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Andreas Zachhuber bestritt 77 Spiele für Hansa in der DDR-Oberliga © getty

Das Rostocker Urgestein erklärt nach seiner Beurlaubung, dass er "nicht damit gerechnet" habe. Co-Trainer Finck übernimmt.

Rostock - Er kämpfte mit den Tränen, seine Stimme war belegt:

Sichtlich mitgenommen reagierte "Retter" Andreas Zachhuber am Montag auf seine Beurlaubung beim Zweitligisten Hansa Rostock.

"Ehrlich gesagt, habe ich nicht damit gerechnet. Ich war sicher, dass wir noch das sichere Mittelfeld erreichen würden", sagte Zachhuber, der kleinlaut anfügte:

"Ich werde kein böses Wort über diesen Verein verlieren."

Zachhuber seit 1975 Vereinsmitglied

Seit 1975 ist Zachhuber Mitglied bei Hansa Rostock, hat in den 80er Jahren selbst in der ersten Mannschaft gespielt und anschließend sämtliche Teams des Klubs trainiert.

Er ist ein Stück Hansa.

Unvergessen war sein erstes Trainer-Engagement in der Bundesliga, als er Hansa in den Jahren 1999 und 2000 vor dem Sturz in die Zweiten Liga bewahrte.

Seitdem trägt Zachhuber den Spitznamen "Retter".

Seit fünf Spielen ohne Sieg

Zuletzt jedoch sprach die sportliche Entwicklung eindeutig gegen Zachhuber. Die Mecklenburger schafften in den letzten fünf Spielen keinen Sieg mehr und haben als Tabellen-14. nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

"Als Trainer muss ich Ergebnisse vorweisen. Das hat nicht mehr geklappt", sagte Zachhuber.

Im vergangenen März war Zachhuber bei Hansa angeheuert und hatte den glücklosen Dieter Eilts beerbt.

Zachhuber drückt die Daumen

Erneut rettete er den Klub vor dem Abstieg - dieses Mal aus Liga zwei. Zuletzt aber erreichte das Hansa-Urgestein die Mannschaft nicht mehr.

Ausgerechnet zwei Tage vor dem Derby am Mittwoch gegen Union Berlin ereilte ihn das Aus.

"Gegen Union hätte ich das Team noch gerne betreut. Doch daraus wird jetzt nichts. Ich drücke der Mannschaft trotzdem die Daumen", sagte der geschasste Coach.

Co-Trainer Finck übernimmt

Nachfolger von Zachhuber wird dessen Co-Trainer Thomas Finck.

Der frühere Jugend- und Amateurcoach der Hanseaten hat allerdings nur die A-Lizenz und keinen Fußball-Lehrerschein.

"Wir haben eine Sondergenehmigung bei der Deutschen Fußball Liga erwirkt", sagte Manager Rene Rydlewicz.

"Ich freue mich, dass der Verein mir das Vertrauen ausgesprochen hat", sagte Finck, der keine Interimslösung sein soll.

Rydlewicz: "Das war äußerst schlecht"

Wie Manager Rydlewicz erklärte, habe zum einen der sportliche Misserfolg unter Zachhuber, aber auch die Art und Weise, wie zuletzt Fußball gespielt wurde, zur Trennung geführt.

"Das war äußerst schlecht. Deshalb haben wir uns zu dem Schritt entschieden", sagte Rydlewicz.

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