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Die starke Rivalität zwischen den beiden Ost-Clubs besteht erst seit 2000 © getty

Das Ost-Duell erfüllt die Erwartungen keineswegs. Eine Verabschiedung sorgt für Aufregung. Zufrieden ist am Ende nur die Polizei.

Cottbus - Ein hitziges Ostderby war erwartet worden, doch bei dem für beide Seiten ernüchternden 0:0 zwischen Energie Cottbus und Hansa Rostock sorgte lediglich die missglückte Verabschiedung von Timo Rost für Aufregung.

Der frühere Kapitän wollte einige Abschiedsworte sprechen, doch das Mikrofon wurde ihm in der Halbzeitpause verweigert. Erst ein gellendes Pfeifkonzert und die Intervention von Geschäftsführer Frank Duschka verhinderten einen vollständigen Eklat. (DATENCENTER: 16. Spieltag)

Die 90 Minuten Spielzeit hatten die Anhänger beider Seiten dagegen nicht zu solchen emotionalen Ausbrüchen veranlasst.

Zwar erarbeitete sich vor allem Cottbus in der ersten Halbzeit gute Chancen, doch insbesondere Energie-Stürmer Emil Jula vergab mehmals den erhofften Befreiungssschlag für den Tabellenelften.

Cottbus hadert mit verpassten Möglichkeiten

"Es tut mir so leid. Aber so ist Fußball eben", sagte der sichtlich enttäuschte Rumäne: "Ich hoffe, ich kann das wieder gutmachen." Auch Trainer Claus-Dieter Wollitz haderte mit den verpassten Möglichkeiten:

"Wir haben uns mehrere hundertprozentige Torchancen erarbeitet. Eine davon müssen wir nutzen", sagte Wollitz und fügte in Richtung Jula hinzu: "Ihm wünsche ich mehr Selbstvertrauen."

Sechs Punkte wollten die Cottbusser aus ihren letzten beiden Begegnungen gegen Rostock und Rot Weiss Ahlen holen - vier können es jetzt höchstens noch werden.

Seit Wochen warten die Lausitzer auf eine Initialzündung und eine Verkürzung des Rückstandes auf die Spitzenpositionen.

Umbau der mannschaft erfordert Zeit

Doch der Umbau der Mannschaft durch den neuen Trainer fordert noch seinen Tribut. Zu unkonstant trat die Cottbusser Elf in den vergangenen Spielen auf, um sich in der Tabelle weiter nach oben zu schieben:

Lediglich zwei Siege aus den letzten neun Begegnungen stehen für Wollitz und seine Mannschaft zu Buche.

Und auch gegen Rostock wären die Gastgeber für ihre fahrlässige Chancenauswertung fast noch bestraft worden:

Torwart Gerhard Tremmel lenkte allerdings einen Schuss von Marcel Schied an den Pfosten (84.). So bleiben aber auch die Rostocker als 15. im Niemandsland der Tabelle.

Rostock kann mit Punkt leben

"Mit dem einen Punkt können wir absolut leben. Der Siegtreffer wäre dann wohl doch zu viel des Guten gewesen", sagte Hansa-Trainer Andreas Zachhuber.

Dass die Rostocker trotz ihres 15. Ranges noch relativ unbeschwert auf die Tabelle schauen können, liegt hauptsächlich an den noch schwächeren Auftritten der Abstiegskonkurrenten. Mit 19 Punkten hat der letzte DDR-Meister bereits sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Restlos zufrieden zeigte sich lediglich die Cottbuser Polizei. "Wir ziehen ein rundweg positives Fazit", sagte Pressesprecher Berndt Fleischer: "Vor, um und nach dem Spiel gab es keine Ausschreitungen."

Lediglich zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten Gäste-Anhänger einige bengalische Feuer gezündet.

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