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Deniz Naki (l.) und Bastian Oczipka feiern den Aufstieg mit St. Pauli © getty

Die Rückkehr der Kiez-Kicker in die Bundesliga ist so gut wie perfekt. Die Hamburger biegen in Fürth einen Rückstand um - und feiern.

Fürth - Spiel gewonnen, Aufstieg nahezu perfekt: Der FC St. Pauli hat gleich seinen ersten "Matchball" dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit nutzen können.

Die Hamburger bezwangen die SpVgg. Greuther Fürth mit 4:1 (0:1) und steigen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum fünften Mal ins Oberhaus auf. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

Konkurrent FC Augsburg liegt nach dem 1:0 gegen 1860 München weiterhin drei Punkte zurück und weist vor dem letzten Spieltag die deutlich schlechtere Tordifferenz auf.

"Zu 99,9 Prozent aufgestiegen"

"Nie mehr zweite Liga", skandierte der mitgereiste St. Pauli-Anhang schon eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Guido Winkmann aus Kerken.

"Es ist unglaublich, was hier los ist. Einfach Wahnsinn. Wir brauchen uns nichts vorzumachen. Ich glaube, das Ding ist durch", sagte Mittelfeldspieler Mathias Lehmann.

"Mit dem Sieg heute haben wir sogar den Vorsprung ausgebaut. Wir sind zu 99,9 Prozent aufgestiegen, genauso wie Bayern Meister ist. Jetzt wollen wir einfach nur noch feiern."

"Wahnsinnig stolz auf alle"

"Man braucht ein bisschen, um so etwas zu verarbeiten", sagte der sichtlich gerührte Pauli-Trainer Holger Stanislawski.

Der Vater des Erfolges verabschiedete sich nach dem Abpfiff in Fürth schnell aus der Jubeltraube in Richtung Kabine: "Die Jungs sollen feiern. Sie sollen im Mittelpunkt stehen, sie haben es sich verdient. Ich bin wahnsinnig stolz auf alle."

Naki leitet die Wende ein

Vor 15.000 Zuschauern am ausverkauften Ronhof, darunter rund 9000 Fans aus Hamburg, erzielte Christopher Nöthe in der 37. Minute den Führungstreffer für die Platzherren.

Für den Ausgleich sorgte Deniz Naki, ebenfalls per Flachschuss, in der 51. Minute.

Für die weiteren Tore der Hanseaten zeichneten Marius Ebbers in der 65., Charles Takyi in der 73. und Rouwen Hennings in der 88. Minute verantwortlich.

Hain mit Verdacht auf Gehirnerschütterung

Zum Zeitpunkt der Fürther Führung war St. Paulis Stammtorhüter Mathias Hain bereits mit Verdacht auf Gehirnerschütterung auf dem Weg ins Krankenhaus.

Der 37-Jährige hatte sich in der 14. Minute bei einem Zusammenprall mit Stephan Fürstner eine stark blutende Gesichtsverletzung zugezogen.

Für den Routinier ging Ersatzkeeper Benedikt Pliquett zwischen die Pfosten.

Fürth mit dem besseren Start

Insbesondere vor dem Seitenwechsel taten sich die in Bestbesetzung angetretenen Gäste allerdings schwerer als erwartet.

Nach fünf Spielen hintereinander ohne Niederlage traten die Franken selbstbewusst auf und dominierten in dieser Phase die Begegnung.

Steigerung nach dem Ausgleich

Nach dem Ausgleichstreffer jedoch kamen die Norddeutschen besser ins Spiel und forderten mehrfach den Szenenapplaus ihres mitgereisten Anhangs heraus.

Auch die Angriffsaktionen der Mannschaft von Trainer Holger Stanislawski wurden immer zwingender und letztlich auch mit Toren belohnt.

Der Kiez steht Kopf

Für St. Pauli, das vor acht Jahren die erste Liga hatten verlassen müssen und zwischenzeitlich sogar in die Drittklassigkeit abgerutscht war, ist es der fünfte Aufstieg nach 1977, 1988, 1995 und 2001.

Die Nacht werden die Aufstiegshelden in Fürth wohl durchfeiern, am Montag um 7.40 Uhr sollen sie in Hamburg landen.

Auf dem Kiez verfolgten am Sonntag Tausende Fans das Spiel auf Großbildleinwänden und feierten den Aufstieg.

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