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Enrico Kern wechselte 2006 von Jahn Regensburg zu Hansa Rostock © getty

Der Traditionsklub feiert eine traurige Vereinspremiere. Ingolstadt kehrt nach nur einem Jahr in Liga zwei zurück.

Rostock - Hansa Rostock im Tal der Tränen: Der Traditionsklub hat das Relegationsduell gegen den FC Ingolstadt verloren und ist erstmals in der Vereinsgeschichte in die Dritte Liga abgestiegen.

Nach dem 0:1 im Hinspiel verlor Hansa am Montagabend im Ostseestadion gegen die Bayern nach einer schwachen Vorstellung auch das Rückspiel mit 0:2 (0:1). (DATENCENTER: Die Relegation)

"Das war ein Nervenspiel. Der frühe Gegentreffer war ein Tiefschlag, von dem wir uns nicht mehr erholt haben. Wir müssen beide Spiele zusammen betrachten. Da haben wir es einfach nicht geschafft, Druck aufzubauen", meinte Hansa-Coach Marco Kostmann nach dem Spiel.

Dagegen kehrt Ingolstadt nach nur einem Jahr in die zweite Liga zurück. Fabian Gerber besiegelte mit zwei Treffern (8. und 78.) Hansas Sturz ins Chaos.

Rostock letzter DDR-Meister

Rostock, vor 19 Jahren noch letzter DDR-Meister, war bisher der einzige Ostklub der nie tiefer als in Liga zwei gespielt hatte.

Der Gang in die 3. Liga ist für den Ex-Bundesligisten bereits der zweite Abstieg innerhalb von zwei Jahren.

Der größte Teil der gut 20.000 Fans verlor schon früh den Mut, als der nach seiner Rotsperre zurückgekehrte Hansa-Kapitän Martin Retov den Ball verlor, Stefan Leitl Gerber steil schickte und dieser den Ball ins lange Ecke schob (8.).

Die Führung war zu diesem Zeitpunkt bereits verdient, da Ingolstadt deutlich aggressiver und zielstrebiger auftrat als der Zweitligist.

Erster Wechsel nach 15 Minuten

Die Taktik von Kostmann war bereits über den Haufen geworfen. Der neu ins Team gerückte Mittelfeldmann Kevin Pannewitz musste nach einer Viertelstunde für Stürmer Enrico Kern weichen.

Rostock ließ jedoch weiterhin jeglichen Spielwitz vermissen, Gerber (19.) und Moritz Hartmann (36.) hätten für Ingolstadt sogar erhöhen können.

Lediglich Kern (42.) tauchte einmal gefährlich vor FCI-Torwart Marco Sejna auf, schoss jedoch knapp drüber. Die heimischen Fans verabschiedeten die Hansa-Elf mit einem lauten Pfeifkonzert in die Pause.

Danielsson rettet auf der Linie

Hansa begann die zweite Hälfte schwungvoll, die große Chance hatte jedoch Ingolstadt. Helgi Danielsson rettete gegen Steffen Wohlfahrt (49.) in letzter Sekunde auf der Linie.

In der Folge mühte sich Hansa verzweifelt, angesichts der limitierten Kreativität sprang zunächst jedoch nur ein Kopfball vom eingewechselten Marcel Schied (55.) heraus.

Doch auch Ingolstadt ließ Chancen aus, Hartmann (65.) lief allein aufs Hansa-Tor zu, traf jedoch nur den Pfosten.

Nur Walke überzeugt

In der 78. Minute sorgte dann aber erneut Gerber für die Entscheidung.

"Ich bin sehr stolz. In den zwei Spielen haben wir verdient gewonnen und eindrucksvoll bewiesen, dass wir in die zweite Liga wollen. Der Sieg hätte auch höher ausfallen können", stellte ein zufriedener FC-Coach Michael Wiesinger fest.

Bei Rostock überzeugte lediglich Torhüter Alexander Walke. Auf Seiten der Gäste aus Ingolstadt verdienten sich Gerber und Leitl die besten Noten.

Krawalle nach dem Spiel

Nach dem Spiel ist es vor dem Stadion zu den befürchteten Krawallen gekommen. Mehrere Feuerwerkskörper wurden von Randalierern gezündet, insbesondere der VIP-Parkplatz geriet dabei zur Zielscheibe.

Außerdem blockierten die Hansa-Fans die Ausfahrt.

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