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Im Zentrum der Kritik: Schiedsrichter Marco Fritz ist seit 2006 DFB-Referee © imago

Schiedsrichter Marco Fritz und sein Assistent Thomas Münch werden nach ihrer kuriosen Fehlentscheidung scharf kritisiert.

Frankfurt/Main - Das "Phantom-Tor" von Duisburg hat bei den deutschen Schiedsrichter-Bossen zu großer Verärgerung geführt.

Eine Wiederholung des Spiels zwischen dem MSV Duisburg und dem FSV Frankfurt (5:0) ist trotz des gravierenden Fehlers der Unparteiischen aber ausgeschlossen.

"Das darf nicht passieren. Dafür fehlt mir das Verständnis", sagte Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel: "Es handelt sich um eine Tatsachenentscheidung, eine Wiederholung kommt deshalb nicht in Betracht."

Obwohl die Partie nicht neu angesetzt wird, konnte Strigel seine Fassungslosikeit über den Auftritt von Schiedsrichter Marco Fritz und Assistent Thomas Münch beim Spiel vom Sonntag nicht verbergen.

"Das habe ich noch nie gesehen"

"So einen gravierenden Fehler habe ich eigentlich noch nie gesehen. Der Ball war ja über einen Meter von der Linie weg. Ich hoffe, dass in den nächsten 20 Jahren nicht mehr so ein Fehler passiert", kommentierte der 60-Jährige die Szene in der 81. Minute.

Nach einem Distanzschuss des Duisburgers Christian Tiffert prallte der Ball von der Latte des Frankfurter Tores deutlich zurück ins Spielfeld. Dennoch zeigte Münch einen Treffer an, Schiedsrichter Fritz erkannte daraufhin das Tor zum Endstand an.

"Nachdem ich mir die Fernseh-Bilder angesehen habe, habe ich keine Erklärung dafür, wie der Assistent auf die Idee gekommen ist, ein Tor anzuzeigen", meinte Strigel: "Der Assistent war wohl davon überzeugt, dass der Ball im Tor war."

Strigel ohne Erklärung

Strigel bemühte sich zwar um Ursachenforschung, eine Erklärung für den Lapsus hatte aber auch der frühere Bundesliga-Referee nicht parat.

"Der Schuss kam aus großer Entfernung, der Assistent stand nicht auf der Torlinie, sondern - wie er es in diesem Fall auch soll - auf Höhe des Strafraums."

Und weiter: "Trotzdem ist das nicht nachvollziehbar. Mir fehlt jede Begründung dafür, ein Tor zu geben. Da muss die Konzentration gefehlt haben", sagte der Funktionär.

Assistent in der Pflicht

Die Entscheidung Münchs ist angesichts der Vorgaben für die Assistenten noch unverständlicher.

"Der Assistent hat die klare Anweisung, nur dann auf Tor zu entscheiden, wenn er klar gesehen hat, dass der Ball im Tor ist", erklärte Strigel, der allerdings nicht nur dem Mann an der Linie den Schwarzen Peter zuschieben möchte:

"Auch der Schiedsrichter kann sich nicht frei von Schuld sprechen und sagen, dass er sich auf den Assistenten verlassen hat."

Erinnerungen an "Helmer-Kuriosum"

Zu möglichen Konsequenzen für das Schiedsrichter-Team wollte Strigel nichts sagen, dennoch ist sich der Lehrwart sicher, dass "das Team bestimmt nicht zur Tagesordnung übergehen wird".

Innerhalb der Schiedsrichterzunft wird die Fehlentscheidung auf jeden Fall thematisiert werden. "Wir teilen den Schiedsrichtern mit, dass so ein Fehler nicht passieren darf", meinte Strigel.

Ein ähnlicher Assistenten-Fehler hatte vor knapp 16 Jahren zum "Phantom-Tor" von Thomas Helmer im Spiel zwischen Bayern München und dem 1. FC Nürnberg geführt. Im Gegensatz zum momentanen Fall wurde diese Partie wiederholt.

Der Grund dafür war, dass damals im Unterschied zu heute die Anzeige eines Tores durch den Assistenten nicht im Regelbuch stand. Aufgrund dieses Regelverstoßes kam es damals zu einer Neuansatzung.

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