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Benjamin Lauth (r.) und die Löwen verloren gegen Ahlen mit 0:1 © getty

Wieder ist ein Spiel von 1860 unter Manipulationsverdacht. Die Ligapartie gegen RW Ahlen ist ins Visier der Kontrolleure gerückt.

Frankfurt/Main - 1860 München gerät im Zuge des Wettskandals erneut in den Blickpunkt, hat aber alle Vorwürfe von sich gewiesen und zudem scharfe Kritik an der Informationspolitik des DFB geübt.

"Ist nun ein Manipulationsversuch unternommen worden oder nicht? Eine gute oder schlechte Absicht zu haben, reicht nicht aus, vor allen Dingen dann nicht, wenn folgenschwere Verdachtsmomente geäußert werden", sagte Manfred Stoffers.

Der Löwen-Geschäftsführer droht nun mit juristischen Schritten.

"Wir werden Vorverurteilungen nicht zulassen"

Der DFB-Kontrollausschuss und die DFL hatten am Montag die Staatsanwaltschaft Bochum und die betroffenen Vereine 1860 München und Rot Weiss Ahlen darüber informiert, dass ihr Zweitliga-Duell vom 8. Februar (1:0 für Ahlen) möglicherweise manipuliert werden sollte.

Welche Spieler in die angeblich geplante Manipulation verwickelt sein sollen, wurde allerdings nicht bekannt.

"Wir werden Vorverurteilungen unserer Spieler auf der Basis von Gerüchten und übler Nachrede nicht zulassen. Dabei werden wir uns auch rechtlicher Mittel bedienen", sagte Stoffers.

Lienen ist skeptisch

Nach dem Spiel war es bereits zu Tumulten gekommen. Zwei 1860-Anhänger waren auf den Platz gestürmt und hatten Schiedsrichter Markus Wingenbach attackiert.

"Wir haben 90 Minuten lang versucht, das Spiel zu unseren Gunsten zu drehen, hatten jede Menge Torchancen und haben am Ende wegen eines Sonntagsschusses verloren", sagte 1860-Coach Ewald Lienen, nachdem er sich das Spiel am Montag noch einmal genau batrachtet hatte:

"Wie in jedem Spiel gab es jede Menge Fehler auf unserer Seite, auf Seiten der gegnerischen Mannschaft und nicht zuletzt auf Seiten des Schiedsrichters. Um aber eine Absicht unterstellen zu können, braucht man hieb- und stichfeste Beweise."

Keine Vorwarnungen

Im Vorfeld des von einigen diskutablen Vorfällen begleiteten Spiels gab es laut Verband und Liga "keine signifikanten Bewegungen" auf dem internationalen Wettmarkt und auch keine Hinweise durch das Frühwarnsystem.

Erst im Nachhinein meldete sich der für die Überwachung der Wettbewegungen zuständige Dienstleister Sportradar nach Rücksprache mit der UEFA beim Verband.

"Das Tor war ein Tor des Monats"

Ahlens Sprecherin Maren Gosda äußerte sich wie folgt:

"Das Tor war ein Tor des Monats, wir haben aufopferungsvoll gespielt und mit Sascha Kirschstein einen überdurchschnittlich haltenden Torwart im Tor gehabt. Deshalb haben wir da gewonnen. Für uns war in dieser Sache nichts ersichtlich."

"Wir beteiligen uns auch nicht an Spekulationen, weil in dieser Sache ja jeden Monat jemand anderes durchs Dorf getrieben wird. Uns betrifft es nicht direkt, und wir haben auch ganz andere Sorgen", sagte Gosda.

Zweite Partie mit 1860 unter Verdacht

DFL und DFB wollten die Verdachtsmomente nicht weiter kommentieren und verwiesen auf die laufenden Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft.

Am 6. Dezember 2009 war wegen verdächtiger Bewegungen auf dem Wettmarkt kurzzeitig bereits das Zweitligaspiel zwischen Rot-Weiß Oberhausen und 1860 München unter Manipulationsverdacht geraten.

Nach Prüfung aller vorliegenden Informationen durch die Task Force Spielmanipulation lagen DFL und DFB allerdings keine Anhaltspunkte vor, dass die Partie tatsächlich manipuliert wurde.

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