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Gunesch (l.) und St. Pauli besiegten Brunnemann und Berlin in Hinrunde mit 3:0 © getty

St. Pauli will beim Gastspiel in Berlin einen weiteren großen Schritt in Richtung Bundesliga machen. Rostock steht unter Druck

Von Tobias Hlusiak

München - Vier Tage nach der 3:0-Heimparty gegen Aufstiegskonkurrent FC Augsburg steht für den FC St. Pauli (Sa., ab 12.45 Uhr LIVE) wieder der graue Ligaalltag auf dem Programm.

In der "alten Försterei" in Berlin muss ein Sieg eingefahren werden, sonst war die Gala gegen den FCA für die Katz.

Druck will der Coach Holger Stanislawski aber nicht aufkommen lassen: "Wir können nichts verlieren, das gilt auch jetzt noch."

Die Stärke seines Teams kommt für den Trainerschein-Novizen nicht überraschend. "Vor der Saison", betont Stanislawski aber, "hat uns so etwas niemand zugetraut".

Allerdings hat Augsburg am Freitagabend gegen Duisburg gewonnen und sitzt den Norddeutschen aktuell mit nur einem Punkt Rückstand im Nacken. Sollte St. Pauli aber siegen, wäre das alte Vier-Punkte-Polster wiederhergestellt und ein wichtiger Schritt in Richtung direkter Aufstieg gemacht.(DATENCENTER Zweite Liga)

Union braucht Punkte

Ganz andere Sorgen hat Union Berlin. Nach einem starken ersten Saisondrittel sind die Eisernen mittlerweile in untere Tabellenregionen abgerutscht.

Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf die Abstiegszone. Punkte müssen dringend her.

Die ausstehenden Gegner sind durchweg in der oberen Tabellenhälfte angesiedelt. Aber bisher war das kein Problem für Union: vergangene Woche konnte man einen Punkt aus Kaiserslautern entführen.

Rostock unter Druck

Im zweiten Spiel steht Rostock im Abstiegskampf gegen den FSV Frankfurt (Sa., ab 12.45 Uhr LIVE) unter Druck. Hansa-Trainer Marco Kostmann lässt sich aber nicht aus der Ruhe bringen. (Zur Meldung: SPORT1.de-Interview mit Kostmann)

"Das Spiel ist eminent wichtig, aber es ist kein Endspiel. Selbst wenn wir gewinnen, können wir uns nicht zurücklehnen", sagt Kostmann.

Die Hanseaten haben als einziger Ost-Klub noch nie unterhalb der Zweiten Liga gespielt, bei einer Pleite gegen die Hessen wird zumindest die Relegation aufgrund des schwierigen Restprogramms kaum noch zu verhindern sein.

1. FC Kaiserslautern, Energie Cottbus und Fortuna Düsseldorf heißen die nächsten Gegner. Es bleibt für Rostock also kaum eine Alternative als zu siegen.

"Energievampire" sollen ausgeschaltet werden

Beim FSV gibt man sich gelassen, versucht den Druck auf die Norddeutschen abzuwälzen.

"Wir spüren die Nervosität aus Rostock kommend, die daraus kein Endspiel machen wollen. Es ist aber für alle Beteiligten ein sehr wichtiges Spiel. Wir können mit dieser Situation besser zurechtkommen und lockerer ins Spiel gehen", sagt FSV-Geschäftsführer Bernd Reisig.

Reisig hatten allen Grund zum Optimismus, denn Hansa ist das schlechteste Team der Rückrunde. Doch von solchen Statistiken will Kostmann nichts hören.

Seine Spieler sollen sich nur mit positiven Dingen beschäftigen. "Was ich ganz wichtig finde, ist, dass es versucht wird, die 'Energievampire' aus dem Umfeld auszuschalten. Sich nur mit Leuten zu umgeben, die einem auch Energie geben und sie nicht von einem absaugen."

Die Fakten zum 31. Spieltag

Union Berlin - FC St. Pauli: Die seit sieben Begegnungen sieglosen Berliner spielten in den jüngsten fünf Partien viermal Unentschieden. St. Pauli hat vier seiner vergangenen fünf Spiele gewonnen und damit einen großen Schritt zum Aufstieg in die Bundesliga gemacht. Die Hamburger blieben in dieser Saison auswärts nur dreimal ohne eigenen Treffer. (Hinrunde: 0:3)

Hansa Rostock - FSV Frankfurt (beide Samstag, 13 Uhr): Die Rostocker, die das schwächste Team der Rückrunde stellen, haben ihre letzten beiden Heimspiele gewonnen. Frankfurt hat keine seiner letzten vier Auswärtspartien gewonnen. Mit nur zehn Treffern in 15 Auswärtsbegegnungen hat Frankfurt die schwächste Auswärtsoffensive der Liga. (Hinrunde: 1:0)

Rot-Weiß Oberhausen - Energie Cottbus: Nach zuvor drei Siegen in Folge kassierte Oberhausen zuletzt eine 0:1-Niederlage in Frankfurt. RWO konnte vier seiner jüngsten fünf Heimspiele gewinnen, zwei davon ohne Gegentor. Cottbus feierte zuletzt drei Siege in Serie und erzielte dabei jeweils mindestens zwei Treffer. (Hinrunde: 0:3)

Rot Weiss Ahlen - Alemannia Aachen: Ahlen ist nach zuletzt fünf Niederlagen wohl nicht mehr vor dem Abstieg zu retten. In den letzten beiden Heimspielen blieben die Rot-Weissen jeweils ohne eigenes Tor. Aachen ist in der Rückrunde noch ohne Auswärtserfolg und blieb zuletzt zweimal auf fremden Plätzen ohne eigenen Treffer. (Hinrunde: 2:0)

Fortuna Düsseldorf - 1860 München (alle Sonntag, 13.30 Uhr): Die im heimischen Stadion in dieser Saison noch ungeschlagenen Düsseldorfer sind seit sieben Heimspielen ohne Gegentor. Die Münchner haben zwei ihrer jüngsten drei Auswärtspartien verloren. In Düsseldorf konnte der TSV nur einen seiner bislang acht Auftritte gewinnen. (Hinrunde: 2:2)

Arminia Bielefeld - 1. FC Kaiserslautern (Montag, 20.15 Uhr): Bielefeld, das seine jüngsten beiden Heimauftritte gewonnen hat, konnte nur drei seiner bislang 14 Heimspiele gegen Kaiserslautern gewinnen. Der bislang letzte Erfolg gegen die Lauterer gelang den Arminen beim 3:2 am 10. September 1983. Der FCK, der die stärkste Defensive der Liga stellt, fuhr aus seinen jüngsten beiden Auswärtspartien nur einen Zähler ein. (Hinrunde: 0:1)

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