöste.

"Kern und Dorn hätte ich runternehmen müssen, aber es ging nicht mehr", sagte Pagelsdorf.

Hoteldirektor vertraut seinen Köchen

In der vergangenen Woche hatte bereits Burkhard Benecken, Anwalt des vermeintlichen Wettpaten Deniz C., im Zuge des Wettskandals über die "russischen Methoden" der Wettmafia berichtet.

"Es sollen Chefköche von Luxushotels angesprochen worden sein, damit sie Giftstoffe in das Essen von Spielern mischen. Die Verdächtigen sollen sehr konspirativ gearbeitet haben. Ungewöhnlich gewalttätig", hatte Benecken erklärt.

Der damalige Hoteldirektor Joachim Pöpping kann sich nicht vorstellen, dass einer seiner Köche die Spaghetti der Hansa-Profis vergiftet hat:

"Köche verdienen gut. Für die paar Kröten, die in solch einem Fall angeboten werden, macht das keiner."

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