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Marinko Miletic sorgte mit einem Eigentor für das 1:0 der Münchner "Löwen" © imago

Vor dem 1:0 von 1860 München bei Rot-Weiß Oberhausen schlägt das Wett-Frühwarnsystem an. Der DFB will das Spiel untersuchen.

Oberhausen - Der wichtige Schritt von 1860 München aus dem Tabellenkeller der Zweiten Liga ist von Gerüchten über eine mögliche Wettmanipulation überschattet worden.

Die "Löwen" siegten bei Rot-Weiß Oberhausen 1:0 (0:0), jedoch berichtete die ARD-Sportschau von verdächtigen Wettbewegungen.

Entschieden wurde das Spiel ausgerechnet durch ein Eigentor von Abwehrspieler Marinko Miletic, der in der 63. Minute einen Freistoß von Alexander Ludwig ins eigene Tor verlängerte.

"Der vierte Schiedsrichter kam vor dem Spiel in unsere Kabine und erwähnte, dass das Spiel unter Manipulationsverdacht stehe", sagte Oberhausens Pressesprecher Daniel Mucha und bestätigte damit die ARD-Meldung, wonach die Partie unter Manipulationsverdacht stehe. Auch der DFB bestätigte am Abend den Vorgang.

Untersuchung am Montag

DFB-Vize Rainer Koch klärte in der Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Rundfunks zu den Hintergründen auf:

"Was heute festzustellen war, waren kurz vor dem Spiel außergewöhnliche Ausschläge auf dem internationalen Wettmarkt, bezogen auf die Spieleinsätze. Das war so außergewöhnlich, dass wir uns verlasst gesehen haben, unseren Schiedsrichterbeobachter Hellmut Krug vor Ort zu anzurufen und ihn zu bitten, in beide Mannschaftskabinen und in die Schiedsrichterkabine zu gehen, und darüber zu informieren, dass wir diese Auffälligkeiten haben."

Man werde sich nun "am Montag alles ganz genau anschauen, den Wettmarkt, und natürlich auch nochmal das Spiel selbst. Daraus werden wir dann unsere Schlussfolgerungen ziehen!", so Koch weiter.

Frühwarnsystem schlägt an

1860-Pressesprecher Robert Hettich sagte: "20 Minuten vor dem Spiel hat uns der frühere Bundesliga-Schiedrichter Hellmut Krug darüber informiert, dass das Frühwarnsystem Betradar auffällige Werte gemeldet habe und deshalb das Spiel unter besonderer Beobachtung stehe."

Hettich berichtete weiter, dass FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer auf der Tribüne als Beobachter eingesetzt worden war und die Leistung von Referee Christian Fischer aus Hemer genau unter die Lupe genommen habe.

"Da waren keine Auffälligkeiten zu beobachten, das war einfach Pech", kommentierte Hettich die entscheidende Szene. Auch ansonsten wäre es ein "ganz normales Spiel mit Chancen auf beiden Seiten" gewesen.

Pirson verhindert höhere Niederlage

Vor 6500 Zuschauern im Niederrheinstadion hätten die Gäste schon vor dem Seitenwechsel eine Entscheidung herbeiführen können. Doch RWO-Torhüter Sören Pirson vereitelte in der 16. Minute gegen Sascha Rösler und in der 44. Minute gegen den Griechen Charilaos Pappas zwei gute Torgelegenheiten der Mannschaft von Trainer Ewald Lienen.

Daniel Embers und Moritz Stoppelkamp waren die stärksten Akteure im Team von Coach Jürgen Luginger.

Bei den Münchnern, die ohne den an der Leiste verletzten Daniel Bierofka antreten mussten, verdienten sich Stefan Aigner und Pappas die Bestnoten.

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