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Aristide Bance (l.) kam von Offenbach nach Mainz © imago

Nach dem Derby gehen der siegreiche Tabellenführer Mainz und das erfolglose Schlusslicht Wehen auf getrennten Weg in der Klasse.

Mainz - Nach dem Schlusspfiff im Nachbarschaftsduell am Montagabend verband den FSV Mainz 05 und den SV Wehen Wiesbaden nur noch eines:

Sollten die Teams ihre derzeitige Form halten, werden beide Klubs die Zweiten Liga am Saisonende verlassen.

Der ungeschlagene Spitzenreiter aus Mainz hält nach dem 5:0 (2:0) am siebten Spieltag den Kurs Richtung Eliteklasse. Das sieglose Schlusslicht von der anderen Rheinseite geht im zweiten Jahr im Unterhaus wieder der Dritten Liga entgegen.

Hock bangt um seinen Job

Wehens Teamchef Christian Hock ist sich offensichtlich bewusst, dass es im bevorstehenden Kellerduell gegen den Drittletzten FSV Frankfurt bereits um seinen Job geht.

"So lange ich unter Vertrag stehe, liefere ich mit bestem Gewissen meine Arbeit ab. Alles andere steht nicht in meiner Macht", erklärte der Coach. und griff nach dem Debakel im Lokalderby zu der Floskel, die Trainer unter Druck gerne gebrauchen.

Stöver nimmt Profis in die Pflicht

Auch bei Sportdirektor Uwe Stöver war deutlich zwischen den Zeilen zu lesen, dass Hock vor einem richtungweisenden Spiel steht.

Der Funktionär nahm zwar die Profis in die Pflicht, doch falls die Mannschaft auch gegen Frankfurt versagen sollte, wird der Coach kaum noch zu halten sein.

Vorwurf an den Trainer

"Jetzt sind Typen gefragt, die sich dagegenstemmen. Wir werden mit dem Trainer die notwendigen Dinge erarbeiten und versuchen den richtigen Weg, von dem wir abgekommen sind, wieder einzuschlagen", sagte Stöver.

Der Sportdirektor machte Hock indirekt einen Vorwurf: "Das Team hat Qualität. Wir schaffen es derzeit aber nicht, die Qualität der Mannschaft auf den Platz zu bringen."

Höhere Pleite möglich

Von Wehener Qualitäten war bei der Pleite vor 20.000 Zuschauern im Bruchwegstadion allerdings nichts zu sehen.

Die Gäste waren mit dem Ergebnis, für das Chadli Amdri (20.), Nikolce Noveski (26.), Felix Borja (58.), Peter van der Heyden (73.) und Srdjan Baljak (78.) mit ihren Treffern verantwortlich waren, noch gut bedient.

Zu viele Ausfälle

Dem Resultat entsprechend wurden die Profis hinterher von Hock in die Pfanne gehauen.

"Gegen Frankfurt müssen sich fast alle um 180 Grad drehen. Das war das dritte Spiel in Folge, in dem wir zu viele Ausfälle hatten", sagte der Coach: "Gegen Frankfurt wird sich zeigen, auf wen man sich verlassen kann und wer sich für den Klub den Hintern aufreißt."

Bester Mainzer Saisonstart

Von den Sorgen des Nachbarn sind die Mainzer, die den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte hinlegten, derzeit meilenweit entfernt.

Die Mannschaft, die den Wechsel von Kult-Trainer Jürgen Klopp zu Jörn Andersen problemlos gemeistert hat, präsentierte sich zum wiederholten Mal in erstligareifer Verfassung.

"Das war schon imponierend", meinte Manager Christian Heidel, der allerdings vor allzu großer Euphorie warnte: "Nach dem siebten Spieltag ist noch niemand aufgestiegen."

Andersen bescheiden

Auch Andersen ist sich sicher, das "Rückschläge kommen werden". Derzeit ist der Norweger von seinen Schützlingen aber begeistert.

"Wir haben einen Lauf. Dazu ist Druck von der Bank und der Tribüne da. Keiner kann sich ein schlechtes Spiel leisten", meinte der Coach.

Der ehemalige Offenbacher Trainer musste von Heidel dazu überredet werden nach der Partie mit den Fans zu feiern: "Ich wollte nicht raus, die Mannschaft soll sich feiern lassen. Ich genieße lieber im Stillen."

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