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Milan Sasic (r.) war von 2002 bis 2007 Trainer in Koblenz © getty

Aus der Hölle nach ganz oben in acht Monaten: FCK-Coach Milan Sasic erklärt bei Sport1.de den Aufschwung der "Roten Teufel".

München - Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews spricht FCK-Trainer Milan Sasic über die Entwicklung seiner Mannschaft.

Besonders positiv hebt er Kapitän Axel Bellinghausen hervor: "Er kämpft noch in der 92. Minute - solche Typen braucht der FCK."

Gegen Ahlen aus Sasic' Sicht eine Reifeprüfung für seine junge Truppe an.

Sport1: Beim 0:5 gegen Koblenz wurde die Mannschaft zuletzt ganz schon durchgeschüttelt ?

Sasic: Auch bei dieser schweren Niederlage habe ich auf dem Platz eine Einheit gesehen, die bis zur 90. Minute alles versucht hat.

Sport1: Was haben Sie mit Erik Jendrisek gemacht - in der vergangenen Saison war er das Sorgenkind, jetzt schießt er ein Tor nach dem anderen?

Sasic: Er ist das beste Beispiel dafür, wie sich ein Spieler verändert hat. Ich bin sehr froh, dass er inzwischen viele Dinge annimmt. Als ich angefangen habe, war da eine Blockade wie bei vielen anderen auch. Es war vielleicht einfach zu viel Neues, vielleicht war er auch meine Art nicht gewöhnt. Aber wir hatten damals keine Zeit, deshalb mussten wir manchmal harte Entscheidungen ohne Rücksicht auf Verluste treffen.

Sport1: Auch Axel Bellinghausen hat sich enorm entwickelt?

Sasic: "Geht nicht" gibt es für ihn nicht. Solche Typen braucht der FCK. In dieser Hinsicht sind wir uns sehr ähnlich. Man muss es immer versuchen, man darf nie aufgeben, und er tut das. Er kämpft noch in der 92. Minute und ist bereit, auf jeder Position alles zu geben. Das ist für ihn keine Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhälnis. Es ist Herzblut dabei und mit viel Leidenschaft für die Sache.

Sport1: Anel Dzaka hat es mit der Leidenschaft bei zwei Gelb-Roten Karten zuletzt ein wenig übertrieben.

Sasic: Ich kenne Dzaka, er ist einer feiner Junge und ein absoluter Profi. Man kann dem Schiedsrichter natürlich keinen Vorwurf machen, aber Dzaka wollte das nicht. Man muss das nicht kritisieren, aber natürlich darüber reden, weil er uns fehlt, ganz klar. Aber er hat auf keinen Fall ein Disziplinproblem. Ich liebe Spieler mit einer intelligenten Aggressivität.

Sport1: Am nächsten Spieltag kommt Ahlen, die sind als Vierter gut gestartet. Was erwartet Sie und Ihr Team?

Sasic: Eine Reifeprüfung. Wir hatten eine super Serie, jetzt haben wir eine richtige Klatsche bekommen - ich bin gespannt, was eine junge Mannschaft nach so einem Fünferpack macht. Ahlen ist für mich der optimale Gegner. Eine Überraschungsmannschaft, die bis jetzt sehr guten Fußball gespielt hat. Ich freue mich darauf, zu überprüfen, wie weit wir schon sind.

Sport1: Mit dem dritten Platz könnte man am Saisonende aufsteigen. Denken Sie darüber nach?

Sasic: Nein, das wäre nach so einer Saison wie der letzten absolut vermessen. Aber das mittelfristige Ziel muss der Aufstieg sein, das ist uns allen klar. Und wir haben das gemeinsame Interesse, mit dem FCK so zu arbeiten, dass wir eines Tages die Perspektive dazu haben.

Hier geht es zurück zum ersten Teil.

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