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Der TSV 1860 spielte zum letzten Mal am 3. April 2005 im Münchner Olympiastadion © getty

Die "Löwen" wollen zurück ins Olympiastadion. Bürgermeister Ude macht Mut, auch wenn dem Unternehmen zwei Verträge im Weg stehen.

Von Björn Seitner

München - 1860 ist auf der Suche - auf der Suche nach einem neuen Stadion.

In der Allianz Arena des FC Bayern sind die "Löwen" nur Mieter - und das noch bis 2025. Bei einem jährlichen "Mietpreis" von rund 5,3 Millionen Euro ist das für den klammen TSV fast unmöglich zu stemmen.

Nach dem Scheitern der "Projektgruppe Stadionzukunft" um die Sanierung und die damit verbundene Rückkehr ins alt-ehrwürdige Grünwalder Stadion prüft der Verein nun eine letzte Möglichkeit - die "Alternative Olympiastadion".

"Wir denken darüber nach"

"Auf der Suche nach einer neuen 'Löwen'-Heimat haben wir einen herben Rückschlag erlitten, bestätigte 1860-Präsident Rainer Beeck der "Bild".

"Das heißt aber keinesfalls, dass wir unser großes Ziel aufgeben. Wir werden die Suche nach Lösungen, die für uns wirtschaftlich erträglich, sportlich sinnvoll und vereinspolitisch wünschenswert sind, mit ungebremster Energie fortsetzen."

Konkreter formuliert es sein Stellvertreter Franz Maget: "Wir denken über die Alternative Olympiastadion nach."

"Die Arena passt wunderbar zum FC Bayern. Aber für 1860 ist dieses Stadion zu groß und vor allem zu teuer. Deswegen muss das Olympiastadion geprüft werden", so Maget weiter.

Zwei Verträge stehen im Weg

Mit 69.000 Plätzen wäre das 1972 erbaute Olympiastadion zwar vermutlich immer noch zu groß für einen Zweiligisten, aber die Kosten wären nicht einmal halb so hoch wie in der Allianz Arena.

Doch zwei Verträge stehen dem Unternehmen des derzeitigen Tabellen-Siebten im Weg. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zum einen der Vertrag mit dem FC Bayern.

Zum anderen ein Übereinkommen zwischen der Stadt München und der Stadion GmbH, wonach im Olympiastadion keine Profi-Fußball-Spiele mehr stattfinden dürfen.

Bürgermeister Ude macht Mut

"Es gibt derzeit noch zu viele Fragezeichen", sagte Maget. Und auch Geschäftsführer Manfred Stoffers ist noch pessimistisch: "In der augenblicklichen rechtlichen Situation ist eine Rückkehr ins Olympiastadion noch ausgeschlossen."

Aussagen, die die Verantwortlichen allerdings nicht von ersten Gesprächen abhielten, wie Münchens Oberbürgermeister und Olympiapark-GmbH-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Ude der "tz" bestätigte:

"Wenn die Löwen nachweisen können, dass sie aus den Verträgen mit der Allianz Arena GmbH herauskommen, dann gilt ihnen unsere volle Sympathie für eine langfristige und entgültige Entscheidung für das Olympiastadion als Spielstätte."

Hoeneß als Kapellmeister?

Worte, die den "Löwen"-Anhängern Mut machen werden, denn FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte schon angekündigt:

"Wenn uns der TSV 1860, aus welchen Gründen auch immer, bitten sollte, aus dem jetzigen Vertrag auszusteigen, dann werde ich die Kapelle, die die Sechziger aus dem Stadion begleitet, persönlich mit dem Defiliermarsch anführen."

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