vergrößernverkleinern
Benjamin Auer musste in Fürth einiges einstecken bevor er seine Torflaute beendete © getty

Die Alemannia weist nach dem Erfolg bei der SpVgg Greuther Fürth ein beruhigendes Polster auf die Abstiegsplätze auf.

Fürth - Am Montag um 22.04 Uhr war Alemannia Aachen mal wieder Spitzenreiter. Die Schwarz-Gelben übernahmen mit dem 2:0 (1:0) bei der SpVgg Greuther Fürth Platz eins in der "ewigen Tabelle" der 2. Fußball-Bundesliga.

Ein nettes Zahlenspiel, wofür sich die Alemannia freilich nichts kaufen kann.

Vielmehr dokumentiert es das derzeitige Schicksal der ambitionierten Aachener, spielen sie nun schon ihre 26. Saison im ungeliebten Fußball-Unterhaus.

Dass es im nächsten Jahr eine 27. Spielzeit in Liga zwei geben wird, ist durch den Erfolg wieder wahrscheinlicher geworden.

Aachen im Niemandsland

Mit 19 Punkten hat die Alemannia ihren Platz im grauen Niemandsland der Tabelle zementiert.

Dabei war der Klub nach dem Umzug ins neue Tivoli-Stadion mit so großen Ambitionen in die Saison gestartet, inzwischen mussten aber Trainer Jürgen Seeberger und Sportdirektor Andreas Bornemann nacheinander ihre Posten räumen.

Suche nach neuem Manager

So war das Spiel im Frankenland auch schnell abgehakt, die Suche nach einem neuen Sportdirektor ist das zentrale Thema in der früheren Kaiserstadt.

Marketing-Mitarbeiter Erik Meijer und Frithof Krämer wurden vom Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Linden beauftragt, einen neuen Manager zu finden.

Ein Sportdirektor, der sich auf dem Markt Niederlande-Belgien bestens zurechtfinde, der das Jugendleistungszentrum voranbringe und womöglich auch den Verein aus seiner aktiven Zeit kenne, werde laut Meijer gesucht.

Meijer gibt sich zurückhaltend

Ein Profil, dass eigentlich genau auf Meijer selbst passt. Doch der frühere Publikumsliebling gibt sich zurückhaltend.

"Ich habe Herrn Linden gesagt, dass ich solche Entscheidungen nicht nachts um 1 Uhr in Thailand treffen kann. Meine Entscheidungen treffe ich nicht aus dem Bauch heraus, sondern bespreche sie auch mit meiner Frau", sagte Meijer der "Aachener Zeitung".

Viele Möglichkeiten

So werden rund um den Tivoli andere Namen gehandelt.

Von Oliver Kreuzer ist zu hören, von U23-Trainer Eric van der Luer, sollte angesichts der finanziellen Engpässe die billigere Lösung bevorzugt werden, oder auch von Dieter Hecking. Der Coach hatte die Alemannia 2006 in die Bundesliga geführt, bevor er schließlich nach Hannover abwanderte.

Hecking wäre auch ein Kandidat, um den Posten des Trainers und des Sportchefs in Personalunion zu besetzen.

Krüger wieder fester im Sattel

Zumindest dieses Gedankenspiel ist nach dem Erfolg in Fürth in den Hintergrund gerückt. Trainer Michael Krüger, der in seiner Amtszeit bislang wenig bewegen konnte (elf Punkte in neun Spielen), sitzt nun wieder etwas sicherer auf der Trainerbank - und denkt bereits an die Rückrunde.

"Der Sieg in Fürth war wichtig, um beruhigt in die Rückrunde starten zu können", sagte der 55-Jährige.

Von einer Wende wollte er freilich nicht sprechen: "Die gab es vor 20 Jahren mit dem Mauerfall."

Auer trifft wieder

Eine kleine Erlösung gab es immerhin für Stürmer Benjamin Auer.

Nach 647 Minuten ohne Treffer erzielte der Top-Stürmer der vergangenen Spielzeit (16 Tore) in Fürth seinen sechsten Saisontreffer (72.).

Die Aachener Führung hatte vor 4750 Zuschauer Patrick Milchraum besorgt (10.).

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel