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Dreifach-Torschütze Sidney Sam wechselte 2008 vom HSV zum 1. FC Kaiserslautern © imago

Der U-21-Nationalspieler beschenkt sich mit dem Dreierpack selbst. Nun soll er verlängern. Ein anderer Youngster verletzt sich schwer.

Aachen - Die Kollegen sangen ihm lediglich ein Ständchen, da beschenkte Sidney Sam sich eben selbst.

Mit ihrem "Geiz" haben die Lauterer ihren Mitspieler zum bisher größten Tag seiner Karriere getrieben.

"Das war auf jeden Fall mein bestes Spiel als Profi", sagte der U-21-Nationalspieler und schwärmte nach seinen drei Treffern zum 3:0 (1:0)-Sieg bei Alemannia Aachen (18./82./87., Foulelfmeter) von seiner eigenen Gala:

"Das waren zwei Super-Tore und ein guter, schöner Elfmeter." Drei Tore seien ihm zuletzt in der A-Jugend gelungen sagte der Sohn einer Deutschen und eines Nigerianers und erläuterte schmunzelnd seine Sonder-Motivation.

Tore nicht ausreichend gewürdigt

Einen Tag vor der Partie hatte Sam seinen 22. Geburtstag gefeiert, die Kollegen hatten dies in der Anspannung vor dem Spiel aber nicht ausreichend gewürdigt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Leider habe ich nicht so viele Geschenke bekommen. Die Jungs haben nur gesungen für mich", meinte Sam: "Da musste ich mich eben selbst beschenken." Dies tat er ausgiebig und sorgte so beim gesamten FCK für Partystimmung.

Mit dem Sieg kehrten die Pfälzer nach zuvor nur einem Punkt aus drei Spielen nämlich wieder an die Tabellenspitze zurück, auf den ersten Nichtaufstiegsplatz haben sie 14 Spieltage vor dem Saisonende wieder komfortabele neun Zähler Vorsprung.

De Wit erleidet Kreuzbandriss

Die gute Stimmung im Lager des viermaligen Deutschen Meisters wurde allerdings am Dienstag getrübt.

Der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler Pierre de Wit erlitt in Aachen den dritten Kreuzbandriss in seiner noch jungen Karriere und fällt für den Rest der Saison aus. De Wit soll in den nächsten Tagen in Köln operiert werden.

"Das jüngste Team in der Liga"

Die Verletzung des Neuzugangs von Bayer Leverkusen soll den FCK dennoch nicht an der Rückkehr in die Eliteklasse hindern.

"Es war wichtig für die Mannschaft, mal wieder ein Erfolgserlebnis zu spüren", sagte Trainer Marco Kurz, nachdem rund um den Betzenberg plötzlich das Krisengerede Einzug gehalten hatte:

"Diese Mannschaft ist die jüngste der Liga und nach dieser Wahnsinns-Vorrunde wurde ihr ein Druck auferlegt, den sie erst einmal stemmen muss."

Weggeschossen hat ihn in erster Linie Sam. "Sidney lebt das Selbstvertrauen vor und hat viele in der Mannschaft angesteckt und mitgerissen", sagte Vorstandsboss Stefan Kuntz.

Kurz will Youngster halten

Ob der offensive Flügelspieler auch im nächsten Jahr beim FCK spielt, ist derweil noch offen. Sam gab, der vom Hamburger SV ausgeliehen ist und beim Bundesliga-Fünften noch einen Vertrag bis 2011 hat, aber ein deutliches Bekenntnis für die Lauterer ab.

"Wenn wir aufsteigen, würde ich gerne hier bleiben", sagte der 22-Jährige: "Mein Ziel ist es auf jeden Fall, im nächsten Jahr in der ersten Liga zu spielen. Wo, das entscheidet letztendlich der HSV."

Kurz hofft natürlich auf einen Verbleib des nun fünfmaligen Torschützen. "Es ist kein Geheimnis, dass wir uns um ihn bemühen", sagte der Coach und ergänzte mit Blick auf Kuntz:

Abwehr als Erfolgsgarant

"Ich wünsche Stefan viel Verhandlungsgeschick." Diesem wiederum bleibt nur die Hoffnung auf seinen alten Spezi Bruno Labbadia - 1991 wurden die beiden als Sturmpartner deutscher Meister mit dem FCK.

"Bruno muss entscheiden, ob Sidney reif für Hamburg ist", meinte Kuntz in Richtung des HSV-Trainers.

Doch auch wenn Sam vor den Augen des kompletten Fußball-Lehrer-Lehrgangs des DFB der Matchwinner war, profitierte der FCK in Aachen wieder einmal von seiner überragenden Abwehr.

Lautern mit Spitzen-Abwehr

Zum 20. Mal im 20. Spiel lief dieselbe Viererkette mit dem starken U-21-Nationaltorhüter Tobias Sippel dahinter auf, mit 16 Gegentreffern kassierte Lautern die wenigsten der Liga.

An diesem Bollwerk verzweifelten auch die Aachener. Die ebenfalls mit Aufstiegsambitionen gestartete Alemannia liegt nur auf Rang elf. Angesichts von 14 auslaufenden Vertrag wird der neue Manager Erik Meijer wohl ein völlig neues Team aufbauen.

Vor allem ist er auf der Suche nach Führungsspielern. Ein heißer Kandidat für den Sommer: Abwehrspieler Kevin Hofland, Ex-Kapitän des VfL Wolfsburg und bei Feyenoord Rotterdam derzeit auf dem Abstellgleis.

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