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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Nach acht Jahren ist der FC St. Pauli wieder erstklassig © getty

Nach der Rückkehr nach Hamburg geht die Party am Flughafen weiter. Doch die Feierlichkeiten fordern ihren ersten Tribut.

Von Ingo Weber

München - Der FC St. Pauli kehrt nach acht Jahren zurück in die Bundesliga.

Der Abpfiff in Fürth war der Startschuss zu einer ausgelassenen Party, die wohl über die nächsten Tage andauern wird. (Die Reaktionen)

Den Aussagen von Goalgetter Marius Ebbers, man werde die nächsten 14 Wochen die Sau raus lassen, ließen die Spieler Taten folgen. Keiner machte in der Nacht ein Auge zu.

Doch die Befürchtungen von Holger Stanislawski bestätigten sich nicht. "Wenn wir die Spieler in den Hotelgängen finden, landen wir um 7.40 Uhr in Hamburg", sagte der Erfolgscoach nach dem Sieg in Fürth.

Geschäftsführer geht verloren

Alle Akteure fanden rechtzeitig den Weg zum Flughafen und am frühen Montagmorgen feierten sie mit Hunderten Fans, Freundinnen und Frauen am Flughafen Fuhlsbüttel die Rückkehr ins Oberhaus.

Die Feierlichkeiten forderten aber auch ihren Tribut. "Wir haben einen Verlust zu beklagen: unseren Geschäftsführer. Der war nicht transportfähig", gestand Sportchef Helmut Schulte mit einem süffisanten Lächeln.

Die Kiezkicker landeten mit knapp einstündiger Verspätung um 8.30 Uhr in Hamburg.

Begeisterter Empfang

Knapp 20 Minuten später war es dann soweit: Deniz Naki, Ebbers und alle anderen Aufstiegshelden betraten die Ankunftshalle, wo ihnen die seit Stunden wartenden Anhänger einen begeisterten Empfang bereiteten.

Der Sonderzug mit den Schlachtenbummlern aus Fürth war um 4 Uhr früh am Hauptbahnhof der Hansestadt eingetroffen, von wo aus zahlreiche Fans gleich weiter zum Flughafen gefahren waren.

"Nie mehr Zweite Liga, nie mehr, nie mehr", skandierten die Anhänger und ließen sich auch vom Dauerregen nicht bremsen.

Wasser als "Abturner"

"Montag und Dienstag wird gefeiert. Am Mittwoch ist wieder Fußball", sagte Stanislawski, fand aber auch ein kleines Haar in der Suppe: "Im Flugzeug gibt es ja nur Kaffee und Wasser. Das war ein kleiner Abturner. Aber nachher geht's wieder richtig los"

Die Gefühlslage der Hamburger wird durch diese Aussage mehr als deutlich. St. Pauli gilt seit jeher als ein Klub, der die Feste feiert, wie sie fallen.

Für die große Aufstiegssause nach dem letzten Spiel am kommenden Sonntag gegen den SC Paderborn erwartet Stanislawski 100.000 Fans. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

Nur der Kapitän spricht

Fabio Morena war nach der Ankunft der einzige Spieler, der sich den Fragen der Journalisten stellte. "Das ist ein super Empfang. Mit dieser Mannschaft aufzusteigen, ist einfach das Größte", sagte der St.-Pauli-Kapitän.

Den anderen Akteuren hatte es nach der durchgemachten Nacht offenbar die Sprache verschlagen.

Bei drei Punkten Vorsprung und der um 16 Treffer besseren Tordifferenz wird sich der Klub um Präsident Corny Littmann den Aufstieg nicht mehr nehmen lassen.

Lange Pause für Hain

Ein Wermutstropfen ist allerdings die Verletzung von Torwart Mathias Hain, der sich gegen Fürth einen Kieferbruch zuzog und operiert werden muss.

Dem Keeper soll eine Platte zur Stabilisierung der Kieferhöhle eingesetzt werden, danach muss er mehrere Wochen pausieren.

Zwei Hamburger Derbys

Stanislawskis Blick schweift auch schon in die Zukunft: "Wir dürfen uns mit den besten Mannschaften Europas wie den Bayern messen. Dazu haben wir zwei Hamburger Derbys."

Auf das Duell mit dem großen HSV freuen sich vor allem die Fans, die den Platz rund um das Millerntor nach dem Abpfiff in Fürth zu einer Partiemeile machten.

Mehrere Tausend Menschen hatten den fünften Aufstieg der Paulianer ins Oberhaus gefeiert.

Nach Polizeiangaben hatten rund 10.000 Fans am Abend die Übertragung des Spiels aus Fürth verfolgt und im Anschluss für eine spontane Aufstiegsfete und einen Autokorso gesorgt.

Ein Polizist verletzt

Dabei wurde ein Polizist durch einen Flaschenwurf leicht verletzt und ein Streifenwagen beschädigt. "Insgesamt blieb es aber weitgehend ruhig", sagte eine Polizeisprecherin am Montag.

Auf der Reeperbahn löste sich der Großteil der Fanparty gegen 1 Uhr nachts auf.

Für den Aufstieg hätte sich der Verein keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können: In 13 Tagen steht mit der offiziellen 100-Jahr-Feier schon die nächste Sause an.

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