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Michael A. Roth ist seit 1994 Präsident des 1. FC Nürnberg © getty

Aus finanzieller Sicht gibt es beim Club nur Positives zu berichten. Und Präsident Roth stärkt dem Trainer den Rücken.

Nürnberg - Trotz des Bundesliga-Abstiegs und der sportlichen Krise in der Zweiten Liga hat der 1. FC Nürnberg im Geschäftsjahr 2007/2008 einen Gewinn von 1,4 Millionen Euro erwirtschaftet.

Damit ist er Club absolut schuldenfrei und hat neben seinen stillen Reserven sogar noch 500.000 Euro Eigenkapital auf der hohen Kante.

Bei der Mitgliederversammlung am Dienstag stärkte Präsident Michael A. Roth auch den seit seinem Amtsantritt ins sechs Spielen sieglosen Trainer Michael Oenning den Rücken.

Roth stärkt Oenning den Rücken

"Es gibt überhaupt keine Trainerdiskussion. Die Zusammenarbeit mit Oenning ist ausgezeichnet, das ist keiner, der wie andere Porzellan zerschlägt", erklärte Roth mit Blick auf seine Vorgänger Hans Meyer und Thomas von Heesen: "Wir können unser Ziel Aufstieg weiter erreichen."

Einem Vergleich mit Meyer will der Verein nur zustimmen, wenn der "im bescheidenen Rahmen bleibt". Meyer klagt auf Lohnfortzahlung, die den Club bis zu 1,7 Millionen Euro kosten können. Ein erster Gütetermin war Mitte September vor dem Arbeitsgericht Nürnberg gescheitert.

"Wir sind einem ergleich grundsätzlich nicht abgeneigt und wissen, dass noch keiner mit einem feuchten Händedruck alleine gegangen ist", meinte Roth.

Wie Oenning soll derweil auch der ebenfalls umstrittene Sportdirektor Martin Bader beim Pokalsieger von 2007 mit im Boot bleiben, den Roth allerdings als "zu menschlich, zu ehrlich und manchmal zu weich" charakterisierte.

Positive Bilanzen

Finanziell gab es im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Stichtag 30. Juni von Club-Finanzchef Ralf Woy nur Positives zu berichten: "Wir sind in der glücklichen Lage, einen Gewinn erzielt zu haben. Darauf sind wir genauso stolz wie auf die Tatsache, dass wir keinerlei Bankverpflichtungen und Darlehen haben."

Nach einem Gewinn von 1,6 Millionen Euro im vorherigen Geschäftsjahr 2006/2007 waren es diesmal 200.000 Euro weniger.

Die Gesamterträge stiegen auch dank der UEFA-Cup-Teilnahme um 8,7 Millionen Euro auf 60,7 Millionen Euro. Die Aufwendungen um 8,9 Millionen Euro auf 59,3 Millionen Euro.

Für den Profibereich wurden 25,8 Millionen Euro aufgewendet, darin sind mögliche Gehaltszahlungen im Zuge des Rechtsstreits mit Ex-Trainer Hans Meyer bereits enthalten.

Etat von 15 Millionen Euro geplant

Im laufenden Geschäftsjahr plant der Verein mit einem reduzierten Etat von 15 Millionen Euro und will zumindest eine schwarze Null schreiben. Woy: "Nochmal können wir diesen Etat in der Zweiten Liga allerdings nicht stemmen, dann sind wir auf Transfererlöse angewiesen. Wir werden kein Harakiri machen."

In der Zweiten Liga seien die Einnahmen gegenüber der Eliteklasse in den Bereichen TV oder Sponsoren um 30 bis 50 Prozent niedriger.

"Sollte es in dieser Saison mit dem Aufstieg nicht klappen, dann planen wir einen erneuten Angriff. Wir werden den 1. FC Nürnberg sicher nicht abmelden", so Woy.

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