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Detlev Dammeier bestritt von 2000 - 20008 168 Spiele für Arminia Bielefeld © imago

Mit Liquiditätsproblemen pendelt die Arminia zwischen Aufstiegshoffnung und Absturzangst. Es droht sogar der Lizenzentzug.

Von Ingo Weber und Marcel Braune

München - Ausstehende Rechnungen, hohe Kosten und ein unnachgiebiges Sparprogramm ? bei Zweiligist Arminia Bielefeld schrillen die Alarmglocken.

Nach dem Abstieg aus der Bundesliga plagen die Ostwestfalen akute Finanzprobleme.

Die Arminia drücken Verbindlichkeiten von 15,5 Millionen Euro, im operativen Geschäft könnte am Ende der Saison eine Finanzlücke von rund 3 Millionen Euro klaffen.

Im schlimmsten Fall droht der Lizenzentzug. Die finanziellen Sorgen veranlasste die sportliche Führung um Detlev Dammeier zur Flucht nach vorne.

Sanierungskonzept für die DFL

So rückt der sportliche Aspekt vor dem Ligaheimspiel gegen Karlsruhe (Mo., ab 20 Uhr LIVE und im DSF) zumindest bis zum Freitag in den Hintergrund und ein wichtiger Termin in den Fokus.

Bis zum 5. März müssen die Arminen bei der DFL ihr vor zweieinhalb Wochen vorgestelltes Sanierungskonzept mit Verträgen belegen.

"Wir haben die Unterlagen bereits eingereicht und warten nun auf das Feedback der DFL. Es gab ein paar Nachfragen, die wurden besprochen und nun warten wir ab", sagte Geschäftsführer Heinz Anders im Gespräch mit Sport1.de.

Gelingt es nicht, die DFL vom Konzept zu überzeugen, kann die Arminia laut Statuten mit Punktabzug oder einer Geldstrafe belegt werden.

"Schüco" als Hauptsponsor

Wann eine Entscheidung der DFL fällt ist aber noch offen.

Sogar der neue Vertrag mit "Schüco" als Hauptsponsor wirkt unter diesen Umständen wie ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Kooperation mit dem ortsansässigen Unternehmen gilt ligaunabhängig ab der nächsten Saison und läuft zunächst für ein Jahr.

Die Liquiditätsprobleme in Bielefeld sind derweil hausgemacht.

Stadionausbau als Auslöser

Der ambitionierte Zweitligist hat sich bei der Kaderzusammenstellung und beim Ausbau des Stadions verhoben.

So traten bei der Modernisierung der Ost-Tribüne Mehrkosten von sechs Millionen Euro auf, die nicht eingeplant waren.

"Es muss sicher noch mal überprüft werden, in welcher Form dort Fehler gemacht wurden", sagte Anders.

Außerdem wurde der Zeitraum für die Rückzahlungen des Umbaus zu eng gewählt.

"Der Zeitraum war sicherlich zu kurz, aber wir hatten da nicht so viel Auswahl?, räumte Anders ein.

Abhängig vom Aufstieg

Auch die Einnahmen der neuen Nutzfläche wurden zu hoch kalkuliert, da der gewünschte Zuschauerzuspruch in Bielefeld ausblieb.

So könnte der Aufstieg in die Bundesliga eine gewichtige Rolle spielen.

Gelingt dieser nicht, droht ein großer Aderlass.

"Wenn wir noch ein Jahr in der zweiten Bundesliga spielen, wird es einen Kader, wie wir ihn jetzt haben nicht mehr geben. Wir müssten das Team erheblich abspecken", äußerte Anders.

Gleich neun Verträge laufen aus und Sportdirektor Detlev Dammeier sagte in der "Sport Bild", dass die Vertragsverhandlungen erstmal auf Eis gelegt wären.

Ohne die Zusatzeinnahmen aus dem Fußball-Oberhaus erscheinen auch Verkäufe von Schlüsselspielern wie Dennis Eilhoff und Giovanni Federico unerlässlich.

"Optimismus ungebrochen"

Angst vor dem Super-GAU hat man bei den Arminen aber nicht, was Anders verdeutlicht: "Unsere Planungen laufen zwar zweigleisig, aber das Wort Insolvenz hat hier nichts verloren. Wir spielen noch um den Aufstieg, von daher haben wir keine Angst."

Nach dem 1:0-Auswärtssieg beim FC St. Pauli am vergangenen Wochenende rückte der Aufstieg wieder in greifbare Nähe.

Der Rückstand auf Platz drei beträgt nur noch drei Punkte. (DATENCENTER: Zweite Liga)

Ein weiteres Jahr in der 2. Liga würde laut Anders "ein schweres Jahr werden". Ob man die Lizenz bekomme, bleibt laut dem Geschäftsführer "abzuwarten".

Dammeier ist aber zuversichtlich, dass der Arminia Sanktionen wie Punktabzug oder Geldstrafe erspart bleiben: "Unser Optimismus ist ungebrochen."

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