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Arminia Bielefeld wird den Weg in Zukunft ohne Hans-Hermann Schwick (r.) antreten © getty

Nach dem Rücktritt von Vorstands-Boss Hans-Herrmann Schwick wird auch Manager Detlev Dammeier in Frage gestellt.

Von Ingo Weber

München - Chaos-Arminia - Probleme und kein Ende. Nach dem Punkteabzug durch die DFL kündigte am Montag Vorstands-Boss-Hans Herrmann Schwick seinen Rücktritt an.

Auf der Mitgliederversammlung am 6. Juni wird er nicht zur Wiederwahl antreten und sein Amt zur Verfügung stellen.

Nach 20 Jahren bei den Arminen soll Schluss sein. "Ich habe eine Lebensentscheidung getroffen", sagte Schwick der "Neuen Westfälischen Zeitung".

Trotz der finanziell angespannten Lage bei der Arminia schloss Schwick aus, dass sein Entschluss etwas damit zu tun habe. Dieser sei bereits im Februar gereift.

Dammeier vor dem Aus?

Ob das wirklich der Wahrheit entspricht, sei dahin gestellt. Denn hinter den Kulissen knistert es weiter ganz gewaltig.

Bereits am Montagabend wurde Manager Detlev Dammeier vom Aufsichtsrat zum Rapport gebeten.

Da mit Schwick ein großer Fürsprecher Dammeiers geht, ist die Lage für Dammeier prekär.

Laut "Bild" soll sein Rauswurf beschlossene Sache sein.

Auch Prokurist Henrik Wiehl, ehemals rechte Hand des früheren Finanz-Geschäftsführers Roland Kentsch, trat zurück.

Vorschlag zur Neuausrichtung

Doch gibt es trotz der turbulenten Lage Hoffnung.

Verwaltungsrat, Aufsichtsrat und Präsidium haben nach etlichen Diskussionen mit einem Expertenteam und Vertretern der Wirtschaft einen Vorschlag zur Neuausrichtung ausgearbeitet.

"Ziel soll sein, durch eindeutige Festlegung der Zuständigkeiten die Qualität der Entscheidungen zu verbessern", heißt es in einer Presseerklärung des Vereins.

Die Neustrukturierung sei nach einer Empfehlung der DFL entschieden worden, und auch ein wichtiger Schritt zur Lizenzsicherung für die kommende Saison.

"Dieses Konzept kann ein Anfang sein", sagte der Verwaltungsratsvorsitzende Wolfgang Lohmeier.

Das letzte Wort bezüglich der Neustrukturierung haben jedoch die Mitglieder. Das Modell soll ihnen beim Mitgliederabend am 28. April in der Schüco-Arena vorgestellt werden.

Finanzprobleme nicht gelöst

Um die Pläne realisieren zu können, müssten die Mitglieder zunächst eine Satzungsänderung beschließen. Dazu ist eine Dreiviertelmehrheit notwendig.

Erst dann wäre der Weg frei, um bei der Jahreshauptversammlung im Juni über die Umstrukturierung abzustimmen.

Doch trotz der neuen Ideen seien die Finanzprobleme für die kommende Saison noch nicht gelöst.

"Es liegt viel Arbeit vor uns. Wir müssen noch einen hohen siebenstelligen Betrag für die neue Saison zusammenbekommen", bestätigte der Finanzvorsitzende Heinz Anders der "Bild".

Vor dem finanziellen Aus wurden die Ostwestfalen vorerst gerettet, doch die Probleme im Verein bleiben.

Nachdem sich fast alle der Unternehmen, die Ende 2009 das Finanzloch von 7,3 Millionen Euro gestopft hatten, bis auf weiteres zurückgezogen haben, bleibt zumindest Schüco, bisher schon Namensgeber der Bielefelder Arena, für die Saison 10/11 als Trikotsponsor erhalten.

"Übergangssaison" steht bevor

"Es muss darum gehen, den Verein gut nach vorne auszurichten. Dazu braucht es eine gesunde Plattform", meinte Dirk U. Hindrichs, geschäftsführender Gesellschafter der Schüco KG.

Ein Amt bei den Arminen wolle Hindrichs jedoch noch nicht übernehmen.

"Die kommende Zweitligasaison dürfte eine Übergangssaison werden. Von Aufstieg zu sprechen wäre unrealistisch. Zuerst müsse die Basis gelegt werden, und zwar nicht nur finanziell, sondern auch sportlich. Ich hätte nichts dagegen, die Mannschaft neu aufzubauen. Das muss meiner Ansicht nach doch sowieso sein", sagte Hindrichs.

Letztes Spiel unter dem Interimstrainer

Zu allem Überfluss wird Interimstrainer Detlev Dammeier beim Auswärtsspiel in Cottbus am Samstag zum letzten Mal auf der Bank sitzen. (DATENCENTER Zweite Liga)

Weil Dammeier nicht im Besitz einer Fußballlehrer-Lizenz ist, muss er laut den Statuten der DFL spätestens am 1. April seinen Platz räumen.

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