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Holger Stanislawski (r.) absolvierte als Spieler 260 Ligaspiele für St. Pauli © getty

St. Paulis Trainerduo spricht im Interview mit Sport1.de über seine sportliche Fernbeziehung und die Pläne des Vereins.

Hamburg - Im zweiten Teil des Interviews mit Sport1.de sprechen Holger Stanislawski und Andre Trulsen über tägliche Telefonate und Wissenswertes aus der Sporthochschule.

Stanislawski erklärt zudem, dass ein Leben lang St. Pauli keine Option für ihn ist.

Außerdem verraten sie, was sie vom Lokalrivalen HSV halten.

Sport1.de: Was kann man langjährigen Profis auf der Sportschule noch beibringen?

Stanislawski: Besonders aus den Gesprächen untereinander kann man viel mitnehmen. Und dann natürlich Fächer wie Psychologie und Pädagogik. Aber im Endeffekt muss jeder rausfiltern, was er für seinen Stil für richtig und wichtig hält.

Trulsen: Ich fand den Austausch mit den Kollegen hilfreich, was die Trainingsarbeit und ?gestaltung angeht. Und die Gastvorträge von Trainern waren meist sehr interessant. Besonders begeistert hat mich Jos Luhukay mit seiner ruhigen und besonnenen Art.

Sport1.de: Gab es einen Trainer in Ihrer Spieler-Karriere, von dem Sie besonders viel gelernt haben, dem Sie vielleicht sogar ein bisschen als Vorbild für Ihre Arbeit nehmen?

Stanislawski: Nein, aber man nimmt natürlich von jedem etwas mit.

Trulsen: Für mich war jeder Trainer gut, der mich aufgestellt hat. Vielleicht hat Helmut Schulte und die Zeit beim 1. FC Köln mich etwas mehr geprägt.

Sport1.de: Herr Trulsen, Sie sind vom Chefsessel ins zweite Glied zurückgegangen. Fiel das schwer?

Trulsen: Nein, ich war ja eigentlich nur pro Forma Cheftrainer, weil Stani nicht durfte.

Stanislawski: Das war so abgesprochen, als ich auch noch Sportdirektor war. Aber Truller und ich, das ist mehr als das normale Verhältnis zwischen Trainer und Co-Trainer, auch wenn ich natürlich das letzte Wort habe und den Kopf hinhalte.

Sport1.de: Sie haben noch einen Vertrag bis zum Saisonende. Wie geht?s weiter?

Stanislawski: Mit uns hat noch keiner gesprochen. Wir gehen das ganz entspannt an.

Trulsen: Wir verstehen uns sehr gut. Ich würde sofort einen Zehn-Jahres-Vertrag unterschreiben.

Stanislawski: Nein, ich war in meiner ganzen Karriere in Hamburg und will mit Sicherheit noch mal was anderes machen. Ich möchte gern mal ins Ausland.

Sport1.de: Wie kommt es, dass St. Pauli, das selbst in der Regionalliga vor vollen Haus spielte, das nach Markterhebungen zu den Top-acht-Vereinen in Deutschland zählt, ewig klamm ist?

Stanislaski: Wir haben einen sehr hohen Anteil an Stehplätzen im Stadion, was weniger Geld bringt. Aber davon dürfen wir nicht weg. Die Fans, die da stehen, sind unsere Basis. Das ist wichtiger als 200.000 Euro mehr Einnahme durch Sitzplätze. Von den Merchandising-Umsätzen bekommen wir nur zehn Prozent, seit wir die Rechte damals bei der Fast-Insolvenz verkaufen mussten.

Trulsen: Der Stadionumbau verschlingt natürlich Geld, aber das neue Stadion wird ein Schmuckstück. Wichtig ist, dass der Verein sich konsolidiert und nicht mehr Geld ausgibt als er einnimmt, was vielleicht in der Vergangenheit bei Spielergehältern und Transfers der Fall war.

Sport1.de: Was fällt Ihnen spontan zum HSV ein?

Stanislawski: Ein guter Verein.

Trulsen (langes Schweigen): Äh, ja, ah - großer Verein

Sport1.de: Und zu Bayern München?

Stanislawski: Bester Verein in Deutschland.

Trulsen: Seh ich genau so. Eine Top-Mannschaft, ein sehr gut geführter Verein.

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