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Petrik Sander führte Energie Cottbus 2006 zum Bundesliga-Aufstieg © getty

Der ehemalige Cottbus-Coach wird mit der heiklen Mission Klassenerhalt am Deutschen Eck betraut. Neues Personal bekommt er nicht.

Koblenz - Abstiegskampf-Experte Petrik Sander soll die TuS Koblenz vor dem Absturz in die Dritte Liga bewahren.

Der 49 Jahre alte Trainer tritt beim Tabellen-Vorletzten der Zweiten Liga mit sofortiger Wirkung die Nachfolge des Mitte Dezember entlassenen Uwe Rapolder an.

Sander, ehemaliger Coach von Energie Cottbus, unterschrieb in Koblenz einen Vertrag bis zum Saisonende.

Zuletzt arbeitete Sander bis zum Mai beim damaligen Drittligisten VfR Aalen. Er wird am Dienstag um 12 Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt. Anschließend wird er zum ersten Mal das Training der Koblenzer leiten.

"Es wird keine einfache Aufgabe"

"Er hat gewisse Erfahrungen im Abstiegskampf und er hat in aller Sachlichkeit unseren Kader analysiert", sagte der Koblenzer Geschäftsführer Wolfgang Loos. Sander soll die TuS trotz der sieben Punkte Rückstand auf den 15. Platz in der Liga halten. (DATENCENTER: Zweite Liga)

"Es wird keine einfache Aufgabe, zumal uns die Niederlage zuletzt gegen den FSV Frankfurt zurückgeworfen hat. Er muss mit einem Kader arbeiten, den er nicht zusammengstellt hat", sagte Loos.

Kein neues Personal

Große Versprechungen kann der Geschäftsführer dem neuen Mann auf der Bank allerdings nicht machen. "Aufgrund der wirtschaftlichen Situation können wir in Sachen neue Spieler in der Winterpause nichts machen. Aber ich glaube auch, dass die derzeitige Mannschaft das Zeug hat, besser zu spielen als zuletzt", sagte Loos.

Als Co-Trainer wird Sander Uwe Koschinat zur Seite gestellt. Koschinat hatte die Mannschaft beim 0:1 am 17. Spieltag gegen Frankfurt betreut.

Bundesliga-Aufstieg mit Cottbus

Sander begann seine Trainerlaufbahn bei den Cottbuser Amateuren, bevor er 1997 Co-Trainer bei den Profis wurde.

Im November 2004 übernahm der gebürtige Quedlinburger das Amt des Energie-Cheftrainers und wurde Nachfolger von Eduard Geyer. Unter Sander wurde der Abstieg in die Regionalliga verhindert.

Im Mai 2006 schaffte Sander mit Cottbus den Wiederaufstieg in die Bundesliga. In der darauffolgenden Saison machten die Lausitzer den Klassenerhalt bereits drei Spieltage vor dem Saisonende perfekt.

Entlassung und Rücktritt

Dieser Erfolg verhinderte vier Monate später jedoch nicht die Entlassung des Trainers. Sander musste am 23. September 2007 seinen Posten beim damaligen Tabellenschlusslicht räumen.

Im November 2008 übernahm er den Cheftrainer-Posten in Aalen. Er trat dort die Nachfolge des aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Jürgen Kohler an. Allerdings blieb der Erfolg beim VfR aus.

Vier Spieltage vor Saisonende stand Aalen auf einem Abstiegsplatz, Sander trat deshalb zurück.

Opfer von Knallkörper-Attacke

Traurige Berühmtheit erlangte Sander im April 2005. Damals explodierte beim Spiel zwischen Erzgebirge Aue und Cottbus in der 86. Minute nebem dem Coach ein Feuerwerkskörper, der von einem Cottbuser Fan gezündet worden war.

Sander leidet seitdem unter einem Hörschaden im rechten Ohr.

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