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Seit 2006 beim FC Augsburg, seit dieser Saison Kapitän: Mittelfeldmann Lars Müller © getty

Augsburgs Kapitän analysiert die Lage beim Tabellen-17. Er ist sicher: Der FCA komme zurück, weil alle Voraussetzungen stimmten.

Von Mathias Frohnapfel

München/Augsburg - Tristesse statt Aufbruchstimmung in Augsburg.

Dem FC Augsburg gelang in den ersten sieben Saisonspielen nur ein Sieg. Zuletzt unterlag der Tabellen-17. Aufsteiger Rot-Weiß Oberhausen mit 1:2.

Dabei hatte sich die Mannschaft von Trainer Holger Fach nach der Katastrophen-Saison 2007/2008 geschworen, dass jetzt alles besser werde.

FCA-Kapitän Lars Müller erklärt im Interview mit Sport1.de, wieso der Auftakt so schwer fiel. Und er macht den Anhängern Mut - trotz allem.

Sport1.de: Herr Müller, woran liegt es, dass der FCA sich plötzlich die Tabelle von unten anschauen muss?

Lars Müller: Wir schießen zu wenig Tore und bekommen zu viele. Es gibt eben in diesem Beruf immer Sachen, die positiv laufen und andere negativ. Wer das letzte Spiel gegen Oberhausen gesehen hat, kann das verstehen. Wir waren klar die bessere Mannschaft, doch wir machen das Tor nicht.

Sport1.de: Imre Szabics vergab ja kurz vor Schluss eine Riesenchance. Steckt jetzt die Krise schon in den Köpfen?

Müller: Jeder, der mal vor die Kugel getreten hat, weiß, dass einem in einer solchen Situation alles durch den Kopf geht - nur mit Sicherheit nicht die Tabelle. Es werden aber auch wieder Zeiten kommen, in denen wir in der 87. Minute das Tor machen und gewinnen.

Sport1.de: Ihr Team hatte einen sehr schweren Aufgalopp, musste gegen Freiburg, Mainz und Duisburg ran. Fehlte die Zeit, die neuen Leute zu integrieren?

Müller: Die Zeit dafür war ja in der Vorbereitung. Dann hatten wir aber gleich zu Beginn etwas Verletzungspech, mussten die eigentlich eingespielte Mannschaft häufiger ändern. Klar, kann man sehen, dass wir stärkere Gegner hatten. Wehen hat gegen Freiburg und Mainz 0:5 verloren. Im direkten Vergleich sind wir da um einiges besser. Was zählt, sind dennoch die fehlenden Punkte.

Sport1.de: Sie haben noch anderthalb Wochen Vorbereitung aufs nächste Liga-Spiel. Was wird da getan, um die Mannschaft in der ernsten Situation aufzurichten?

Müller: Richtig: Die Situation ist ernst, aber alles andere als hoffnungslos. Wir merken als Spieler, wie wir tagtäglich arbeiten und was wir können. Es ist nicht angesagt, Konzepte über den Haufen zu werfen, die wir bisher verfolgt haben. Es ist längst nicht alles schlecht.

Sport1.de: Was macht Ihnen Hoffnung?

Müller: Das ganze Paket eben. Wir trainieren gut, sind topfit. Wir haben Oberhausen auswärts dominiert. Und wir spielen uns Chancen raus. Die werden wir zwangsläufig auch irgendwann ummünzen. Außerdem: Wir haben keinen Stinkstiefel in der Mannschaft, der querschießt. Das sind alles Dinge, die dafür sprechen, dass wir da unten rauskommen.

Sport1.de: Andere Kapitäne sagen in solchen Situationen: "Jetzt müssen wir einen draufmachen, um die Köpfe freizubekommen". Was halten Sie von solchen Aktionen?

Müller: Man kann letztlich nichts erzwingen. Auch keine Kameradschaft. Entweder es kommt aus der Mannschaft oder nicht. Wir müssen auch nichts auf Teufel heraus etwas erzwingen ? außer Spiele zu gewinnen. In allen anderen Dingen sind wir auf einem guten Weg.

Sport1.de: Tut es dem Team besonders leid, dass der FCA so schwächelt, während das neue Stadion immer weiter wächst?

Müller: Klar, wollen wir alle in der impuls arena in der Zweiten Liga spielen. Aber im Moment spielen wir in erster Linie, um Punkte zu holen, nicht für die impuls arena.

Sport1.de: Die Fans haben äußerst kritisch reagiert. Sie scheinen weitaus weniger geduldig als in der Vorsaison, als sich Augsburg erst am letzten Spieltag rettete. Warum?

Müller: Wir haben eben schon letzte Saison nicht gut gespielt. Dann war die Hoffnung der Fans groß, dass es jetzt besser läuft. Wenn man dann so einen Start hinlegt wie wir, sind die Fans nun mal sauer.

Sport1.de: Wird die Partie gegen St. Pauli für Trainer Holger Fach zum Schicksalsspiel?

Müller: Sie sprechen da mit dem Falschen. Aber die Mannschaft steht hinter dem Trainer, auch wenn das ein häufig benutzter Satz ist. Wie gesagt, wir sind topfit, spielen ordentlich ? bis auf die Punkte. Wir sehen alle eine Weiterentwicklung unter diesem Trainer und hoffen, dass wir jetzt die Sache mit einem Sieg gegen St. Pauli wieder entspannen können.

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