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Als Fußballer war Uwe Rapolder in Belgien, Deutschland und der Schweiz aktiv © getty

Der Trainer fühlte sich in Koblenz gemobbt, kommt seinem Ex-Klub aber bei der Abfindung entgegen. Ein neuer Coach wird noch gesucht.

Koblenz - Nach der Beurlaubung von Trainer Uwe Rapolder beim abstiegsbedrohten Zweitligisten TuS Koblenz hat Geschäftsführer Wolfgang Loos die Begleitumstände der Trennung kritisiert und Teile des Klubs in die Pflicht genommen.

"Es geht nicht, dass von dem ein und anderen aus dem Verein bewusst Dinge gestreut werden, die den Trainer schwächen. Das hat mir nicht gepasst, das darf es nicht mehr geben. Darüber muss jetzt offen geredet werden", sagte Loos und forderte vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend: "Es muss künftig mit einer Zunge gesprochen werden." (DATENCENTER: Zweite Liga)

Seit der Entlassung von Rapolder am Sonntagabend, der schon seit Wochen eine "vergiftete Atmosphäre" beklagt hatte, befindet sich Loos in Gesprächen mit einigen aussichtsreichen Trainerkandidaten.

Der neue Coach soll den derzeitigen Tabellen-16. in der Rückrunde vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit bewahren. Die Tendenz der Koblenzer zeigte mit fünf Niederlagen in den vergangenen sechs Spielen aber deutlich nach unten.

Vertragsauflösung zum Jahresende

Große Versprechungen kann Loos dem neuen Mann auf der Bank allerdings nicht machen: "Aufgrund der wirtschaftlichen Situation können wir in Sachen neue Spieler in der Winterpause nichts machen. Aber ich glaube auch, dass die derzeitige Mannschaft das Zeug hat, besser zu spielen als zuletzt."

Die Weichen für den Klassenerhalt sollen bereits am Freitag im Kellerduell gegen den noch um zwei Punkte schlechterten Tabellen-Vorletzten FSV Frankfurt gestellt werden. Loos: "Das ist ein ganz wichtiges Spiel für uns."

Das Engagement von Co-Trainer Uwe Koschinat als Chefcoach wird sich indes definitiv auf die abschließende Vorrundenpartie am Freitag gegen die Hessen beschränken. Koschinat ist noch nicht im Besitz einer Fußballlehrer-Lizenz und wird seinen "Schein" erst im Sommer machen.

"Wir berücksichtigen, was er für Koblenz geleistet hat"

Der Aufsichtsratsvorsitzende Walterpeter Twer hatte sich am Sonntagabend, zwei Tage nach der 0:3-Niederlage im Pfalz-Derby bei Herbstmeister 1. FC Kaiserslautern, mit Rapolder auf eine Vertragsauflösung zum 31. Dezember 2009 geeinigt.

Die Abfindung liegt dabei deutlich unter der ursprünglich vertraglich vereinbarten Summe von 1 Million Euro.

"Uwe Rapolder ist dem Verein entgegengekommen. Das Geld haben wir", sagte Twer und erklärte, dass die Summe in monatlichen Raten gezahlt werde: "Wir hatten 14 Tage lang diskutiert und haben auch berücksichtigt, was Uwe Rapolder für Koblenz geleistet hat."

Zweimal hatte der 51-Jährige den Klub vom Deutschen Eck trotz Punktabzügen wegen nicht erfüllter Lizenzierungsauflagen vor dem Abstieg bewahrt.

Rapolder gemobbt?

Die Trennung hatte sich zuletzt angedeutet: Rapolder hatte sich seit einiger Zeit von Vorstandsmitgliedern gemobbt gefühlt.

"Wenn der Erfolg nicht da ist, dann ist der Trainer schuld. Aber das wurde bei uns aus einer bestimmten Ecke gestreut", meinte Rapolder, dem aus Kreisen der Mannschaft ein zu rüder Ton vorgeworfen wurde.

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