vergrößernverkleinern
Sprachlose Aufstiegsfavoriten: Die Spieler des 1. FC Nürnberg nach der Pleite gegen Duisburg © imago

Nach der Heimpleite gegen den MSV Duisburg herrscht beim 1. FC Nürnberg Krisenstimmung. Von den hohen Zielen spricht keiner mehr.

Nürnberg - Abstiegskampf statt Aufstiegsträume: Der 1. FC Nürnberg steckt in der Zweiten Liga nach der 0:1 (0:1)-Niederlage gegen den MSV Duisburg in der Krise.

Magere fünf Punkte stehen für die Franken nach sechs Spielen zu Buche. Wahlweise "bedenklich", "erschreckend", oder gar "beschissen" sei die Situation, hieß es beim Club.

"An den Aufstieg brauchen wir momentan nicht zu denken", folgerte Trainer Michael Oenning nach dem "planlosen" Spiel seiner Mannschaft.

Bader stärkt Oenning den Rücken

Oenning muss sich auf ein rauheres Klima einstellen. Der Coach, der nach dem ersten Spieltag Thomas von Heesen als Chef in Nürnberg beerbt hatte, ist seither sieglos.

"Man kann es sich leicht machen und sagen: Okay, wechseln wir wieder den Trainer", griff der frühere Co-Trainer jeglicher Kritik vor. Er selbst sei nicht der Grund der verfahrenen Situation, sagte er.

Sportdirektor Martin Bader stärkte Oenning am Dienstag den Rücken. "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es mit dem Trainer und Co-Trainer Peter Hermann passt", sagte er. "Wir müssen uns in der Winterpause in die Augen schauen", ergänzte Bader, dann werde man sich wieder über Ziele unterhalten.

"Es ist brutal, wie tief wir gefallen sind"

Dennoch: Die Krise ist Realität. Nach dem Aus im DFB-Pokal in der zweiten Runde gegen Bayern München und Tabellenplatz 14 nach der ersten Heimniederlage ist den Franken das Selbstbewusstsein abhanden gekommen.

"Es ist brutal, wie tief wir gefallen sind. Wir wollen nicht mehr von irgendwelchen hohen Zielen reden", sagte Bader: "Es ist erschreckend, wie wenig sich die Mannschaft zutraut. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in negatives Fahrwasser geraten und da unten ganz schnell rauskommen."

Nürnberg extrem unsicher

Vor 26.444 Zuschauer spielten die Franken über weite Strecken extrem unsicher. "Wir sind im Moment nicht in der Lage, unser Spiel durchzubringen", sagte Oenning.

Beim Gegentor habe sich jeder auf den anderen verlassen, analysierte der Club-Trainer den Duisburger Treffer durch Cedrick Makiadi (23.).

Charisteas und Schäfer klagen

Dass der FCN bis auf zwei Weitschüsse durch Marek Mintal und Daniel Gygax wenig Gefahr ausstrahlte, lag laut Angelos Charisteas vor allem an den "langen Bällen" mit denen die Nürnberger agierten.

"Jetzt heißt es hart arbeiten und einen neuen Weg finden", sagte der Stürmer. Der alte Weg scheint jedenfalls nicht der richtige zu sein.

Das bestätigte auch Raphael Schäfer. "In dieser Saison ist es bisher beschissen gelaufen", sagte der FCN-Torhüter und behielt den scharfen Ton auch gegenüber seinen Mitspielern bei: "Es geht einfach nicht, dass nicht alle hundert Prozent geben."

Duisburg nicht "attraktiv, aber effektiv"

Anders klangen die Duisburger nach ihrem ersten Auswärtssieg. "Attraktiv ist das sicher nicht, aber effektiv", sagte Ivica Grlic. Man wolle sich festsetzen im oberen Tabellenbereich, war der Tenor des MSV nach dem Dreier in Nürnberg.

"Wenn wir aufsteigen können, machen wir das. Aber wir haben auch einen Plan B, weil wir ein sehr junges Konzept haben", sagte der Duisburger Trainer Rudi Bommer mit Blick auf das Ziel Wiederaufstieg bis 2010.

"Das tut richtig gut", sagte der Torschütze Cedrick Makiadi und meinte wohl beides: Tore schießen - und möglichst bald aufsteigen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel