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Martin Amedick spielt die zweite Saison beim 1. FC Kaiserslautern © getty

Während die Fans ihre Mannschaft bereits in der Bundesliga wähnen, will Lauterns Trainer Marco Kurz seine Spieler wieder auf den Boden holen.

Kaiserslautern - Was sich am Montagabend auf dem Betzenberg abspielte, hatte schon etwas von einer vorgezogenen Aufstiegsparty.

Die Profis von Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern wurden nach dem souveränen 3:0 (1:0) im Topspiel gegen den Tabellenzweiten FC St. Pauli von über 40.000 Fans minutenlang gefeiert.

"Nie mehr Zweite Liga" hallte es durch das Fritz-Walter-Stadion - und den Traum der Pfälzer Anhänger von der Rückkehr in die Eliteklasse nach vier Jahren Abstinenz träumen mittlerweile auch die Spieler.

Sam trifft zur Führung

"Wenn wir so weiterspielen, hält uns niemand auf", meinte der wieder einmal überragende U-21-Nationalspieler Sidney Sam, der den viermaligen Deutschen Meister am 23. Spieltag mit seinem sechsten Saisontor (20.) vor 43.687 Zuschauer auf die Siegerstraße gebracht hatte.

"Das ist einfach überragend. Dafür leben wir", erklärte der euphorische Flügelflitzer nach der Party mit den Fans.

Sieg gegen die "große Klappe"

Der von Bundesligist Hamburger SV in die Pfalz ausgeliehene Sam war nach dem Spiel gegen den früheren Stadtrivalen ähnlich frech wie zuvor auf dem Platz.

"Ich freue mich besonders, dass wir gegen Pauli gewonnen haben, weil die immer eine große Klappe haben", sagte der 22-Jährige mit einem Augenzwinkern und antwortet auf die Frage, ob er gegen den Kiezklub seine bestes Saisonspiel absolviert habe, gewohnt selbstbewusst: "Ich habe in dieser Runde schon viele gute Spiele gemacht."

Vier Punkte Vorsprung

In der Tat haben Sam, den die Pfälzer nach Saisonende wohl kaum halten können, und seine Teamkollegen in dieser Spielzeit schon viele gute Partien absolviert.

Die seit fünf Spielen ungeschlagenen Roten Teufel, für die neben Sam die eingewechselten Markus Steinhöfer (72.) und Srdjan Lakic (90.) trafen, haben mittlerweile 50 Punkte auf dem Konto und liegen damit vier Zähler vor St. Pauli.

Sechs Punkte Rückstand hat der Drittplatzierte FC Augsburg, Fortuna Düsseldorf liegt als Vierter bereits zehn Zähler hinter dem FCK.

Noch keine Vorentscheidung

"Dieser Sieg ist schon ein Zeichen an die Liga", sagte Außenverteidiger Alexander Bugera, der allerdings noch nichts von einer Vorentscheidung im Aufstiegsrennen wissen wollte: "Den Moment können wir jetzt genießen. Aber mit 50 Punkten ist noch niemand aufgestiegen."

Ähnlich sieht Kapitän Martin Amedick die Situation: "Das war natürlich ein Höhepunkt der Saison. Aber der Trainer wird uns schon wieder auf den Boden zurückholen."

Kurz holt das Team auf den Boden zurück

Genau das hat Coach Marco Kurz auch vor. "Die Jungs sind auf dem Boden und ich werde sie in den nächsten Tagen dort auch nochmal platzieren", erklärte der Trainer, der sich wie die meisten seiner Schützlinge zurückhielt.

"Wir wollen unseren Platz behaupten. Aber das Ende ist noch nicht abzusehen. Es wäre nicht seriös, jetzt über den Aufstieg zu sprechen. Weder der Spieltag noch die Punktzahl berechtigen dazu."

Pauli will wieder mitmischen

Vom Aufstieg wollte bei den Hamburgern, die noch nie auf dem Betzenberg gewinnen konnten, nach der schwachen Leistung auch niemand sprechen.

Dennoch ist Trainer Holger Stanislawski davon überzeugt, dass sich seine Schützlinge schon bald im Kampf um die Spitze zurückmelden werden: "Wir werden nicht wackeln und wir werden nicht bröckeln."

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