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Thomas Gerstner übernahm den Posten des Cheftrainers am 24. Juni 2009 © getty

Arminia und ihr Cheftrainer gehen getrennte Wege. Dammeier sitzt in Aachen auf der Bank. Das Finanzloch ist wohl größer als angenommen.

München/Bielefeld - Arminia Bielefeld hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Thomas Gerstner getrennt.

Die Entscheidung war zuvor mit dem Aufsichtsrat abgestimmt worden.

Im Auswärtsspiel des Tabellenfünften am Freitag bei Alemannia Aachen (ab 17.45 Uhr LIVE) wird Sport-Geschäftsführer Detlev Dammeier zusammen mit den beiden Co-Trainern Frank Eulberg und Jörg Böhme die Mannschaft betreuen.

"Das ist in meinen Augen die logische Konsequenz, um die Dinge weiterzuentwickeln wie bisher - ohne alles umzukrempeln, meinte Dammeier, der nur für eine kurze Zeit als Trainer einspringen will. "Das ist meine vordergründige Idee. Jetzt geht es darum, kurzfristig Erfolg zu haben."

Schwache Heimspiele ausschlaggebend

Dammeier sei "die Beurlaubung von Thomas Gerstner sehr schwer gefallen, da er mein Wunschkandidat war", erklärte der Ex-Profi am Donnerstag.

"Die aktuelle sportliche Entwicklung sowie insbesondere die letzten Heimspiel-Leistungen haben letztendlich den Ausschlag für die Trennung gegeben. Gleichzeitig erhoffen wir uns mit dieser Maßnahme noch mal einen Schub im Hinblick auf die immer noch vorhandene Aufstiegschance."

Am Montag hatte Bielefeld im Heimspiel gegen Karlsruhe 0:1 verloren und einen kräftigen Rückschlag im Aufstiegskampf erlitten.

Zwei Wochen zuvor waren die Arminen auf der Alm beim 1:2 gegen den MSV Duisburg ebenfalls leer ausgegangen.

Noch kein Wunschkandidat

Nun gelte es, die volle Konzentration auf das Aachen-Spiel zu lenken, betonte Dammeier. "Die Mannschaft ist gefordert, eine entsprechende Reaktion zu zeigen. Anschließend werden wir uns möglichst zeitnah um eine Nachfolge-Lösung kümmern."

Einen Wunschkandidaten gibt es noch nicht. "Ich habe noch keine Gespräche mit möglichen Nachfolgern geführt", erklärte Dammeier.

Ex-Profi Gerstner hatte den Trainerposten bei zur laufenden Saison als Nachfolger von Jörg Berger übernommen, der es nicht geschafft hatte, Bielefeld vor dem Abstieg aus der Bundesliga zu bewahren.

Der als weitgehend unbekannter Co-Trainer von Sturm Graz gekommene 43-Jährige absolvierte von 1985 bis 1988 99 Zweitliga-Spiele für die Ostwestfalen.

Finanzloch wohl doch größer

Der Spielraum bei der Trainersuche dürfte angesichts der finanziellen Probleme des DSC allerdings eingeschränkt sein.

Das " Westfalen-Blatt".berichtet, dass das Finanzloch bei Arminia offenbar größer ist als zunächst angenommen. Demnach soll das Defizit in der Klubkasse bei 3,5 Millionen Euro liegen.

"Die Beträge liegen auseinander"

Nach Angaben der Tageszeitung ist die Deutsche Fußball Liga nach Durchsicht der Konsolidierungsunterlagen zu diesem Ergebnis gekommen. Die in finanzielle Schwierigkeiten geratene Arminia hatte die Summe, die im operativen Geschäft fehlt, auf 2,5 Millionen Euro beziffert.

Arminias kaufmännischer Geschäftsführer Heinz Anders wollte die Zahl nicht kommentieren, bestätigte aber, dass unterschiedliche Summen im Raum stehen: "Die beiden Beträge liegen in der Tat auseinander."

Anders behält die Ruhe

Beunruhigt ist Anders dennoch nicht. Die DFL habe inzwischen signalisiert, die an die Arminia gestellten Forderungen als erfüllt anzusehen. Da dem Verein aber noch nichts Schriftliches vorliege, könne er "noch keine komplette Entwarnung geben".

Bielefeld drohen für den Fall, dass die DFL-Vorgaben nicht erfüllt werden können, ein Punktabzug oder eine Geldstrafe.

Anders ist jedoch zuversichtlich, dass dieses verhindert werden kann: "Wir kommen dem Ziel deutlich näher."

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