vergrößernverkleinern
Kapitän Cristian Fiel (l.) ist für Aachen wieder mit von der Partie © imago

Das Spiel zwischen Fürth und Aachen ist überraschend das Treffen der Enttäuschten. Die Alemannia kämpft gegen zwei Statistiken.

Von Matthias Becker

München - Fürth gegen Aachen.

Zu Saisonbeginn wäre diese Begegnung (Mo., ab 20 Uhr LIVE) mit Sicherheit als Spiel zweier Aufstiegskandidaten angekündigt worden.

Am 15. Spieltag sieht die Realität aber ganz anders aus.

Beim Tabellen-15. aus Aachen freut man sich allenfalls über das nagelneue Stadion. In Fürth (aktuell 12.) wären sie mit dem sonst so verteufelten fünften Platz momentan hochzufrieden.

"Unser Anspruch ist eine gute Leistung"

Es ist das Duell zweier angeschlagener Boxer. Dem Verlierer droht eine äußerst ungemütliche Winterpause.

"Von der Spielweise und den von den Punkten her sind wir zuletzt nicht gut drauf gewesen", sagt deshalb auch Fürths Trainer Benno Möhlmann und fordert:

"Unser Anspruch ist eine gute Leistung. Und die Spieler müssen wieder Vertrauen in die Mannschaft haben."

Aachen in Fürth noch sieglos

Gerade der Gedanke an einen Auftritt vor eigenem Publikum dürfte bei den Spielern der zuletzt dreimal geschlagenen SpVgg aber nicht für übergroßes Selbstvertrauen sorgen. Dreimal in Folge haben die Franken zuhause verloren.

Coach Möhlmann hat aber zumindest die Historie auf seiner Seite: In elf Versuchen hat Aachen noch nie in Fürth gewonnen. Zudem können die Gastgeber - abgesehen von den Langzeitverletzten - personell aus dem Vollen schöpfen.

"Der Gegner ist nicht besser als wir, steht in der Tabelle sogar schlechter da", macht sich Möhlmann Mut.

Bornemann musste gehen

Und Aachen steht nicht nur in der Tabelle schlechter da als die Fürther. Die Stimmung im Umfeld der Mannschaft ist nach der peinlichen 0:2-Pleite gegen das bis dahin sieglose Tabellen-Schlusslicht Rot Weiss Ahlen auf dem Tiefpunkt.

Sportdirektor Andreas Bornemann musste in dieser Woche seinen Hut nehmen. Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer ist auf der Suche nach einem Nachfolger.

Die Mannschaft hielt in der Woche eine Krisensitzung mit Geschäftsführer, Aufsichtsratschef und Präsident ab.

"Nur noch Montagabend zählt"

"Der Kapitän hat schon richtig gesagt, dass jetzt nur noch Montagabend zählt", berichtet Trainer Michael Krüger, will aber sehen, dass den Worten Taten folgen:

"Er aber auch alle, die den Anspruch haben, Führungsspieler zu sein, sind jetzt gefragt voranzugehen."

Der Fluch der ewigen Tabelle

Gelingt das, könnte die Alemannia auch ihren Mini-Fluch besiegen.

Seit zwei Spieltagen haben die Aachener die Chance, mit einem Sieg die Führung in der ewigen Zweitliga-Tabelle von Fortuna Köln zu übernehmen. Seit dies möglich ist, verlieren die Westdeutschen.

Kapitän Cristian Fiel kehrt nach Gelbsperre ins Team zurückkehrt, Kevin Kratz ist wieder fit. Dafür fehlt Herve Oussale, der wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist.

"Es geht nicht um Schönspielerei"

Die Aufgabenstellung für die zweitschlechteste Offensiv-Mannschaft der Liga gibt Coach Krüger klar vor:

"Es geht nicht um Schönspielerei, sondern um unbedingten Siegeswillen, Laufbereitschaft und unbändigen Siegeswillen."

Das klingt fast schon nach den Worten eines Box-Trainers.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel