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Der FC St. Pauli stieg zuletzt vor neun Jahren in die Bundesliga auf © getty

Zwar dämpft Trainer Stanislawski die Euphorie, doch die gute Ausgangssituation und Neuzugang Sukuta-Pasu lassen die Fans hoffen.

Hamburg - Gefeiert wird auf jeden Fall. Am 15. Mai lässt es der FC St. Pauli zu seinem 100-jährigen Bestehen richtig krachen.

Eine knappe Woche vorher aber soll die Festwoche beim hanseatischen Traditionsverein mit dem Bundesliga-Aufstieg zünftig eingeleitet werden.

Doch während die Fans schon jetzt mit glänzenden Augen an den 34. und letzten Zweitliga-Spieltag am 9. Mai denken, lässt Trainer Holger Stanislawski dieses Datum völlig kalt.

"Mich interessiert jetzt nicht, wo wir im Mai stehen, ich beschäftige mich mit unserem ersten Auswärtsspiel am 16. Januar in Ahlen", sagt der Erfolgscoach, der mit seinem Team noch vor drei Jahren in der damals drittklassigen Regionalliga Nord nur auf einem Mittelfeldplatz stand.

Starke Konkurrenz im Nacken

Nun aber gehen die Hamburger von Tabellenplatz zwei aus in einer Rückserie, an deren Ende die Rückkehr in die Bundesliga stehen soll. Stanislawski: "Wir stehen zu Recht dort, aber es ist leichter, nach oben zu kommen als dort zu bleiben.

Die Mannschaften hinter uns drängen nach vorn. Deshalb müssen wir noch mehr tun als in der Hinrunde."

Leihgabe als Hoffnungsträger

Dabei kräftig mithelfen soll und will Richard Sukuta-Pasu. Die Leihgabe vom Bundesliga-Herbstmeister Bayer Leverkusen ist praktisch schon ein Vorgriff auf die mögliche neue Saison im Oberhaus.

Der Sohn eines Kongolesen und einer Französin ist aktueller U-19-Europameister und hat bereits 44-mal in diversen DFB-Nachwuchsmannschaften das Nationaltrikot getragen.

"Richard passt absolut in unser Anforderungsprofil. Er kann uns helfen und wird seine Einsatzzeiten bekommen", glaubt Stanislawski.

Auch der Stürmer, der unter Jupp Heynckes keine Spielpraxis bekam, ist von einer positiven sportlichen Zukunft am Millerntor überzeugt: "St. Paulis offensiver Fußball wird mir liegen."

Neue Tribüne steigert "Erlebnisfaktor"

Sollte der Aufstieg tatsächlich gelingen, stünde den Norddeutschen pünktlich zur neuen Saison auch eine erstklassige Spielstätte zur Verfügung. Denn nach der neuen Südtribüne wird im Verlauf der Rückserie auch eine neue Haupttribüne errichtet, die dem Kiez-Klub auch zusätzliche Einnahmen ermöglicht.

Präsident Corny Littmann hat dabei sogar die Klientel des großen Nachbarn aus dem Volkspark im Blick: "Die VIP-Preise im HSV-Stadion sind exorbitant hoch. Bei uns käme neben den geringeren Summen auch der Erlebnisfaktor hinzu."

Maximal drei Neue

Erleben soll die neue Kundschaft dann ein homogenes Team ohne große Fluktuation. "Maximal drei neue Spieler", kann sich der bis November 2011 gewählte Klub-Boss vorstellen, alte Fehler sollen nicht wiederholt werden.

Beim letzten Aufstieg 2001 kamen 14 neue Profis in die Hansestadt, die im Kampf um den Klassenerhalt letztlich chancenlos waren.

Trainer nicht nur in St. Pauli begehrt

Wie das Gros der Mannschaft möchte Littmann auch Coach Stanislawski am Millerntor halten, doch der engagierte Fußballlehrer ist bereits von anderen Vereinen vorgemerkt, zudem kann er für 250.000 Euro aus seinem Kontrakt bis 2012 vorzeitig aussteigen.

Littmann realistisch: "Über kurz oder lang wird unser Trainer ganz sicher in der Bundesliga arbeiten, die Frage ist nur: Mit oder ohne den FC St. Pauli."

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