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St. Paulis Spieler versprechen den Fans: "Wir rocken die Bundesliga!" © getty

Obwohl St. Pauli gegen Paderborn patzt und die Meisterschaft verpasst, steigt nach Abpfiff auf dem Rasen ein Riesenparty.

Hamburg - Das Millerntor erzitterte in seinen Grundfesten, Trainer Holger Stanislawski war nach mehreren Bierduschen patschnass, die Mannschaft dankte mit Polonaise und einem besonderen "Fußballspiel", die Fans hörten nicht mehr auf zu singen.

Niemanden beim FC St. Pauli störte in der Euphorie um den fünften Bundesliga-Aufstieg der Klubgeschichte die 1:2 (1:1)-Niederlage gegen den SC Paderborn und die damit verpasste Zweitligameisterschaft.(DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

"Es tut uns leid, dass es mit der Schale nicht geklappt hat", sagte Mittelfeldspieler Fabian Boll zu den Fans, "aber es gibt ja auch noch ein nächstes Jahr."

Und dann tanzten sie wieder vor der Südtribüne.

"Einfach mal glücklich sein", stand auf den Auftsiegs-T-Shirts, das passende Motto für diesen Nachmittag.

Daghfous erzielt Siegtreffer für Paderborn

Die Partie diente nur noch als Kulisse für die Aufstiegsfeier. Im mit 19.901 Zuschauern natürlich ausverkauften Stadion sangen die Fans praktisch durchgehend. Egal, was auf dem Spielfeld passierte.

Marius Ebbers (19.) hatte die Hamburger mit seinem 20. Saisontreffer in Führung gebracht, die Daniel Brückner unmittelbar vor der Pause ausglich.

Nejmeddin Daghfous (82.) sorgte für den Siegtreffer der Ostwestfalen, die sich die Aufstiegsfeierlichkeiten ihrer Gegner anschließend auf dem Rasen nicht entgehen lassen wollten.

"Wir rocken die Bundesliga"

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff verschwanden die St. Paulianer in der Kabine, kamen aber kurze Zeit später wieder. Mit den Trikots der zukünftigen Erstliga-Gegner stellten sie ein Gegnerteam dar und improvisierten ein Fußballspiel.

Dabei grätschten die "Spieler" aus "Schalke", von "Bayern" und dem "HSV" wie Dilettanten an den St. Paulianern vorbei, die schließlich das "1:0" schossen.

"Wir rocken die Bundesliga", versprach das Team auf einem Spruchband.

Etwa 500 Meter Luftlinie entfernt floss beim Public Viewing auf der Reeperbahn das Bier in Strömen.

"Legende" Walter Frosch wird gefeiert

Rund 25.000 Fans ohne Eintrittskarten feierten dort mit. Am Abend wird sich das Team dort auf dem Balkon von Präsident Corny Littmanns Theater den Fans präsentieren. Die Party mit drei Live-Bands wird bis spät in die Nacht dauern.

Nach der Partie versammelte Stanislawski seine Spieler wie immer zu einem Kreis in der Mitte, dabei war auch "Legende" Walter Frosch.

Der an Krebs erkrankte ehemals eisenharte Verteidiger aus den siebziger Jahren saß im Rollstuhl und wurde ebenfalls von den Fans gefeiert.

Auch dabei war Thomas Meggle, der seine Karriere nach Knieverletzungen beenden muss.

Stadionumbau bringt zusätzliches Geld

Anders als bei den Aufstiegen 1977, 1988, 1995 und 2001 haben die Hamburger erstmals eine Chancengleichheit in der Bundesliga.

Durch den Neubau der 16,5 Millionen Euro teuren Haupttribüne, die pünktlich zu neuen Saison fertig sein wird, und der bereits vorhandenen Südtribüne wird es insgesamt 39 Logen und 1700 Business Seats geben.

Mehreinnahmen von vier Millionen Euro sind damit möglich.

Insgesamt kalkuliert St. Pauli mit einem Etat von 39 Millionen Euro, der eine Verdoppelung gegenüber der Zweiten Liga bedeutet.

"Wir spielen in einer anderen Liga", stand ebenfalls auf T-Shirts der Spieler.

Wie wahr.

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