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Holger Stanislawski absolvierte von 1993 bis 2004 260 Spiele für den FC St. Pauli © imago

Sport1.de forscht bei Spielern und Offiziellen des FC St. Pauli nach den Gründen für den Aufschwung der Kicker vom Millerntor.

Von Jürgen Blöhs

Hamburg - "Unser Spiel hat eine ganz neue Qualität", analysierte Jan Philipp Kalla nach dem 3:0 des FC St. Pauli gegen Union Berlin.

"Natürlich wollen wir immer offensiv spielen, aber keinen kopflosen 'Hurra-Fußball', so der Linksverteidiger der seine starke Leistung bei seinem ersten Einsatz der Saison von Beginn in der 14. Minute mit dem vorentscheidenden 2:0 krönte.

"Wir wussten, dass Union sehr offensiv beginnen würde", so Charles Takyi. Da brachte es natürlich Ruhe ins Spiel, als Marius Ebbers den ersten Angriff der Braun-Weißen in der 9. Minute mit seinem 9. Saisontreffer zum 1:0 abschloss.

"Wir sind immer für ein Tor gut", beschreibt der Top-Scorer der Liga eine weitere Qualität der Kiez-Kicker.

Die Null muss stehen

Grund genug für Sport1.de, bei Profis und Offiziellen des Klubs mit dem Totenkopf als eingetragenem Warenzeichen nach weiteren Qualitäten des Tabellen-Zweiten zu forschen.

Die Abwehr ist für Helmut Schulte das Gütesiegel des Teams: "Ich bin ein Anhänger des 'Die Null muss stehen'", so der Sportdirektor. "Die Vorgabe lautet, pro Spiel ein Gegentor. Wir haben jetzt in 14 Spielen 15 Treffer kassiert, sind also nah dran."

"Wir haben eine super Mannschaft"

Für Florian Bruns ist die der Team-Spirit Grund für den Höhenflug der Hamburger. "Wir haben eine super Mannschaft. In jedem Spiel mussten wir bisher umstellen, aber selbst wenn Leistungsträger wie Takyi oder Mathias Lehmann mal ein, zwei Spiele ausfallen, können wir das kompensieren."

Für Keeper Matthias Hain machen die Zuschauer den entscheidenden Unterschied aus: "Die Stimmung am Millerntor ist Wahnsinn, und es ist auch eine Verpflichtung, für die vielen Fans, die uns zu den Auswärtsspielen begleiten, alles zu geben."

Auch auswärts immer für Punkte gut

Carsten Rothenbach weist auf die stark verbesserten Auftritte auf fremden Plätzen hin: "Da haben wir uns gegenüber der Vor-Saison enorm verbessert. Wir treten auch auswärts selbsbewusst auf."

Das wollen die am kommenden Spieltag bei der abstiegsbedrohten TuS Koblenz erneut unter Beweis stellen.

Stanislawski sieht Kritikpunkte

Holger Stanislawski Hatte konnte trotz einer starken ersten Hälfte in dem Spiel keinen Qualitätnachweis entdecken: "Wir sind, gerade in der zweiten Hälfte, viel zu tief gestanden und waren zu weit von den Gegnern entfernt. Gut, dass die Berliner das nicht in Tore ummünzen konnten. Und vorn haben wir zu viele Chancen ausgelassen. Auch darüber wird zu reden sein."

Wenn überhaupt von Qualität zu reden ist, dann über die Leistung in der gesamten Saison: "Ich habe den Spielern vor dem Spiel gesagt, dass wir bei einem Sieg nach 14 Spieltagen schon mehr Punkte haben, als zu Ende der Vorrunde im vergangenen Jahr. Da haben wir uns qualitativ klar weiterentwickelt. Im Winter 2008 hatten wir 27 Punkte und 28:30 Tore."

"Das war nicht unser bestes Spiel"

Damit war der FC St. Pauli Siebter. In der aktuellen Spielzeit steht der Klub nach 14 Spielen mit 29 Punkten und 33:15 Toren auf Rang zwei - und träumt vom Aufstieg zum 100-jährigen Jubiläum.

Zu keinem Lob mochte sich Fabio Morena: "Das war nicht unsere beste erste Halbzeit, und schon gar nicht unser bestes Saisonspiel. Wir haben schon sehr viel bessere Spiele gezeigt", wehrt der Kapitän jegliches Lob ab. "Wir haben den Berlinern viel zu viel Raum und Torchancen gelassen. Gut, dass sie die nicht genutzt haben."

Selbstkritik nach scheinbar überzeugenden Siegen - ein weiteres Qualitätsmerkmal des FC St. Pauli 2009/10.

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