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Die Fans des 1. FC Kaiserslautern sind nach dem Aufstieg außer Rand und Band © imago

Dank des Augsburger Patzers kehrt Kaiserslautern in die Bundesliga zurück. Kuntz ist "ergriffen" und plant die kommende Saison.

Frankfurt/Kaiserslautern - Die Profis jubelten beim gemeinsamen Fernsehen, die Fans feierten überall spontane Partys, die ganze Pfalz stand mit zwei Tagen Verzögerung doch noch Kopf:

Da der Tabellendritte FC Augsburg am drittletzten Spieltag der zweiten Bundesliga nicht über ein 1:1 (0:0) beim FSV Frankfurt hinauskam, ist der viermalige deutsche Meister 1. FC Kaiserslautern trotz der 0:1-Niederlage am Freitag gegen Hansa Rostock vorzeitig in die Bundesliga aufgestiegen. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

Die Roten Teufel beendeten damit exakt 1441 Tage nach dem Abstieg im Jahr 2006 ihre Leidenszeit in der Zweitliga-Hölle.

Kuntz schaut Augsburg-Spiel mit Spielern

"Das ist schon sehr ergreifend", sagte FCK-Vorstandsboss Stefan Kuntz.

Der Ex-Nationalspieler hatte sich zusammen mit den Lauterer Profis, den Ehefrauen und Partnerinnen der Spieler sowie der Kinder im 21. Stock des Rathauses die Live-Übertragung des Augsburger Spiels angeschaut:

"Vom Rathaus können wir sehen, wie die Fans feiern. Wir müssen nun schauen, wie wir mit den Fans zusammentreffen und den weiteren Tag gestalten werden."

"Es ist wunderbar"

Nach der Augsburger Führung in Frankfurt war die Stimmung im Lager der Roten Teufel zunächst gedrückt, doch nach dem Ausgleich "hielt es keinen mehr auf seinem Stuhl", so Kuntz.

Auch für Keeper Tobias Sippel gab es nach dem Schlusspfiff in Frankfurt kein Halten mehr.

"Es ist wunderbar, vom Balkon-Rathaus aus die jubelnenden Menschen zu sehen. Wir werden jetzt auf jeden Fall mit den Fans feiern", sagte Sippel.

Kurz ist der Vater des Erfolgs

"Großen Verdienst an unserem Erfolg hat Cheftrainer Marco Kurz. Die Art und Weise, wie er sich der 'Sache FCK' angenommen hat und sich mit unseren Zielen identifiziert, ist bewundernswert", sagte der Vorstandsboss und würdigte den Coach als Vater des Erfolgs:

"Marco Kurz ist in allen Bereichen ein Vorbild. Er findet den richtigen Zugang zu den Spielern und hat der Mannschaft in kürzester Zeit ein fußballerisches Gesicht verpasst."

Kurz gibt das Lob zurück

Kurz gab das Lob des Klubchefs an die Mannschaft weiter.

"Sie hat sich mit dem Aufstieg für ihre tolle Arbeit belohnt", sagte der Trainer nach dem Ende der schmachvollen Leidenszeit des zweimaligen DFB-Pokalsiegers, der Idole wie Fritz und Ottmar Walter sowie Horst Eckel hervorgebracht hat, in der zweiten Liga.

Vor zwei Jahren wäre die Zeit in der zweiten Liga auch schon fast zu Ende gegangen - allerdings auf eine andere Weise. Erst am letzten Spieltag konnte sich der FCK vor dem Abstieg retten.

Kurz vor dem drohenden Absturz in die dritten Liga und dem finanziellen Kollaps hatte Kuntz das Ruder bei seiner alten Liebe übernommen.

Aufstieg mit kleinem Etat

Innerhalb von zwei Jahren hat der Klubchef, der mit den Pfälzern 1990 Pokalsieger und 1991 Meister wurde, den mehrfach totgesagten Verein wiederbelebt.

Kuntz kann eine außerordentliche Erfolgsbilanz vorweisen: In der laufenden Saison sahen durchschnittlich 35.376 Zuschauer die Heimspiele der mit einem Altersdurchschnitt von 24,67 Jahren jüngsten Mannschaft der zweiten Liga.

Der Aufstieg wurde mit dem von den Medien als "dritte Wahl" bezeichneten Coach Kurz und dem relativ kleinen Etat von 8,5 Millionen geschafft.

Mit 36 Millionen in die Bundesliga

In der kommenden Saison soll der Haushalt auf 15 Millionen Euro steigen. Der geplante Gesamt-Etat wird sich auf 36 Millionen Euro belaufen. Darin enthalten sind Rückstellungen in Höhe von drei Millionen Euro aufgrund einer anstehenden Steuernachzahlung.

"Der Aufstieg und die Etablierung in der Bundesliga sind Grundvoraussetzungen für eine weitere wirtschaftliche Gesundung unseres Vereins", sagte Kuntz mit Blick auf die Altlasten, die ihm seine Vorgänger hinterlassen haben:

"Wir wollen den FCK nachhaltig professionell und wettbewerbsfähig aufstellen. Erst wenn wir drei Jahre in der Bundesliga spielen, sind wir finanziell konsolidiert."

Planungen laufen bereits

Trotz dieser Probleme bastelt der Europameister von 1996 bereits am Kader der kommenden Spielzeit. Christian Tiffert wurde ablösefrei vom MSV Duisburg verpflichtet.

Im Gespräch ist zudem Chadli Amri von FSV Mainz 05. Hartnäckig halten sich auch die Gerüchte um einen Transfer von Nationalstürmer Miroslav Klose. Der Torjäger hat schließlich immer erklärt, dass er zum Ende seiner Karriere wieder bei seinem Heimatverein spielen wolle.

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