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Deniz Naki wird nach dem Sieg gegen Fürth von Morike Sako auf Schultern getragen © getty

Ausnahmezustand nach dem Aufstieg: Die Spieler starten in einen Party-Marathon, Stanislawski brennt schon auf den HSV.

Von Björn Seitner und Christian Paschwitz

München/Fürth - Acht lange Jahre hatten sie beim Kiez-Klub gewartet auf die Rückkehr zurück in die Bundesliga - als die Spieler des FC St. Pauli das große Ziel nun endlich geschafft hatten, brachen emotional alle Dämme.

Die 9000 mitgereisten Fans stürmten über die Absperrungen und auf den Rasen, schlugen Purzelbäume vor Freude, jubelten mit "ihren" Aufstiegshelden um die Wette. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

"Nie mehr Zweite Liga", schallte es schon eine Viertelstunde vor Schluss von den Rängen, nachdem Charles Takyi den dritten Treffer für die Hamburger erzielt hatte.

Dann hatte es St. Pauli tatsächlich geschafft, mit dem 4:1 (0:1) bei Greuther Fürth zum fünften Mal den Sprung ins Fußball-Oberhaus hinzubekommen. Pünktlich übrigens zum 100. Vereinsgeburtstag.

"Ein sensationeller Erfolg"

"Das ist ein unglaublicher Moment für diesen Verein. Ein sensationeller Erfolg, genau passend zu unserem Jubiläum", jubilierte auch Klubboss Corny Littmann (Die Reaktionen).

Rein rechnerisch könnte der direkte Aufstieg zwar noch scheitern: Vor dem letzten Spieltag liegen die Norddeutschen mit drei Punkten und 16 Toren Vorsprung vor den drittplatzierten Augsburgern auf Rang zwei.

"Das Ding ist durch"

Daran glauben mag zu Recht aber niemand. "Wir brauchen uns nichts vorzumachen. Das Ding ist durch, wir haben es geschafft. Mit dem Sieg heute haben wir sogar den Vorsprung ausgebaut", sagte Mathias Lehmann.

Und der Mittelfeldspieler ergänzte: "Wir sind zu 99,9 Prozent aufgestiegen, genauso wie Bayern Meister ist. Jetzt wollen wir einfach nur noch feiern."

Ralph Gunesch pflichtete bei: "Ein Polster von 16 Toren müsste eigentlich reichen. Im Moment weiß ich aber noch gar nicht richtig, was los ist."

Naki gibt den Anheizer

Einer der genau wusste, was passiert war, war jedoch Stürmer Deniz Naki.

Der Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:1 schnappte sich eine Vereinsfahne, stieg auf das Dach der Auswechselbank (232274die Bilder) und gab den Anheizer für die Jubelgesänge der Fans.

Trainer Holger Stanislawski dagegen flüchtete schnell in die Kabine und freute sich mehr im Stillen: "Die Spieler sind heute die Hauptpersonen. Ich bin wahnsinnig stolz, dass sie den Aufstieg geschafft haben."

Stanislawski freut sich schon aufs Derby

Hinterher wollte er sich dann aber doch das "ein oder andere Kaltgetränk genehmigen."

"Jetzt dürfen wir uns mit den besten Mannschaften Europas messen. Hamburg kann durchaus zwei Lokalderbys in der Bundesliga vertragen", so der 40-Jährige weiter, der beim Aufstieg in der Saison 2000/01 noch selbst Spieler der Hamburger war.

Stanislawski ergänzte und erinnerte scherzhaft: "Wir freuen uns schon auf den HSV. Die Jungs stehen unserer Mannschaft von damals in nichts nach."

"Diesmal nur im kleinen Kreis"

Der Plan für die Feier stand dann schnell: "Um vier Uhr früh treffen wir uns, um fünf Uhr wollen wir abreisen. Die Stunde dazwischen brauchen wir wohl, um die Hotelgänge nach irgendwelchen Spielern zu durchsuchen", so der Erfolgscoach.

Wirkliche Regeln gibt es dabei wohl nicht: "Die Jungs sollen ruhig alle Fünfe gerade sein lassen, das haben sie sich verdient."

Torschütze Takyi dagegen kündigte schon an: "Diesmal feiern wir nur im kleinen Kreis, im Vergleich zur nächsten Woche ist das noch gar nichts."

Ebbers hat viel vor

Dann soll nach dem letzten Heimspiel gegen den SC Paderborn 07 auf dem Kiez die ganz große Sause starten.

Für Marius Ebbers war auf SPORT1 aber so oder so klar: "Jetzt feiern wir 14 Wochen durch!"

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