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Milan Sasic holte 2008 seine Fußballlehrer-Prüfung nach © getty

Aus der Hölle nach ganz oben in acht Monaten: FCK-Coach Milan Sasic erklärt bei Sport1.de den Aufschwung der "Roten Teufel".

Von Katrin Freiburghaus

München - Als Milan Sasic im Februar als Trainer beim 1. FC Kaiserslautern auf der Trainerbank Platz nahm, herrschte Katastrophenstimmung.

Der FCK schwebte als Tabellen-16. in akuter Abstiegsgefahr und hatte aus vier Spielen nur einen Zähler geholt.

Acht Monate später stehen die "Roten Teufel" mit der jüngsten Mannschaft der Zweiten Liga trotz einer 0:5-Klatsche gegen Koblenz auf einem Aufstiegsplatz.

"Hohe Trefferquote"

Der 50-Jährige lobt gegenüber Sport1.de Veränderungen in der Vereinspolitik und vor allem den Einfluss des Vorstandsvorsitzenden Stefan Kuntz.

"Wir haben mit den Neuen eine sehr gute Trefferquote erzielt", sagt Sasic über dessen Transferpolitik.

Den Aufstieg hält Sasic in der aktuellen Saison für "vermessen", mittelfristig sei die Rückkehr in die Bundesliga aber klares Ziel.

Sport1: Herr Sasic, seit acht Monaten sitzen Sie beim FCK auf der Trainerbank - haben Sie es mal bereut?

Milan Sasic: In keiner Phase. Auch nicht in der härtesten, als es schwer war, noch daran zu glauben, dass man die Klasse hält. Kaiserslautern ist ein großartiger Verein und ich habe das für mich auch als Chance gesehen. Als Chance, etwas zu erreichen und einen Neuaufbau zu beginnen.

Sport1: Als Sie anfingen, stand der FCK auf einem Abstiegsplatz, jetzt ist der Klub Dritter - arbeitet es sich jetzt ruhiger?

Sasic: Nein. Aber ich mag auch keine Ruhe, denn die bringt uns nicht weiter. Ich liebe Anspannung, der große Unterschied ist nur, dass wir jetzt positive Anspannung haben. Wir haben es damals erst in den letzten 20 Minuten der Saison geschafft, die Klasse zu halten, jetzt haben wir im Alltag eine ganz andere Situation.

Sport1: Wie sieht die aus?

Sasic: Wir arbeiten sehr viel, aber wir respektieren und akzeptieren uns und es herrscht sehr großes Vertrauen. Es ist eine Art, miteinander umzugehen, die ich mag. Es herrscht eine unheimlich positive Arbeitsatmosphäre, da fragt keiner wie lange noch trainiert wird, oder wie oft.

Sport1: Dass der FCK momentan an der Spitze mitmischt, liegt aber sicher nicht nur an der guten Stimmung. Was hat sich verändert?

Sasic: Eine Person allein kann für so etwas nicht verantwortlich sein, es sind mehrere Faktoren. Ein sehr wichtiger ist die veränderte Vereinspolitik Die Verpflichtung von Stefan Kuntz , einem Idol in der Region. Er ist nicht nur als ehemaliger Fußballer zurückgekommen, sondern als sehr guter Manager, der schon nachgewiesen hat, dass er viel bewegen kann. Der zweite sehr wichtige Faktor ist, dass wir zusammen ein Konzept aufgestellt haben.

Sport1: Das worin bestand?

Sasic: Wir wollten uns beim Aufbau der neuen Mannschaft auf Spieler konzentrieren, die schon länger in Deutschland Fußball spielen oder Deutsche sind. An diese Kriterien haben wir uns gehalten, und deshalb hat unsere Verpflichtungsphase ein bisschen länger gedauert. Wir haben interessante, hungrige Spieler geholt, die viel mehr vor als hinter sich haben.

Sport1: Sind Sie zufrieden mit den Neuzugängen?

Sasic: Wir haben uns Mühe gegeben und mit den Neuen eine sehr gute Trefferquote erzielt. Das spricht für Stefan Kuntz, er hat ein gutes Händchen. Auch in Bochum hat er einen unbekannten griechischen Spieler geholt, und der wurde dann Torschützenkönig. Ich bin zufrieden mit den Neuzugängen, aber nicht nur mit denen. Auch die Spieler, die schon da waren, haben sich positiv verändert. Das führt dazu, dass wir eine gesunde Einheit haben, obwohl wir die jüngste Mannschaft sind.

Hier geht es weiter zum zweiten Teil.

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