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Michael Thurk hat in bisher 19 Pflichtspielen 19 mal für Augsburg getroffen © getty

Bei Sport1.de spricht Augsburgs Michael Thurk über seine Torquote, den Aufstiegskampf und die Aussicht auf die DFB-Auswahl.

Von Mathias Frohnapfel

München - Michael Thurk hebt nicht ab.

Dabei gebe es einige Gründe, um den Torjäger auf Wolke sieben über den Dingen schweben zu lassen.

Denn nach 19 Einsätzen in der Zweiten Liga hat der Augsburger 19 Tore geschossen - eine sensationelle Quote.

Und aus Sicht von Bielefelds Trainer Thomas Gerstner ist er plötzlich gar ein WM-Kandidat.

"Der FC Augsburg hat einen Stürmer, der normalerweise mit zur WM fahren muss. Wenn ich Bundestrainer wäre, ich würde ihn mitnehmen", sagte Gerstner nach der 1:3-Pleite gegen den FCA.

Mit seinen Treffern hat der 33-Jährige, der bereits für Frankfurt und Mainz stürmte, die Augsburger auf den Relegationsplatz gehievt. Die ganze Stadt träumt jetzt von der Bundesliga.

Im Sport1.de-Interview spricht Thurk über seinen unglaublichen Lauf, das Aufstiegsrennen und die Spekulation über die Nationalelf.

Sport1.de: Herr Thurk, Sie treffen seit Saisonbeginn wie am Schnürchen. Wie fühlt sich das an?

Michael Thurk: Für mich ist es nicht so wichtig, dass ich so erfolgreich bin. Die Mannschaft muss Erfolg haben. Das steht an erster Stelle. Da sind wir auf einem sehr guten Weg und natürlich freue ich mich auch, dass es bei mir so gut läuft.

Sport1.de: Bielefelds Trainer Thomas Gerstner hat Sie zum WM-Kandidaten befördert. Wie haben Sie das aufgenommen?

Thurk: Ich war überrascht und möchte mich bei ihm für das Kompliment bedanken. Wir haben in Deutschland aber genug gute Stürmer. Und ich habe mit meiner Familien den Sommer-Urlaub schon gebucht.

Sport1.de: Reizt die WM nicht?

Thurk: Wie gesagt, ich freue mich über das Lob. Ich denke jedoch nicht, dass das beim Bundestrainer in nur irgendeiner Form ein Thema sein könnte.

Sport1.de: Auf Sport1.de gab es eine Umfrage. Innerhalb eines halben Tages haben 15.000 User abgestimmt und 35 Prozent sagten: "Michael Thurk soll mit zur WM".

Thurk: Natürlich freut man sich, wenn so viele Menschen sagen, der sollte mitfahren. Aber wenn 35 Prozent für mich waren, waren ja auch 65 Prozent gegen mich (schmunzelt).

Sport1.de: Ihre Teamkollegen Ibrahimara Traore und Marcel Ndjeng haben Ihnen schon zig Vorlagen gegeben. Haben Sie Ihnen dafür schon einen ausgegeben?

Thurk: Ich bedanke mich immer. Wir haben wirklich eine gute Truppe zusammen und es ist genauso wichtig, ein Tor vorzubereiten wie eins zu schießen. Ich sage dem ganzen Team Dankeschön, im Mannschaftssport kann einer allein nichts ausrichten.

Sport1.de: Ganz Augsburg träumt jetzt von der Bundesliga. Was wird im Aufstiegsrennen den Ausschlag geben?

Thurk: Letztlich wird entscheiden, ob wir unsere Form bis zum Ende der Saison halten und so konstant punkten können. Es liegt an jedem selbst. Dann muss man schauen, was mit Kaiserslautern und St. Pauli ist. Wenn die keinen Hänger mehr haben, wird es schwer, sie noch zu überholen.

Sport1.de: Wird die Psychologie der wichtigste Faktor sein?

Thurk: Ich denke schon, dass der Kopf im Fußball eine große Rolle spielt. Wir haben den Vorteil, dass wir keinen Druck haben, von uns erwartet keiner was. Wenn wir aber die Möglichkeit haben, noch oben reinzurutschen, wollen wir das versuchen.

Sport1.de: Wie wichtig wäre es für Ihre Karriere, noch einmal in Deutschlands höchster Spielklasse dabeizusein?

Thurk: Das wäre natürlich schön. Für mich war das auch 2008 der Grund nach Augsburg zu gehen. Der Verein hatte dieses Ziel und ich auch, wieder in die Bundesliga zu kommen. Ich würde mich freuen, wenn wir es möglichst zügig schaffen, damit ich noch etwas davon habe.

Sport1.de: Wie schätzen Sie den kommenden Gegner Union Berlin ein?

Thurk: Sehr stark. Wir haben schon in der Hinrunde gemerkt, dass sie eine sehr eingespielte Truppe haben, sie haben ja fast noch die ganze Mannschaft aus ihrer Aufstiegssaison zusammen. Wir hatten dagegen viele Neue mit dabei, erst seit dem achten, neunten Spieltag haben wir uns gefunden und es läuft richtig gut. Wir harmonieren immer besser und wollen natürlich auch in Berlin gewinnen.

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