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Lauterns Coach Milan Sasic kann die herbe Klatsche für sein Team nicht fassen © imago

Koblenz verpasst dem FC Kaiserslautern eine Abreibung. Der große Matchwinner ist dabei ein Angriffsspieler aus Hollywood.

Koblenz - Der 1. FC Kaiserslautern hat im Rheinland-Pfalz-Derby ein Debakel erlebt und den Sprung an die Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga verpasst.

Durch die 0:5 (0:2)-Pleite bei der TuS Koblenz kassierten die "Roten Teufel" nach zuvor fünf Siegen in Serie ihre erste Saisonniederlage.

Dreifach-Torschütze Matthew Taylor (11., 20. und 87.), Matej Mavric (51., Foulelfmeter) und Emmanuel Krontiris (59.) besiegelten die Pleite des völlig indisponierten FCK, der nach der Gelb-Roten Karte gegen den Ex-Koblenzer Anel Dzaka ab der 35. Minute in Unterzahl spielte.

Koblenz ersatzgeschwächt, aber hellwach

Die ersatzgeschwächten Koblenzer untermauerten indes ihre starke Heimbilanz: Zuletzt waren sie im eigenen Stadion am 7. Oktober 2007 (0:5 gegen Borussia Mönchengladbach) als Verlierer vom Platz gegangen.

Vor 15.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion auf dem Oberwerth stand die Rückkehr von FCK-Coach Milan Sasic an seine alte Wirkungsstätte von Beginn an unter keinem guten Stern.

Der US-Amerikaner Taylor nutzte gleich in der Anfangsphase einen haarsträubenden Fehler von Lauterns Abwehrspieler Christopher Lamprecht zur Führung.

Taylors großer Tag

Nur neun Minuten später war der vor Saisonbeginn aus Hollywood verpflichtete Taylor erneut zur Stelle, als er eine Flanke von Lars Bender zum 2:0 verwertete.

In der Folge schwächten sich die zuletzt so starken Gäste, die in Koblenz fast alles schuldig blieben, selbst. Ausgerechnet Dzaka, der Mavric unnötig zu Fall brachte, wurde wegen wiederholten Foulspiels des Feldes verwiesen. Einzig FCK-Keeper Tobias Sippel behielt in der emotionsgeladenen Begegnung zumeist den Überblick.

Allerdings leitete der Schlussmann die Vorentscheidung ein, als er Taylor von den Beinen holte.

Mavric sorgte per Elfmeter für das 3:0. Bei Koblenz verdienten sich Taylor sowie Andreas Richter gute Noten. Bei Kaiserslautern konnte allenfalls Sippel gefallen.

Der Koblenzer Trainer Uwe Rappolder analysierte nachher freudestrahlend: "Wir sahen auch schon im Vorjahr gegen die so genannten Großen gut aus. Wenn wir aus unserer stabilen Defensive nach vorne spielen, können wir jedem Gegner weh tun, egal wie der heißt. "

Sasic: "Stehe noch mehr zum Team"

Sein Kollege Milan Sasic registrierte hingegen die Klatsche - zumindest nach außen hin - recht gelassen. "Das war ein Tag", sagte Sasic, "an dem bei uns nichts gegangen ist: Wir hatten ja noch Chancen sogar in Unterzahl. Ich stehe jetzt noch mehr hinter der Mannschaft als vorher. Denn die Mannschaft hat gezeigt, dass sie nie aufsteckt.

FCK-Spieler Axel Bellinghausen drückte seine schlechte Laune drastischer aus: "Heute war auf gut deutsch gesagt ein Scheiß-Tag für uns. Wir wissen, das wir es besser können und werden es mit Sicherheit im nächsten Spiel auch zeigen."

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