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Jörg Berger und Benno Möhlmann trafen sich beim Abschiedsspiel von Ansgar Brinkmann © getty

Jörg Berger und Benno Möhlmann blicken auf die Zweitliga-Rückrunde voraus. Außerdem äußern sie sich zu ihrer Zukunftsplanung.

Von Olaf Mehlhose

München - Benno Möhlmann und Jörg Berger macht niemand mehr etwas vor. Die beiden Trainerfüchse kennen die Zweite Liga in- und auswendig.

Möhlmann hat bei Arminia Bielefeld, Eintracht Braunschweig und der SpVgg Greuther Fürth die geballte Erfahrung von über zehn Jahren im Unterhaus gesammelt.

Noch länger stand Berger in der Zweiten Liga an der Seitenlinie: bei Darmstadt 98, dem SSV Ulm, Hessen Kassel, dem SC Freiburg, dem Karlsruher SC, Alemannia Aachen und Hansa Rostock.

Die Rückrunde der Zweiten Liga verfolgen die beiden Trainer-Veteranen mit Argusaugen (DATENCENTER: Der 18. Spieltag).

Im Gespräch mit Sport1.de blicken die Experten auf ihre Auf- und Abstiegskandidaten - und sprechen auch über ihre persönliche Zukunft.

Kaiserslautern noch nicht durch

Für Möhlmann ist Tabellenführer Kaiserslautern mit neun Punkten Vorsprung auf einen Nicht-Relegationsplatz der erklärte Aufstiegsfavorit:

"Wenn sie gut in die Rückrunde kommen, wird es sehr schwer, die Lauterer noch einzuholen. Aber die Zweite Liga ist so ausgeglichen, dass auch Kaiserslautern mal zwei oder drei Spiele in Folge verlieren kann."

Berger dagegen glaubt nicht an eine Vorentscheidung: "Neun Punkte sind gerade mal drei gewonnene oder verlorenen Spiele, das kann schnell gehen. Es wird daran liegen, ob die Konkurrenten stark genug sind Druck auszuüben."

Gute Chancen für Bielefeld

Von 2000 bis 2004 war Möhlmann selbst mal als Trainer für Bielefeld zuständig. In der Rückrunde setzt er auf seinen Ex-Klub.

"Arminia Bielefeld hat natürlich den Vorteil, dass Verein und Mannschaft über ein gewachsenes Selbstbewusstsein verfügen. Bei der Qualität, die die Mannschaft hat, gehe ich davon aus, dass sie noch stabiler auftreten wird als in der Hinrunde", sagt Möhlmann.

Berger bei Aufsteigern skeptisch

Berger ist generell skeptisch, ob die beiden Aufsteiger aus Düsseldorf und Berlin die guten Leistungen der Hinrunde bestätigen können.

"Bei Union und der Fortuna bin ich auf die weitere Entwicklung gespannt. Am Anfang geht viel durch die Aufstiegs-Euphorie, aber am Ende setzen sich meistens die Mannschaften mit mehr Erfahrung durch."

Eigentlich habe er andere Teams vorne erwartet: Karlsruhe, Duisburg, Aachen und 1860 München. "Deren Leistung ist für mich das Enttäuschende", so Berger.

Möhlmann setzt auf Augsburg

Einen Geheimfavoriten auf den Aufstieg hat Benno Möhlmann. "Schon vor der Saison habe ich eigentlich den FC Augsburg oben gesehen. Ich bin davon überzeugt, dass die Augsburger noch in das Geschehen eingreifen können", sagt der ehemalige Kapitän von Werder Bremen.

Zumal sie mit Michael Thurk, der die Torjäger-Wertung derzeit mit 15 Treffern anführt, auch den angehenden Torschützenkönig in ihren Reihen haben:

"Da wird alles auf Thurk hinauslaufen. Wenn er sich nicht verletzt, dann gelingen ihm noch zehn Tore. Den holt keiner mehr ein."

Fürth landet im Mittelfeld

Seinem Ex-Klub Greuther Fürth, den er noch als Trainer in die Saison geführt hatte, sieht Möhlmann einen Platz im vorderen Mittelfeld:

"Auch wenn die letzten sechs Spiele sehr schlecht verlaufen sind, ist der Abstand nach unten zum Relegationsplat mit sechs Punkten genauso groß wie zu einem Mittelfeldplatz. Ich denke, dass ein einstelliger Tabellenplatz realistisch ist."

Schwere Aufgabe für Frankfurt und Koblenz

Den Mannschaften am Tabellenende räumt Möhlmann keine guten Chancen mehr ein:

"Frankfurt oder Koblenz könnte vielleicht noch eine Serie gelingen, aber das wird sehr schwer. Vielleicht sollten diese Klubs ihr Augenmerk zunächst auf den verbleibenden Relegationsplatz richten."

Jörg Berger ist über die Konstellation auf den hinteren Plätzen nicht erstaunt. "Wenn ich mir das Umfeld der Teams anschaue, dann überrascht es mich nicht, dass die da unten stehen."

Am ehesten traut er den Koblenzern den Verbleib in der Liga zu: "Petrik Sander wird dort allerdings andere Umstände vorfinden als bei Energie Cottbus. Es wird sich zeigen, wie er damit zu Recht kommt."

Bundesliga ist das Ziel

Für seine eigene Zukunft hat der 55-jährige Möhlmann ambitionierte Ziele: "Ich sehe mich im Moment in der Mitte meiner Trainer-Laufbahn und möchte in den nächsten Jahren schon noch mal in der Bundesliga auftauchen."

Der zehn Jahre ältere Berger gibt sich eher abwartend: "Man soll niemals nie sagen. Wenn noch mal ein Angebot kommt, dass eine Herausforderung für mich darstellt, kann ich es mir durchaus vorstellen."

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