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Florian Bruns (l.) von St. Pauli setzt sich gegen den Koblenzer Frank Wiblishauser durch © getty

Die Hamburger holen gegen die TuS wichtige Punkte und haben den Relegationsplatz schon sicher. Ebbers erzielt seinen 18. Treffer.

Hamburg - Nach einer Galavorstellung in einem verrückten Spiel ist die Rückkehr in die Bundesliga nach acht Jahren Abstinenz für den FC St. Pauli zum Greifen nahe.

Die Hamburger besiegten Abstiegskandidat TuS Koblenz mit 6:1 (2:0).

Dadurch hat das Team von Trainer Holger Stanislawski nun mindestens den Relegationslatz sicher und vorübergehend vier Punkte Vorsprung auf den Dritten FC Augsburg, der am Sonntag beim FSV Frankfurt antreten muss. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

Koblenz hat nach dem gleichzeitigen 1:0-Sieg von Hansa Rostock bei Tabellenführer 1. FC Kaiserslautern bei sechs Punkten Rückstand auf Platz 16 und einer deutlich schlechteren Tordifferenz in den letzten beiden Spielen kaum noch Chancen auf den Klassenerhalt.

Ebbers erzielt 18. Saisontreffer

Nach einem verschossenen Foulelfmeter von Matthias Lehmann (29.) trafen Charles Takyi (42.) und Deniz Naki (44.) die Rheinländer mit ihrem Doppelschlag vor der Pause mitten ins Herz.

Takyi mit seinem siebten Saisontor (58.) und Marius Ebbers mit seinem 18. Treffer in dieser Spielzeit (59.) beseitigten mit einem weiteren Doppelschlag die letzten Zweifel.

Rouwen Hennings (69.) und Lehmann mit einem diesmal verwandelten Elfmeter (73.) bauten das Ergebnis weiter aus. Marvin Pourie gelang wenigstens das Koblenzer Ehrentor (75.).

Ironische St.-Pauli-Fans

Die Fans sangen in ihrem Übermut ironisch "Wir haben die Schnauze voll" und "Stanislawski raus". "Sie sind mit dem Saisonverlauf nicht zufrieden und das Gegentor war dann wohl zu viel", meinte der Coach mit einem Augenzwinkern und ergänzte ernst:

"Die Mannschaft hat sich ein großes Lob verdient. Sie hat nie gewackelt."

Sportdirektor Helmut Schulte ergänzte: "Das war ein wunderbarer Frühlings-Abend mit vier Doppelschlägen. Der erste ging leider daneben, die anderen drei haben zum Erfolg geführt. Und dann ist Koblenz wie im Hinspiel völlig aus dem Leim gegangen."

Torhüter Paucken hat den Klassenerhalt dementsprechend fast schon abgehakt: "Rechnerisch ist es zwar noch möglich, aber die Wahrheit kann sich jeder selbst ausrechnen."

Kuriose Strafstöße

Nach einer halben Stunde wurde die Partie vor 19.686 Zuschauern zum Kuriositäten-Kabinett.

Zunächst entschied FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark nach einem Foul von Manuel Hartmann an Takyi außerhalb des Strafraums fälschlicherweise auf Strafstoß.

Im ersten Anlauf schoss Bruns links neben das Tor.

Paucken pariert Lehmanns Elfmeter

Als der Elfmeter wiederholt werden musste, da drei Koblenzer zu früh in Strafraum gelaufen waren, trat Lehmann an und scheiterte an TuS-Keeper Dieter Paucken.

Paucken sorgte wenige Minuten später für Gelächter, als er einem Ball hinterherkrabbelte und dabei seine Mütze verlor.

Danach musste er hilflos mit ansehen, wie die schlechteste Defensive der Liga gegen die beste Offensive auf verlorenem Posten stand.

Neben Takyi gefiel bei den Gastgebern vor allem und Naki und Ebbers. Auf Seiten der Koblenzer erreichte nur Pourie Normalform.

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