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Jürgen Seeberger übernahm im Januar 2008 die Alemannia aus Aachen © imago

Mit dem Sieg gegen Freiburg haben der Trainer und der Sportdirektor gerade noch so ihren Kopf aus der Schlinge gezogen.

Von Jessica Pulter und Bita Mohammadi

Aachen - Die Zeichen standen bei Alemannia Aachen bereits auf Sturm.

Kein Auswärtssieg in der laufenden Saison, dazu das Pokal-Aus beim SV Wehen Wiesbaden. Dann am Sonntag eine nach Medienberichten kurzfristig einberufene Aufsichtsratssitzung.

Bei einer Niederlage gegen den SC Freiburg am vergangenen Spieltag hätten wohl Trainer Jürgen Seeberger und Sportdirektor Jörg Schmadtke ihren Hut nehmen müssen.

Doch Aachen gewann die Partie mit 1:0 und die Verantwortlichen blieben im Amt - zumindest vorerst.

Kader umgekrempelt

Die Kritik an Seeberger kochte in der letzten Woche besonders hoch. Der Trainer hatte das Team im Sommer das Team fast völlig umgekrempelt, zehn neue Spieler wurden verpflichtet und langjährige Akteure wie Alexander Klitzpera und Laurentiu Reghecampf haben den Klub verlassen.

Die Mannschaft hat das Potenzial, um den Aufstieg ein Wörtchen mitzusprechen. Doch der erhoffte durchschlagende Erfolg blieb bislang aus.

Als Sündenbock wurde schnell der Trainer ausgemacht.

Seeberger bleibt gelassen

"Mich berührt die Kritik nicht", gab sich Seeberger nach dem Freiburg-Spiel dann aber gelassen.

"Als Trainer lebt man immer mehr mit Kritik als mit Lob. Das liegt in der Natur der Sache."

Schmadtke auch betroffen

Neben Seeberger hätte sich auch Sportdirektor Schmadtke wohl Sorgen um seine Zukunft machen müssen.

Denn er hatte Seeberger in der Winterpause nach Aachen geholt. Ein Scheitern des Trainers wäre auch an Schmadtke nicht glimpflich vorbeigegangen.

Zuspruch von Dutt

Dabei ist die Alemannia gar nicht so schlecht in die Saison gestartet. Zwar steht der Verein noch ohne Auswärtssieg da, allerdings wurden alle drei Heimspiele gewonnen.

"Aachen liegt nur drei Punkte hinter uns - und hier wird über den Trainer diskutiert?", stellte sich Freiburgs Coach Robin Dutt auf die Seite seinen Kollegen.

"Und wir wurden in letzter Zeit hochgejubelt. Aachen wird dieses Jahr eine gute Rolle spielen und hat ein klasse Team und Trainer."

Ein enttäuschter Daun

Doch im Team der Aachener herrscht nicht nur Eintracht. Die womögliche Gnadenfrist verdankt Seeberger ausgerechnet Markus Daun, der in der 83. Minute gegen den SC einschenkte.

Der Stürmer, der bislang fast ausschließlich von der Ersatzbank aus zum Einsatz kam, war mit der Ersatzrolle überhaupt nicht einverstanden.

"Klar war ich in den letzten Wochen sauer und enttäuscht und hätte am liebsten den Trainer abgegrätscht", erklärte Daun nach seinem Siegtor am Sonntag.

"Noch ein schlechtes Spiel"

Bei der Alemannia herrscht nach dem Sieg zumindest vorerst wieder Ruhe, doch bereits am kommenden Wochenende muss die Mannschaft bei St. Pauli wieder auswärts ran.

Ich würde alles darauf wetten, dass wir bestimmt noch ein schlechtes Spiel haben. Das ist völlig normal", befürchtet allerdings Daun.

"Aber ich hoffe, dass wir jetzt Schwung mitnehmen für die nächsten Wochen und auch zeigen, dass wir Fußball spielen können. Gegen Freiburg haben wir den Anfang gemacht."

Schafft Freiburg den Aufstieg? Hier mitdiskutieren!

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