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Arne Feick, Giovanni Federico, Dominik Rotter and Dennis Eilhoff (v.l.) ratlos nach dem Spiel © getty

Gegen Karlsruhe enttäuschen die Bielefelder bei einem Heimspiel zum zweiten Mal in Folge auf ganzer Linie. Der Trainer ist sauer.

Bielefeld - Die Zuschauer pfiffen sich den Frust von der Seele, die Spieler schlichen mit hängenden Köpfen vom Platz, und der Trainer war restlos bedient.

"So haben wir im Kampf um den Aufstieg nichts zu suchen", sagte Thomas Gerstner nach der 0:1 (0:1)-Heimpleite von Arminia Bielefeld gegen den Karlsruher SC.

Gegen die abstiegsgefährdeten Badener präsentierten die Bielefelder ihren Fans auf der Alm zum zweiten Mal nacheinander Fußball zum Abgewöhnen.

Dadurch wurde auch die aufkommende Aufstiegseuphorie nach dem 1:0 am vergangenen Wochenende in Hamburg im Keim erstickt.

"Das war gar nichts"

"Wir haben vor dem Spiel daran appelliert, mit der gleichen Leidenschaft wie in St. Pauli aufzutreten, doch manchmal wird man dann trotzdem nicht erhört", so Gerstner:

"Darüber wird zu reden sein."

Spielerisch schwach, ohne Selbstvertrauen und Ideen agierte die Arminia gegen den KSC, der zuvor seit der Winterpause einen einzigen Sieg zustande gebracht und sechs Niederlagen kassiert hatte.

"Uns ist nichts eingefallen. Mit so einer Leistung haben wir keine Ansprüche, oben dabei zu sein", urteilte Mittelfeldspieler Giovanni Federico nach der Niederlage gegen seinen Ex-Klub.

Auch Andre Mijatovic wollte nichts beschönigen: "Das war gar nichts. Wenn wir so spielen wie heute, haben wir kein Chance."

Die nächste verpasste Chance

Mit der "Nicht-Leistung" (Gerstner) verpasste es die Arminia erneut, sich im Kampf um die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus eine ausgezeichnete Ausgangsposition zu verschaffen.

Nachdem Düsseldorf beim 0:0 gegen Fürth Punkte liegen gelassen und St. Pauli eine überraschende 1:2-Niederlage bei 1860 München kassiert hatte, hätte Bielefeld mit einem Sieg an der Fortuna vorbeiziehen und nach Punkten mit den Hamburgern gleichziehen können.

Jetzt bleibt es bei drei Punkten Rückstand zum Relegationsplatz. Vor zwei Wochen hatte die Arminia bei der 1:2-Heimpleite gegen Duisburg eine ähnlich gute Chance liegen lassen.

Entsprechend groß war der Unmut der Fans, die vereinzelt sogar die Ablösung des Trainers forderten. Doch der blieb gelassen.

Gerstner blickt nach vorn

"Es geht nicht darum, ob die Leute 'Gerstner raus' rufen. Es geht um den Verein und nicht um eine Person", sagte der Coach und richtete den Blick nach vorn:

"Wir haben weiterhin alle Chancen, oben dabei zu sein. Wir haben Ziele, die wollen wir erreichen."

Für Aufmunterung am tristen Abend sorgte ausgerechnet der Spielverderber.

"Bielefeld ist immer noch im Aufstiegsrennen dabei", sagte der in der Kritik stehende KSC-Trainer Markus Schupp, dessen Konzept aufgegangen war.

"Wir haben versucht, über Konter zum Erfolg zu kommen. Das ist uns in der ersten Halbzeit gut gelungen", so Schupp, der in der Jugend gemeinsam mit Gerstner beim 1. FC Kaiserslautern gespielt hat.

"Glücksbringer" Krebs

Für die Karlsruher, die jetzt sieben Punkte vor dem Relegationsplatz liegen und sich etwas von der Abstiegszone abgesetzt haben, war einmal mehr Gaetan Krebs der Matchwinner.

"Ich habe drei Tore in dieser Saison gemacht, und dreimal haben wir gewonnen. Vielleicht bin ich der Glücksbringer", sagte der Franzose.

Vorzeitige Glückwünsche zum Klassenerhalt wollte der Siegtorschütze aber nicht entgegennehmen: "Wir haben jetzt etwas Luft. Aber wir sind noch nicht durch."

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