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Deniz Naki erzielte in dieser Saison bisher vier Tore © getty

Beim FC St. Pauli läuft es derzeit einfach rund. Vier Siege in Folge lösen bei den Kiez-Kickern Aufstiegsträume aus.

Von Jürgen Blöhs

Hamburg - In der Rückrunde noch ohne Punktverlust, sieben Punkte Vorsprung auf einen Relegationsplatz, den stärksten Angriff der Liga: Beim FC St. Pauli weiß keiner so richtig die Erfolgsserie zu erklären, aber jeder genießt den Höhenflug auf seine Art.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Wir spielen Fußball, und wir gewinnen. Business as usual", meinte Sportdirektor Helmut Schulte nach dem 2:1 über den Karlsruher SC. Es sei derzeit einfach "eine Zeit des Genießens."

"Wir haben das Spiel jederzeit kontrolliert. Ich hatte nie das Gefühl, dass wir das Spiel aus der Hand geben", gab sich Ralph Gunesch selbstbewusst. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Eine richtige Erklärung für den Höhenflug hat auch der Abwehrspieler nicht, "So ist das halt im Fußball. Wenn Du einen Lauf hast, dann klappen Dinge, die sonst nicht klappen. Ich möchte am liebsten jeden Tag spielen."

Haben es selbst in der Hand

Dass auch die Konkurrenten im Aufstiegsrennen punkten, lässt den 26-Jährigen kalt: "Wir haben alles selbst in der Hand. Die anderen müssen auf uns schauen", sagte Gunesch zu Sport1.de.

Gegen den KSC habe die Mannschaft bei tiefem Geläuf "gezeigt, dass wir nicht nur technisch guten Fußball spielen können, sondern auch kämpferisch zum Erfolg kommen", meinte Kapitän Fabio Moreno.

Denn anders als zu den Zeiten, als Schulte noch auf der Trainerbank saß und der heutige Coach Holger Stanislawski und sein Co-Trainer Andre Trulsen die Abwehr der braun-weißen "Kämpfertruppe" organisierten, bevorzugen die Kiez-Kicker 2010 einen ebenen Platz für ihren Kombinationsfußball.

Vorbei die Zeiten, als sich Mehmet Scholl über den "Rübenacker" mokierte und der FC Bayern am Millerntor mit einem Zuckerrüben empfangen wurde.

Keine Lust auf Nachholspiele

Im Vorfeld des Spieles hatte der Hamburger Winter die Verlegung des bereits bestellten Rollrasens verhindert, trotzdem bedankte sich Stanislawski bei den vielen Helfern, die den Platz von Eis und Schnee befreit und dabei die Rasenfläche schwer beschädigt hatten.

"Es war zwar nicht gut für unser Spiel, aber bei unserem Lauf wollten wir einfach spielen", sagte Stanislawski. "Und wir bleiben im Rhythmus, wenn wir Englische Wochen für Nachholspiele vermeiden."

"Die Rückrunde ist noch lang"

Auch wenn bei St. Pauli "jeder vom Aufstieg träumt", wie Doppel-Torschütze Rouewn Hennings zugab und HSV-Trainer Bruno Labbadia sich laut einem Interview mit der "Morgenpost" sogar schon "auf das Hamburger Derby" in der kommenden Saison freut - ein Thema ist der Aufstieg bestenfalls hinter vorgehaltener Hand.

"Die Rückrunde ist noch lang, und die anderen gewinnen auch", warnte Florian Bruns.

"Es bleibt spannend bis zum Schluss. Wir haben noch viele schwere Spiele vor uns", mahnte auch Carsten Rothenbach.

"Müssen gegen Frankfurt gewinnen"

Und Gunesch ist klar, dass der Arbeitssieg über den KSC nur etwas wert ist, wenn "wir nächste Woche nachlegen. Wir müssen am Freitag gegen Frankfurt gewinnen und endlich unsere Heimbilanz verbessern."

Nur 21 der 45 Punkte hat St. Pauli am früher gefürchteten Millerntor geholt.

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