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Rostocks Kevin Pannewitz (l.) bleibt an Bielefelds Mijatovic (M.) hängen © getty

Rostocks Trainer Andreas Zachhuber ist trotz des Last-Minute-Ausgleichs stinksauer. Bielefelds Gerstner macht seiner Mannschaft keine Vorwürfe.

Rostock - In der Halbzeitpause war Andreas Zachhuber außer sich und selbst der äußerst glückliche Ausgleich in der Nachspielzeit konnte den Trainer von Hansa Rostock kaum beruhigen.

"Ich bin stinksauer über das, was in der ersten Hälfte gelaufen ist. Da ging nach vorne gar nichts ab", sagte Zachhuber nach dem unverdienten 1:1 (0:0) gegen Arminia Bielefeld zornig.

Seine Spieler zeigten sich einsichtig und versuchten erst gar nicht, ihren streckenweise erschreckend harmlosen Auftritt schönzureden.

"Das war unser schwächstes Saisonspiel zu Hause. Wir können froh sein, am Ende noch Unentschieden gespielt zu haben", sagte Oliver Schröder, der mit dem letzten Schuss der Partie nach einer Ecke Hansa zumindest einen Punkt gerettet hatte (90.+3).

"Goldene Ananas" droht

Die Rostocker fürchten angesichts von nun 15 Spielen ohne Sieg zum Wochenbeginn nicht nur den "Montags-Fluch", sondern auch um eine Perspektive für die laufende Saison.

Die Abstände zu den Abstiegs- und Aufstiegsrängen sind jeweils beträchtlich; es droht frühzeitig der trostlose Kampf um die "Goldene Ananas".

Doch ganz haben die Klubverantwortlichen die Hoffnung nicht aufgegeben, doch noch einmal den Anschluss nach oben zu schaffen.

Neuzugänge sollen kommen

Für dieses Ziel öffnet der klamme Klub sogar nochmal seine Kasse: Die isländischen Nationalspieler Helgi Danielsson und Gardar Johannsson stehen vor dem Wechsel nach Rostock.

Mittelfeldspieler Danielsson soll für etwa 400.000 Euro vom schwedischen Erstligisten Elfsborg IF kommen und schon am Dienstag offiziell vorgestellt werden.

Der derzeit vereinslose Stürmer Johannsson hatte Coach Zachhuber im Probetraining überzeugt. Ihm liegt ein Vertragsangebot bis Ende Juni 2011 vor.

"Ich bin keiner der abhaut"

Vor allem der wuchtige Danielsson würde den Kader deutlich verstärken, allerdings auch ein Problem mit sich bringen:

Für Kapitän Martin Retov, der seit Wochen von seiner Topform entfernt ist, wäre dann möglicherweise kein Platz mehr in der Startelf. Spekulationen über eine Flucht aus Rostock dementierte der Däne: "Ich bin keiner, der abhaut, nur weil es mal schwierig ist."

Trainer Zachhuber stärkte Retovs Position nicht gerade, als er seinen Kapitän gegen Bielefeld zur Halbzeit vom Platz nahm.

Gerstner gibt sich zufrieden

"Ich hätte auch sieben oder acht andere auswechseln können, so schlecht haben wir gespielt", sagte Zachhuber.

Zufrieden mit dem Spiel seines Teams war dagegen Arminia-Coach Thomas Gerstner, auch wenn ihn das Ergebnis und der damit verpasste Sprung auf den Relegationsplatz drei deprimierte.

"In letzter Sekunde den Ausgleich zu kassieren ist doppelt bitter. Aber spielerisch kann ich meiner Mannschaft kaum Vorwürfe machen", sagte der 43-Jährige.

Einzig die Chancenverwertung nach der 1:0-Führung durch Oliver Kirch (79.) sei mangelhaft gewesen. "Da fehlte uns Cleverness. Wir haben uns selbst um zwei Punkte gebracht", meinte Gerstner.

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