vergrößernverkleinern
Marius Ebbers hat für St. Pauli bislang 25 Zweitligatreffer erzielt © getty

Vor dem Topspiel gegen den FC Augsburg gibt sich St. Paulis Angreifer Marius Ebbers bei SPORT1 sehr selbstbewusst - aus Erfahrung.

Aus Hamburg berichtet Jürgen Blöhs

Hamburg - Das Hamburger Millerntor ist am Abend Schauplatz des wegweisenden Duells zwischen dem Tabellen-Zweiten FC St. Pauli und dem Dritten FC Augsburg (ab 19.45 auf SPORT1, ab 20 Uhr LIVE).

Auch wenn man bei den Gastgebern das Wort "Endspiel" nicht in den Mund nehmen möchte, so ist doch jedem klar, dass in dieser Partie "eine Vorentscheidung" über den Aufstieg in die Bundesliga fällt. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

"Der Sieger hat zumindest Rang drei sicher und ist auf dem besten Weg zum direkten Aufstieg", ist nicht nur Marius Ebbers klar, der bereits mit dem 1. FC Köln und Alemannia Aachen in die Bundesliga augestiegen ist.

SPORT1 sprach mit dem 32-Jährigen, der mit 15 Treffern und sieben Vorlagen großen Anteil am überraschenden Höhenflug der Braun-Weißen hat.

SPORT1: Herr Ebbers, warum spielt der FC St. Pauli in der kommenden Saison in der Bundesliga?

Marius Ebbers: Weil wir auf Platz zwei stehen und eine bessere Qualität haben als die Mannschaften, die hinter uns stehen. Mir fällt keine Mannschaft ein, die viel besser ist als wir. Außerdem starten wir gegen Augsburg eine Serie von fünf Siegen in Folge.

SPORT1: Gerade auswärts ist der Klub mit bereits neun Siegen mehr als doppelt so erfolgreich wie in den vergangenen Jahren. Was macht den FC St. Pauli 2010 aus?

Ebbers: Wir haben in der Breite der Mannschaft eine viel höhere Qualität und können Ausfälle viel besser auffangen als in der Vergangenheit. Dazu kommt, dass die Neuzugänge gut eingeschlagen haben. Und alle, die im vergangenen Jahr schon hier gewesen sind, vor allem die jüngeren Spieler, haben an Qualität noch einmal dazugewonnen.

SPORT1: Saisonziel war ja ursprünglich eine um einen Platz bessere Platzierung als in der Vorsaison. Ein Ziel, über das man wohl nicht mehr reden muss. Seit wann redet man vom Aufstieg?

Ebbers: Offiziell seit einigen Wochen. Innerhalb der Mannschaft schon etwas länger. Und ich habe schon in der Hinrunde mit Trainer Holger Stanislawski und einigen erfahrenen Spielern darüber geredet, dass die anderen auch nicht besser sind und da mehr drin ist.

SPORT1: Also ungefähr nach dem tollen Start in die Rückrunde mit vier Siegen in Folge?

Ebbers: Das kommt hin.

SPORT1: Dann gab es eine Serie von vier Spielen ohne Sieg. Wurde da der Mannschaft plötzlich bewusst, dass ja plötzlich viel mehr drin ist und Druck sowie Nervosität umso größer?

Ebbers: Nein. Wir hatten da unsere Schwächephase, die irgendwann in der Saison jede Mannschaft hat. Das gehört einfach dazu, zumal wir eine sehr junge Mannschaft haben, die permanent an der Leistungsgrenze gespielt hat. Da fällt man einfach mal in ein Loch. Das ist vorbei. Wir haben uns sehr gut gefangen.

SPORT1: Nach Köln und Aachen wäre es Ihr dritter Aufstieg. Können Sie die mal vergleichen?

Ebbers: Das ist schwierig. Köln hatte eine starke Mannschaft und extra Trainer Huub Stevens verpflichtet, damit der Aufstieg auf jeden Fall realisiert wird. Da war der Aufstieg Pflicht. In Aachen war der Aufstieg schon das Saisonziel, aber so, wie eigentlich jedes Jahr bei dem alten Traditionsverein. Wenn's nicht geklappt hätte, wäre es kein Beinbruch gewesen.

SPORT1: Und bei St. Pauli?

Ebbers: Der Aufstieg mit St. Pauli wäre sicher der überraschendste, weil überhaupt nicht geplant. Dementsprechend groß werden wohl auch die Feierlichkeiten ausfallen - zumal der Verein in diesem Jahr auch noch 100. Geburtstag feiert.

SPORT1: Mit Aachen mussten Sie dann den Wiederabstieg in die Zweite Liga erleben. Ist St. Pauli stark genug, die Bundesliga zu halten?

Ebbers: Ich glaube schon. Der Stamm der Mannschaft kann auf jeden Fall in der ersten Liga mithalten. Wir müssen sicherlich alle noch einmal an Qualität hinzugewinnen, aber die Mannschaft ist jung und hat riesiges Potenzial. Aber wir wissen schon, dass wir permanent an unsere Leistungsgrenze gehen müssen. Wir haben halt nicht die Mittel wie andere Vereine. Das beste Beispiel ist Mainz 05: Da haut jeder zu 100 Prozent rein. So ist der Abstieg kein Thema.

(SERVICE: Der Tabellenrechner der Zweiten Liga)

SPORT1: Beschäftigt man sich schon mit möglichen Gegnern in den Relegationsspielen, für den Fall, dass am Ende Rang drei rausspringen sollte?

Ebbers: Das ist in der Mannschaft kein Thema. Die Verantwortlichen wie der Trainer werden sich aber bestimmt damit beschäftigen.

SPORT1: Wie endet die Partie gegen den FC Augsburg?

Ebbers: Mit einem Sieg, weil wir zu Hause spielen und wir, wenn wir unsere Leistung abrufen, eine höhere Qualität haben als der Gegner.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel